Bahnhof Olten
Unterführung zweimal unter Wasser - und es gibt kein Mittel gegen nasse Füsse

Innert Monatsfrist lagen Teile des Bahnhofs Olten zweimal unter Wasser; dagegen sei kein Kraut gewachsen, sagen die Verantwortlichen.

Urs Huber
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Bereits im Juni gabs nasse Füsse auf dem Bahnhof, wie unser Bild damals zeigte.

Bereits im Juni gabs nasse Füsse auf dem Bahnhof, wie unser Bild damals zeigte.

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Bahnhöfe sind Ort, wo Züge pünktlich – mal mehr, mal weniger – ankommen und abfahren, dienen als Einkaufsgelegenheit, Treffpunkt, Transitgebiet. Das ist beim Bahnhof Olten nicht anders. Aber innert Monatsfrist hat dieser auch noch dafür gesorgt, dass seine Nutzer zu nassen Füssen kamen; unfreiwillig, versteht sich. Meteorologischen Konditionen hatten dafür gesorgt.

Im Juni waren ergiebige Regenfälle innert Kürze Ursache dafür, am Montag vermochte die Kanalisation den Wassermassen nicht zu schlucken, sodass Wasser unter dem Schachtdeckel hervorquoll. Dieser liegt notabene auf städtischem Boden; der fragliche Abschnitt des aareseitigen Unterführungteils ist nämlich nicht Hoheitgebiet der SBB, sondern der Stadt Olten.

Gewaltige Regenmengen

Im Juni vermochten Dachrinnen und -abläufe des Bahnhofgebäudes das niederprasselnde Regenwasser aus den Gewitterwolken nicht zu schlucken, was letztlich zur Überschwemmung und zu Schäden an der Infrastruktur führte, die bis heute nicht vollständig behoben werden konnten.

Die SBB hat auf diesen Umstand reagiert und liess sämtliche Abläufe und Rinnen spülen, weil man davon ausging, dass diese nicht überall frei von Unrat waren, wie SBB Pressesprecher Christian Ginsig auf Anfrage erklärte.

Offenbar blieben die Bemühungen nicht ohne Erfolg. Am Wochenende passierte nichts dergleichen. «Wir konnten das Phänomen jedenfalls nicht beobachten», wie Ginsig sagt. Allerdings trug der heftige Wind den Regen auch unters Dach beim Busbahnhof und von dort via Fussgängerrampe in die Martin Disteli-Unterführung. «Das ist sicher auf die besonderen meteorologischen Umstände zurückzuführen; enorme Regenmengen und starker Wind», so Ginsig weiter. Das Phänomen sie üblicherweise aber nicht zu beobachten.

Nicht für solche Verhältnisse

Auf die besonderen Witterungsumstände führt Adrian Balz, Leiter Baudirektion, auch die Tatsache zurück, dass der betreffende Gullydeckel durch die enormen Wassermassen angehoben wurde und Kanalisationswasser durch die Unterführung Richtung Aare floss. «Wenn so viel Regen in so kurzer Zeit fällt, vermag die Kanalisation die Wassermassen nicht zu schlucken. Durch den enormen Wasserdruck werden die Gullys angehoben und das Wasser tritt aus», erklärt Balz weiter.

Dagegen lasse sich nichts machen. «Das sind die Folgen extremer Wetterphänomene, für welche die Kanalisation eben nicht ausgelegt ist», so der Leiter Baudirektion. Immerhin: Zu grösseren Schäden kams am Sonntagabend nicht.

Kein Mittel gegen nasse Füsse also auf dem Bahnhofareal. Wenn der Wettergott will, überfordert er alle Infrastruktur.

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