Olten

Verkehr im Quartier nahm zu – nun handelt die Stadt

Einst ein ruhiger Stadtflecken, heute gibt es viel Fluchtverkehr: Die Gartenstrasse.

Einst ein ruhiger Stadtflecken, heute gibt es viel Fluchtverkehr: Die Gartenstrasse.

Die Gartenstrasse soll weniger Fluchtverkehr anziehen und wird neu gestaltet. Ob die Massnahmen fruchten, daran zweifeln Anwohner.

Sie gilt als eigentliche Route des Fluchtverkehrs südlich der Aarauerstrasse, Oltens Gartenstrasse. Seit der Eröffnung der Entlastungstrasse Region Olten (ERO) habe dieser noch einmal drastisch zugenommen, ist häufig zu hören.

Diese Feststellung teilt auch Rolf Strub, seit knapp 20 Jahren an der Gartenstrasse daheim. Und Thomas Knapp und Franz Allemann sind sich einig, wenn Strub meint: «Früher war hier verkehrsmässig tote Hose.» Heute sei der Verkehr dichter, besonders zu Rushhour-Zeiten: Morgens, über Mittag, abends. «Natürlich sind wir froh um die verkehrsberuhigenden Massnahmen, die demnächst umgesetzt werden», meint Knapp.

Aber ob die das Grundproblem, den sogenannten Fluchtverkehr, an der Wurzel packen können, daran zweifeln Knapp und Strub, während Allemann zumindest an eine Entspannung der Situation glaubt. «Kontrollen sind halt schwierig durchzuführen», argumentiert Strub. Und die wären nötig. Auffällig nämlich seien die vielen Fahrzeuge mit Aargauer Nummernschildern, die auf der Gartenstrasse verkehren.

Erschwerend kommt der Faktor Geschwindigkeit hinzu. «Natürlich ist das Empfinden der Anwohner auch davon abhängig», räumt Knapp ein. Und Strub meint fast rhetorisch: «Es gibt halt überall schwarze Schafe, wieso also solls auf der Gartenstrasse keine solchen geben?»

Dass es solche gibt, versteht Allemann, seit fünf Jahrzehnten an der Gartenstrasse wohnhaft, bestens zu veranschaulichen: «Manchmal kommen zu Stosszeiten zehn, zwölf Fahrzeuge hintereinander die Strasse hoch, jedes dritte, vierte zu schnell.» Dabei seien Schulhaus und Altersheim in unmittelbarer Nähe. «Da ist sofort was passiert», befürchtet der Mann, der auf die gültige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h hinweist.

Ein Blick auf die Verkehrstatistik gibt den Anwohnern an der Gartenstrasse recht. Bis zu zehn Prozent soll der Verkehr seit 2010 zugenommen haben, verraten die Werte aus dem Jahr 2015. Täglich verkehren dort durchschnittlich gut 2400 Fahrzeuge, das sind pro Minute 1,7 Autos. Nun ist zumindest eine Entspannung in Sicht.

Leitungen und Strassenbau der Gartenstrasse sind sanierungsbedürftig. Die Sanierung wird zugleich für Verbesserungen der Verkehrsführung und Gestaltung genutzt. Dazu wurde ein einheitliches Betriebs- und Gestaltungskonzept erstellt, das neben dem genannten Abschnitt zu einem späteren Zeitpunkt weitere Etappen Richtung Osten sowie auf der Sälistrasse vorsieht. Die Arbeiten im Abschnitt Engelbergstrasse/Sälistrasse beginnen im Dezember und dauern bis Ende 2017 an.

Fast ein Vierteljahrhundert

Bereits von knapp 25 Jahren wurde auf der Gartenstrasse die erste Tempo-30-Zone der Stadt Olten realisiert. Grund: die Reduktion von Fluchtverkehr aus dem Kantonsstrassennetz. Seither wurden verschiedentlich Nachbesserungen mit versetzter Parkierung, Bepflanzung, Schwellen und Optimierung von Fussgängerübergängen vorgenommen, um der Zielsetzung näherzukommen.

«Erhöhungen in den Knotenbereichen, optische Fahrbahnverengungen durch überfahrbare Wassersteine und kurzstämmige Bäume sollen jetzt für erhöhte Achtsamkeit und korrektes Tempoverhalten sorgen, ohne den Verkehr zu behindern», erklärt Stadtschreiber Markus Dietler das Massnahmenpaket.

Beim Sälischulhaus würden zudem gut gesicherte Fussgängerstreifen eingerichtet. Die Mehrkosten gegenüber einer rein technischen Sanierung belaufen sich im genannten Abschnitt auf rund 100'000 Franken.

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