Die Eindrücke bei seinem Besuch der Flüchtlingsunterkunft in Gheid hatten ihn dazu bewogen: Eine Sammlung von Material unterschiedlicher Verwendung sollte den Flüchtlingen in der ALST-Unterkunft im Oltner Gheid aus dem Gröbsten heraushelfen. Küchenware, Kleider, Spielsachen, was der Mensch zum Leben halt so braucht.

«Unkompliziert sollte es sein», beschreibt Luc Nünlist, Initiant der Sammlung, die Aktion. Flugs waren Mitte letzter Woche ein Facebook-Eintrag und ein Flyer hergerichtet.

Rund die Hälfte erschien

Und: Schon am Samstag konnte auf der neuen Holzbrücke im Gheid das Sammelgut ausgelegt werden, die Flüchtlinge sich bedienen. «Rund die Hälfte von ihnen ist zum kleinen Markt erschienen», berichtet Nünlist, «vielleicht ihrer 40».

Ein paar hätten noch im Auftrag von andern Schicksalsgenossen, die in der Unterkunft verblieben waren, Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen gesucht. Die ganze Aktion sei sauber über die Bühne gegangen, so der Initiant, der mit einer Handvoll Helfern sein Ding durchgezogen hatte: ohne Hektik, ohne Drängelei, ohne laute Worte.

«Wir wurden sogar gefragt, ob das eine oder andere auch noch mitgenommen werden dürfe», erzählt der Initiant weiter. Freude hätten die Bewohner der Unterkunft gehabt, Dankbarkeit sei von deren Augen abzulesen gewesen.

«Uns war halt wichtig, dass die gesammelte Ware den Menschen hier in Olten zugutekommt», sagt Nünlist.

Rund 20 Paar Schuhe konnten auf der Brücke vermittelt werden, daneben Sportbekleidung, Gesellschaftsspiele, Küchenware. «Ein Teekocher war auch dabei, besonders beliebt bei den Menschen dort», sagt Nünlist.

Leider stand nur spärlich Winterbekleidung im Angebot; irgendwie verständlich in dieser Jahreszeit, wie Nünlist sagt. Socken gehörten ebenfalls zur Mangelware. Unterwäsche fehlte praktisch vollständig.

Ebenso verständlich. Letzteres bringt Nünlist spontan auf eine neue Idee. «Wir werden im Galicia ein Kässeli aufstellen und mit dem Erlös entsprechend Unterwäsche beschaffen», meint er.

Apropos Galicia übrigens: Alle, die letzte Woche Sammelgut vorbeibrachten, hatten ein Bier der Hausmarke Drei Tannen frei. Nünlist lächelt. «Das Bier war bestimmt nicht der Motivationspunkt.» Viele Spenderinnen und Spender hätten einfach die Ware vorbeigebracht, ohne sich um das versprochene Bier zu scheren.

Menschlicher Austausch

«Ich fand, neben aller Hilfe, auch den menschlichen Austausch wichtig», beschreibt der Student seine Absicht. Will heissen: Menschen vor Ort helfen Menschen vor Ort. Und die Zahl der Mitwirkenden habe ihn überrascht.

Auch die Art des Sammelguts gab zu keinerlei Beanstandungen Anlass. «Alles war sauber und komplett; nichts war defekt», resümiert er. Und selbst der Umstand, dass sogenannte Gesellschaftsspiele mit dabei waren, freut ihn und seine Mithelfer. «Es hilft auf jeden Fall die Zeit zu vertreiben», meint er.

Nünlist hat es den potenziellen Spendern bezüglich Bedarfsartikel auch leicht gemacht. «Sie haben nur, was sie auf dem Leib tragen», hat er in seiner Botschaft geschrieben.

Und: «Stellt euch vor, ihr müsstet im Bunker überwintern, was würdet ihr mitnehmen? Spielkarten, Kleider und Schuhe, einen Fussball, Handschuhe, genügend Unterhosen und Socken. Genau das sammeln wir, um den Betroffenen diese Zeit zu erleichtern.»

Nünlist und seine Entourage sind quasi am Ziel angelangt. Deren Anspruch, die Aktion ohne langes Hin und Her und bürokratisches Ringen über die Bühne zu bringen, ist befriedigt. Nun wartet, wie gesagt, die Aktion Unterwäsche. Es würde einen wundern, wenn da nicht auch ein Bier für die Spender drinläge.