Kuriere auf Rädern

Velolieferdienst Collectors hat in Olten eine Zukunft

Die beiden Geschäftsführer Tobias Vega und Matthias Tschopp vom Velohausliefer­dienst Collectors Olten.

Velolieferdienst Velohauslieferdienst Veloauslieferdienst Collectors Olten

Die beiden Geschäftsführer Tobias Vega und Matthias Tschopp vom Velohausliefer­dienst Collectors Olten.

Das Velolieferdienst ist nach bald zwei Jahren fest in der Stadt etabliert. Der Einsatz in der Coronakrise hat dazu beigetragen.

Seit einer Woche beschäftigt der Velolieferdienst Collectors wieder Personen aus Integrationsprojekten. Das soziale Unternehmen war für seine Kunden, das Gewerbe und Privatpersonen nie nützlicher als in der Coronakrise.

Paradoxerweise konnte es jedoch gerade in dieser Zeit sein Personal nicht einsetzen, weil die Sozialdienste und das RAV die Beschäftigungsprogramme eingestellt hatten. «Nun empfangen wir aber schrittweise wieder Leute, die bei uns Erfahrung sammeln, bevor sie es wieder in die erste Arbeitswelt schaffen.»

Weniger Personal, aber mehr Arbeit

Zu Beginn des Lockdowns hat sich die Anzahl Aufträge beim Veloliederdienst fast über Nacht verdoppelt. «Wir haben die Anfragen dank zahlreicher Freiwilligen und unserer Zivildienstleistenden stemmen können», sagt Tobi Vega, Co-Geschäftsführer von Collectors (wir berichteten). Er glaubt aber, dass nun die Nachfrage wieder abnehmen wird – jetzt wo die Geschäfte wieder geöffnet und nicht mehr so dringlich auf Hausliederdienste angewiesen sind.

Er macht sich aber keine Sorgen um die Zukunft des Unternehmens. Der Lockdown habe viel zur Sichtbarkeit der Velokuriere beigetragen, die auf E-Cargo-Bikes durch Olten fahren. «Ich denke, wir haben das Eis gebrochen. Privatpersonen haben vermehrt gesehen, dass sie sich lokale Produkte nach Hause liefern lassen können.Und das Gewerbe hat ebenfalls das Angebot kennengelernt.»

Tobi Vega geht davon aus, dass zahlreiche Betriebe, die eigenständige Hauslieferdienste hochgefahren haben, dies wieder an Anbieter wie Collectors auslagern werden. Er glaubt auch, dass die Leute weiterhin Lieferdienste nutzen, auch wenn sie jetzt das Haus wieder verlassen können. «Daher war die Coronakrise für uns ein Gewinn: Die Leute nehmen uns nun mehr wahr.»

In zwei Jahren selbsttragend

Demzufolge hat die Coronakrise den wirtschaftlichen Kurs des Unternehmens nicht verändert. Im vergangenen Jahr feierte das Unternehmen sein einjähriges Bestehen. Die Geschäftsführer Tobi Vega und Matthias Tschopp sagten damals gegenüber dieser Zeitung, sie hofften 2021 selbsttragend zu werden. «Das sollten wir schaffen», sagt Vega heute. Allerdings muss das junge Unternehmen noch verschiedene Hürden nehmen: Denn der Betrieb an sich ist kaum selbsttragend.

«Wir müssen das festigen, was wir jetzt erreicht haben und Reserven schaffen.» Der Fuhrpark etwa muss regelmässig gewartet werden. Die Geschäftsführer sind deshalb weiterhin im Gespräch mit möglichen Sponsoren. «Wir haben  etwa mit dem Oltner Gewerbe verein eine enge Zusammenarbeit», erklärt Vega.

Für ihn habe die Krise auch gezeigt, dass Collectors das Potenzial habe,  zu einer Art Service Public in der Stadt zu werden. «Gerade bei älteren Menschen oder Risikogruppen waren wir extrem wichtig.»

Meistgesehen

Artboard 1