Gunzgen
«Unserer Gemeinde geht es finanziell recht gut» – Steuerfuss wird dennoch bei 108 Prozent belassen

Die Gunzger Gemeindeversammlung verabschiedet mit einem Minus von rund 31'000 Franken ein leicht defizitäres Budget.

Urs Amacher
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Bruno Kissling

Haupttraktandum der Versammlung der Einwohnergemeinde Gunzgen vom Mittwoch war der Voranschlag 2021. Gemeindeverwalter Marco von Arx präsentierte den 38 in der Rüeblihalle anwesenden Stimmberechtigten die wichtigsten Zahlen. Für das kommende Jahr rechnet man bei einem Aufwand von 7,252 Mio. Franken und einem Ertrag von 7,221 Mio. Franken mit einem Defizit von 31'389 Franken. Dieses Minus, knapp 1 Prozent des Gemeindesteuersatzes, wird als vertretbar angesehen.

Steuereinnahmen sind 4,700 Mio. Franken budgetiert. Hierzu tragen die natürlichen Personen 3,890 Mio. Franken bei, die juristischen Personen 0,550 Mio. Franken. Da «Corona» erst im Jahre 2022 spürbar werden wird, rechnet man für das Jahr 2021 noch mit der fast gleichen Summe wie im Vorjahr. Hingegen auswirken dürfte sich bei den juristischen Personen die Unternehmenssteuerreform, weshalb der voraussichtliche Betrag von 0,53 Mio. um 30'000 Franken auf 0,50 Mio. Franken gesenkt wird.

Den Gemeinden sind die Bildung und das Soziale als Kernaufgaben zugewiesen. Auf der Ausgabenseite machen sie denn auch netto 2,521 Mio. Franken und 1,395 Mio. Franken aus, was gut drei Viertel der Nettoaufwendungen entspricht. Gunzgen profitiert vom kantonalen Finanzausgleich ebenso wie von der Abfederung der Unternehmenssteuerreform (STAF).

Das Verwaltungsvermögen ist bis zu einem geringen Rest abgeschrieben. Gemeindepräsident Hansruedi Krähenbühl stellte zusammenfassend fest. «Unserer Gemeinde geht es finanziell recht gut. Wir lassen uns aber auch nicht auf die Äste hinaus.» Deshalb wird der Gemeindesteuerfuss auf 108 Prozent, belassen, bleibt also im Vergleich zum kantonalen Durchschnitt von 117 Prozent moderat. Die Versammlung hiess das vorliegende Budget ohne Diskussion und unisono gut.

Ebenso diskussionslos und einstimmig segneten die Anwesenden die übrigen Geschäfte ab. Mit den bewilligten Krediten können im Schulhaus in einer letzten Etappe die sanitären Anlagen saniert und die Möbel ersetzt werden. Die Verwaltung erhält eine neue Software, die gemeindeeigenen Flurwege werden in Stand gestellt und die Landumlegung abgeschlossen.

Bis dahin hat Gunzgen für diverse Amtshandlungen nichts verlangt, was zu einem gewissen Tourismus führte. Neu erhält die Gäuer Gemeinde deshalb eine Gebührenordnung für die Kanzlei; die Taxen sind denen der Region angepasst. Schliesslich waren die Genehmigung des angepassten Reglements über die Schulzahnpflege und des neuen Reglements über den schulärztlichen Dienst auch nur noch Formsache.

Präsident Krähenbühl orientierte noch darüber, dass der neue Turnhallenboden auch nach Nachbesserungen die erforderlichen Qualitätskriterien nicht erfüllt und saniert werden muss. Die Gemeinde hat vorsorglich einen Rechtsanwalt beigezogen. Da auch unter dem Tagungspunkt Verschiedenes niemand das Wort verlangte, war die Veranstaltung bereits nach 35 Minuten vorbei.