Niederamt ohne Endlager

Verein Niederamt ohne Endlager will sich weiter engagieren

Das Areal liegt in der Gemeinde Däniken im Bereich einer bestehenden Kiesgrube mit Kieswerk. Es grenzt an ein Grundstück mit einem Wohnhaus. Die Erschliessung per Bahn erfordert bauliche Massnahmen. Aufgrund bestehender Gewerbebauten und Waldstücken wäre die Anlage von grösseren Siedlungsgebieten aus wenig einsehbar.

Ein möglicher Standort in Däniken

Das Areal liegt in der Gemeinde Däniken im Bereich einer bestehenden Kiesgrube mit Kieswerk. Es grenzt an ein Grundstück mit einem Wohnhaus. Die Erschliessung per Bahn erfordert bauliche Massnahmen. Aufgrund bestehender Gewerbebauten und Waldstücken wäre die Anlage von grösseren Siedlungsgebieten aus wenig einsehbar.

Der Verein Niederamt ohne Endlager (NoE) hat den Eindruck, die Regionale Partizipation an der Standortsuche für die Endlagerung von nuklearen Abfällen sei eine Alibiübung. Trotzdem werden sich seine Vertreter weiter daran beteiligen.

Zu seiner 3. GV versammelte sich der Verein Niederamt ohne Endlager (NoE) im Gewölbekeller des Restaurants Flügelrad in Olten, wo man sich in eine Felskaverne versetzt fühlen konnte. Ob der Keller aus gelbem, schwarzem oder eher rötlichem Gestein bestand, war schwer auszumachen. Urgestein war es sicher nicht.

Von den rund 250 Vereinsmitgliedern waren knapp 20 erschienen. Zwar ist die Region Olten-Aarau von der Nagra als mögliches Standortgebiet für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) ausersehen. Aber: «Viele glauben, das Lager komme sowieso nicht bei uns», sagte NoE-Präsident Urs Huber, SP-Kantonsrat aus Obergösgen. Diese sowohl in der Bevölkerung wie bei den Behörden verbreitete Ansicht sei eine Gefahr, denn: «Politisch haben wir die schlechtesten Karten: Alle anderen Nagra-Gebiete - mit Ausnahme des aus politischen Gründen kaum in Frage kommenden Wellenbergs - sind im Einflussgebiet von Deutschland.» Und Deutschland, so Hubers Befürchtung, werde ein grenznahes Schweizer Endlager mit allen Mitteln zu verhindern wissen.

Reserven anzapfen

Hinter solchen Überlegungen steckt der Argwohn, für den Standortentscheid würden am Ende keineswegs die rein sachlichen Kriterien den Ausschlag geben, die von offizieller Seite verkündet werden. «Ich bleibe dabei», sagte Urs Huber an der Versammlung, «die Standortfrage wird politisch entschieden werden und nicht sicherheitstechnisch. Darum braucht es unseren Verein.»

Die GV bestätigte den bisherigen Vorstand mit Präsident Urs Huber sowie Iris Schelbert (Stadträtin von Olten), Kassierin Isabelle Rickli (Olten), Michael Saner und Marc-André Stalder (beide Trimbach). Der Verein finanziert sich über Mitgliederbeiträge und Spenden. Das Budget 2012 sieht Einnahmen von 4000 und Ausgaben von 6000 Franken vor. Für das Defizit werden Reserven angezapft.

«Mein höchster Stundenlohn»

Hauptthema der GV waren die bisherigen Erfahrungen mit der Regionalen Partizipation im Standortgebiet Jura-Südfuss (wir berichteten). Die Berichte von Beat Hodel (Niedergösgen), Urs Huber und Katharina Laville (Niedergösgen) aus den Fachgruppen der Regionalkonferenz - Sicherheit, Oberflächenanlagen und Sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudie - fielen, nicht unerwartet, sehr kritisch aus. Unter anderem würden die Teilnehmer mit einem unglaublichen «Papierkrieg» konfrontiert. Huber stellte die hohen Entschädigungen von 300 Franken pro Mitglied und Sitzung an den Pranger: «Das ist der höchste Stundenlohn, den ich je hatte. Bei 90 Mitgliedern gibt das Kosten von 27 000 Franken pro Sitzung. »

«Bei uns überwiegt der Eindruck, es handle sich um eine Alibiübung», stellte Urs Huber fest. Aber der Verein NoE halte an seinem Entscheid fest, sich an der Regionalen Partizipation zu beteiligen: «Es wäre schlechter, nicht dabei zu sein. Wir wollen mitdenken, mitarbeiten und beobachten, was man tun kann.»

Meistgesehen

Artboard 1