Verkehrssicherheits-Konzept
Bilanz zu Strassen in Kappel positiv – Doch ein paar Korrekturen müssten sein

Die gemeindeeigenen Strassen sind einem Sicherheitscheck unterzogen worden. Die Bilanz ist ganz positiv. Auf den Strassen Kappels wird nicht gerast.

Urs Huber
Drucken
Teilen
Makel Knoten Merzweg/Kreuzfeldstrasse/Rain: Überdimensionierte Fahrbahn verleitet zu überhöhter Geschwindigkeit.

Makel Knoten Merzweg/Kreuzfeldstrasse/Rain: Überdimensionierte Fahrbahn verleitet zu überhöhter Geschwindigkeit.

Bruno Kissling

Ein Verkehrssicherheitskonzept im Rahmen der Ortsplanungsrevision hat eine Aufgabe, klar. Zum einen soll die Verkehrssicherheit überprüft, zum andern mögliche Massnahmen zu deren Erhöhung auf Gemeindestrassen angeregt werden. Das Konzept liegt nun vor. In einer ersten Bilanz lässt sich sagen: Kappels gemeindeeigene Strassen werden sehr wenig als Umfahrungs- oder Schleichweg genutzt. Positiv. Und es wird darauf auch nicht gerast. Ebenso positiv.

85 Prozent der gemessenen Geschwindigkeiten lagen in der Spanne von 33 bis 35 km/h. Im Dorf am Born gilt die generelle Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Einführung von Tempo 30 würde nicht viel bringen

Dementsprechend wirft das Gutachten die Frage auf, ob möglicherweise eine Einführung von Tempo 30 auf den Quartierstrassen mit erhöhter Verkehrssicherheit einhergeht. Antwort: Eher nicht. «Die Fahrtgeschwindigkeit würde sich mit der Einführung voraussichtlich nur geringfügig vermindern», hält der Bericht weiter fest.

Abgesehen davon wäre die Einführung einer solchen Tempobeschränkung mit hohen Kosten verbunden. Die Einführung von Tempo 30 etwa benötigt ein separates Gutachten. Die Unfallstatistik 2015 bis 2019 zeigt: In Kappel haben sich total 26 Unfälle ereignet; davon entfielen 18 auf Kantonsstrassen.

Die acht Unfälle auf Nebenstrassen resultieren aus zwei Parkierungsvorgängen, ebensovielen Schleuder- oder Selbst-, Abbiege- und Einbiegeunfällen. Es blieb mehrheitlich bei Sachschaden; eine Person wurde leicht verletzt. «Eine geografische Häufung von Unfällen lässt sich nicht feststellen», so der Bericht.

Auf flankierende Massnahmen setzen

So setzt die Studie auf sogenannte flankierende Massnahmen, welche die Verkehrssicherheit stützen und verbessern. Doch was ist darunter zu verstehen? Versetzte Parkfelder mal links und mal rechts der Strasse, breite Bodenmarkierungen wie «Schule» oder Tempoangaben, Vertikalversätze (situative Erhöhung der Fahrbahn), Horizontalversätze (seitliche Verschiebung der Fahrbahnachse), seitliche Einengungen oder die farbliche Gestaltung der Strasse. Solche baulichen Massnahmen sind, so der Bericht, relativ kostengünstig umzusetzen. Ein Augenmerk auf kritische Knoten

Die Analyse hat sich auch die Verkehrssituationen im Knotenbereich verschiedener Quartierstrassen beschäftigt. Augenfällig: Unklare Vortrittsregelungen, unübersichtliche Verkehrsführungen, endende Trottoirs im Knotenbereich, überhöhte Fahrbahndimensionierung, Sichteinschränkungen durch Bepflanzungen sind die hauptsächlichen Schwachpunkte von sieben namentlich aufgeführten Verkehrsknoten im Dorf. Während die flächenmässig überdimensionierten Knoten zu erhöhter Geschwindigkeit verleiten, können unklare Vortrittsregelungen im Verkehr zu Missverständnissen führen, während die Sichteinschränkungen durch Bepflanzungen grundsätzlich eine erhöhte Unfallgefahr darstellen.

Sperrflächen und Einengungen

Als gestalterische Massnahmen schlägt der Bericht deshalb die Einengung der Fahrbahn via Markierungen vor, ebenso sollen Sperrflächen markiert und mit Pollern verdeutlicht werden. Die Kosten für die vorgesehenen Massnahmen werden mit rund 43000 Franken (+/–25 Prozent) veranschlagt. In einer summarischen Betrachtung hält der Bericht abschliessend fest, dass eine derzeit nicht angezeigte Einführung von Tempo-30-Zonen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus möglich sei; und zwar sowohl flächendeckend als auch auf spezifische Quartiere beschränkt.

Aktuelle Nachrichten