Olten
Unerwarteter Heimsieg: Bruno Kamber wird zum vierten Mal Bundesmeister

Der Lokalmatador Bruno Kamber wird nach 1998, 2001 und 2007 zum vierten Mal Bundesmeister im Schach.

Markus Angst
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Bruno Kamber (rechts) in der Partei gegen Achim Schneuwly.

Bruno Kamber (rechts) in der Partei gegen Achim Schneuwly.

Markus Angst

Das Bundesturnier in Olten endete mit einer veritablen Überraschung: Der 53-jährige Lokalmatador FM Bruno Kamber, lediglich die Nummer 8 unter den Titelberechtigten im Hauptturnier I, wurde zum vierten Mal nach 1998, 2001 und 2007 Bundesmeister.

Dass ein Mitglied des eigenen Vereins den Titel holte, war das Sahnehäubchen für den das Bundesturnier zum dritten Mal organisierenden Schachklub Olten, der mit total 348 erfreulich viele Spieler(innen) im Hotel «Arte» begrüssen durfte.

Bruno Kamber kam als einziger Schweizer auf 51⁄2 Punkte aus sieben Runden und belegte im HT I hinter den vier nicht titelberechtigten ausländischen Grossmeistern Christian Bauer (Fr), Michail Kazakow (Ukr), Dejan Pikula (Ser) und Mihajlo Stojanovic (Ser) als Startnummer 14 den ausgezeichneten 5. Rang. Er verlor einzig gegen Kazakow, remisierte gegen Stojanovic und gewann die fünf restlichen Partien gegen Schweizer Spieler.

Darunter die alles entscheidende in der Schlussrunde gegen den 107 ELO-Punkte mehr aufweisenden FM Aurelio Colmenares (Genf). Derweil gaben die nach sechs Runden noch mit Kamber punktgleichen Bundesmeister-Anwärter im letzten Durchgang Punkte ab. IM Branko Filipovic (Basel) verlor gegen Bauer, FM Fabian Bänziger (Pfäffikon/SZ) und FM Niklaus Giertz (Muttenz), Bundesmeister von 2008, trennten sich im direkten Duell unentschieden. Und Titelverteidiger IM Andreas Huss (Lausanne) unterlag Kazakow.

«Alle spielten für mich»

«In der letzten Runde haben alle für mich gespielt – inklusive mein Gegner, der ein Figurenopfer vor seinem König zuliess», kommentierte Bruno Kamber sein Glanzresultat. Er zeigte sich selber am meisten überrascht über den vierten Bundesmeister-Titel: «Nach 21⁄2 Punkten aus den ersten vier Partien war es nicht mehr realistisch, damit zu rechnen.»

Hinter Kamber, der auch als sechsfacher Sieger der mittlerweile nicht mehr ausgetragenen Coupe Suisse in den Annalen des Schweizerischen Schachbundes (SSB) zu finden ist, holten Filipovic und Bänziger die Preise für den zweit- und drittbesten Schweizer.

Mit den beiden je 4 Punkte aufweisenden Roland Senn und Kevin Jaussi sowie dem 31⁄2 Punkte holenden Junior Oliver Angst hatten drei weitere Spieler des Schachklubs Olten Grund, mit ihren HT-I-Resultat zufrieden zu sein.

Weitere Oltner Spitzenplätze

Zwei SKO-Spieler holten in ihrer Kategorie gar Bronze: Fritz Jäggi mit 31⁄2 aus 5 im Seniorenturnier II und der 14-jährige Erik Nicolas Hänggi mit ebenfalls 31⁄2 aus 5 im erstmals ausgetragenen Hobbyturnier für Spieler unter 1400 ELO, das 20 Teilnehmer am Start sah. Nur knapp verpasste Stefan Boog das Podest des Hauptturniers III: Punktgleich mit dem Zweitplatzierten landete er mit 51⁄2 aus 7 nur wegen der schlechteren Zweitwertung auf dem undankbaren 4. Platz. Bester Oltner im Hauptturnier II wurde Paul Niederer als 18. mit 41⁄2 aus 7.
Deutlich mehr Teilnehmer als vor drei Jahren an gleicher Stätte, der Bundesmeister aus den eigenen Reihen, diverse weitere Topresultate, ein gediegene Simultanvorstellung von FM Fabian Bänziger zur Eröffnung, gut besuchte Vorstellungen des Schachfilms «Magnus» im Studiokino «Lichtspiele» – der Schachklub Olten hat allen Grund, eine rundum positive Bundesturnier-Bilanz zu ziehen.