1. August in Olten

Verpflegung, Preise und Segen: alles gespendet für die Oltner

Erstmals ohne Feuerwerk – vielleicht die heimliche Affiche der offiziellen 1. August-Feier in der Stadt Olten. Aber da war ja noch die sanierte Holzbrücke, die von Vertretern der Landeskirchen den Segen gespendet bekam.

Zum fehlenden Feuerwerk nur so viel: Eine keineswegs repräsentative Spontanumfrage unter den Besuchern der offiziellen 1. Augustfeier auf und rund um den Oltner Kaplaneiplatz ergab: Nur 8 von 20 befragten Frauen und Männer bedauern den Wegfall des abendlichen Lichtspektakels. Zwar rangen einige mit sich um eine Antwort, aber das Verdikt war doch eindeutig. «Feuerwerk gibts ja schon überall und bald zu jeder Jahreszeit», so eine Stimme, während andere fanden, sie hätten das Spektakel eigentlich gerne gemocht, würden aber aus umweltpolitischer Sicht durchaus Verständnis für die Streichung aufbringen.

Es war im Übrigen ein spendabler Bundesfeiertag in Olten: Man freute sich bei der Feier an der Wiedereröffnung der Holzbrücke, die von Kapuzinerbruder Josef Bründler und den Geistlichen Uwe Kaiser und Kai Fehringer den Segen gespendet bekam. «Ich werde keinen Weihwassertropfen wieder ins Kloster zurücktragen», meinte Bründler und gab zu verstehen, in die Segnung die Steuerzahlen einzuschliessen. Die hätten doch die Sanierung erst möglich gemacht. Leises Lachen folgte.

Bestes Foto, beste Zeichnung, beste Gruppenarbeit

Im Zeichen der Brückensanierung hatte die Stadt bekanntlich einen Foto- und Zeichenwettbewerb lanciert. So wurden an der Feier auch die Sieger ausgezeichnet: Danilo Suma (Aarburg) gewann den Fotowettbewerb vor Margrit Stäheli (Winznau), der 11-jährige Kai Wagner (Wangen bei Olten) holte den Einzelpreis im Zeichenwettbewerb, während die Klassen E2G und B2B den Gruppenpreis gewannen.

Die Gewinner des Zeichenwettbewerbs dürfen den Europapark besuchen, die Foto-Sieger erhielten Gutscheine über 1000 beziehungsweise 500 Franken. Als Spenderin trat die Baloise Bank SoBA auf.

Erinnert euch: Wieder mehr Brücken schlagen

Festredner Urs Bloch, Olten, sorgte schliesslich für pragmatisch-philosophische Worte. Begriffe wie Brücken schlagen bildeten die Hauptmetapher seiner Rede. «Das Alpenland Schweiz ist ein Land der Brücken. Und das politische System der Schweiz ist ein System von Brückenbauerinnen und -bauern», meint er. Das politische System, das dieses Land so stabil mache, sei ein System der Debatte, ein System des Nehmens, aber auch Gebens, des Nachgebens. «Das sollte auch für Olten gelten. Brücken entstehen im Kopf. Ich wünsche dieser Stadt deshalb wieder weniger Maurer und mehr Brückenbauerinnen und -bauer», so Bloch, der für solche Gedanken Applaus auf offener Szene erhielt.

Zuvor hatte Stadtrat Thomas Marbet einen kurzen Blick auf die zurückliegenden 17 Monate seit dem verheerenden Brandausbruch im März geworfen. Fazit: Brandschäden behoben, Brücke stabilisiert, Präventionsmassnahmen verbessert, Rauchverbot verankert. Aber: Alles sei nichts ohne die Vorkehrungen des Einzelnen, ohne dessen Weitsicht. «Sie können durchaus mal einen rauchenden Passanten auf der Brücke ans Verbot erinnern», so der Stadtrat an die Adresse der Anwesenden.

Dann gings in die Fröscheweid, wo Stadt und die an der Brückensanierung beteiligten Firmen zu Essen und Trinken einluden.

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urs huber

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