Seit 20 Jahren besteht die IGöffA (Interessengemeinschaft öffentliche Arbeitsplätze Region Olten). An einer Jubiläumsveranstaltung blickten zahlreiche Vereinsmitglieder (auf ihre Erfolge) zurück und orientierten sich über aktuelle Fragen, die von Nationalrat Philipp Hadorn und dem öV-Verantwortlichen Kanton Solothurn Ludwig Dünbier angeschnitten wurden.

Die Co-Präsidenten Heinz Bolliger und Ruedi Heutschi blickten auf die Vereinsgeschichte zurück. Seit 20 Jahren setzt sich die IGöffA für die öffentlichen Arbeitsplätze und für einen guten Service public ein.

Am 1. Mai-Fest 1995 fand auf der Galerie in der Reithalle ein «konspiratives» Gespräch statt: Gegen den drohenden Abbau von Stellen in Olten (Zugpersonal, Lokführer, Rangierer, aber auch Werkstätte) müsse etwas unternommen werden. Ein Brief des Stadtrates würde wohl wenig nützen, der Widerstand müsse auf eine breite Basis gestellt. Die Idee eines Vereins war geboren. In den folgenden Monaten traf sich eine Gruppe von rund 10 Personen mehrfach und bereitete die Vereinsgründung im Bahnhofbuffet vor. 1996 zählte der Verein bereits 351 Mitglieder, Ende 1998 sogar 472 Mitglieder, der Höchststand. Die Mitgliederzahl ist seither stetig gesunken (Todesfälle, Wohnortswechsel, Nichtbezahlen des Beitrages). Heute sind es noch immer über 200 Mitglieder.

Heute müsste die IGöffA wohl nicht gegründet werden, denn in der Region hat es so viele öffentliche Arbeitsplätze wie noch nie. Ein Erfolg der IGöffA? So überheblich will die IGöffA nicht sein. Die IGöffA hat vor allem bewusst gemacht, welch grossen Stellenwert öffentliche Arbeitsplätze für Region und Kanton haben. Die Region hat doppelt so viele öffentliche Arbeitsplätze wie der Schweizer Durchschnitt. Und: Die Region Olten ist dank seiner Verkehrslage der beste Platz für Eisenbahn- und Postinfrastrukturen.

Einige Höhepunkte

Die IGöffA hat sehr viele Medienmitteilungen verfasst, durch ihre Kantonsräte Vorstösse eingereicht und öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. So kam im letzten Jahrtausend Bahnchef Benedikt Weibel nach Olten und konnte/musste viele Anregungen mitnehmen. Auch Postchef Ulrich Gygi hatte 2001 ein Referat mit Podiumsgespräch.

Die IGöffA fragte sich 2012, ob es sie noch brauche, wenn es doch so viele öffentliche Arbeitsplätze hat. Doch bleibt es so? Ein Verein wäre schnell aufgelöst, aber bei Bedarf nicht so einfach wieder zu gründen. Nun hat der Verein eher auf Stand-by geschaltet, aber mit dem Weissensteintunnel, dem Läufelfingerli und den Poststellenschliessungen genügend Kampfthemen.

Jubiläumsredner Nationalrat Philipp Hadorn nannte Olten das Herz des Service public, aber dieser befinde sich im Gegenwind. Was Service public ist und leisten soll, hätte im Parlament definiert werden sollen, doch im Nationalrat hat die Mehrheit Nichteintreten beschlossen. Immerhin habe die Schweiz mit FABI, Gotthard und auch NAF grosse Projekte der Infrastruktur stemmen können. Der Spardruck auf die öffentliche Hand sei heute gross, doch eine gute Infrastruktur sei zwingend.

Ludwig Dünbier, schon mehrfach zu Gast bei der IGöffA, breitete einige Planungspunkte aus. Der Weissenstein-Tunnel werde nun saniert. Doch dies bedinge eine Schliessung. Und es gelte, die Bahnbenützer bei der Stange zu halten. Beim Läufelfingerli seien die Baselbieter-Entscheide massgebend. Die S-Bahn Olten–Aarau komme mit einem Halbstundentakt 2019. Zu diskutieren gebe das Buskonzept OGG an verschiedenen Punkten.