Fulenbach
Unbestritten: Das baufällige Christoffelhaus wird verkauft

Eine schmal besuchte Gemeindeversammlung heisst in Fulenbach sämtliche Geschäfte gut. Die Liegenschaft Dorfstrasse 20 wird also veräussert und geht an die meistbietende Partei.

Urs Huber
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Das Christoffelhaus an der Dorfstrasse in Fulenbach kann verkauft werden.

Das Christoffelhaus an der Dorfstrasse in Fulenbach kann verkauft werden.

Urs Huber

Baufällig, kein Eigenbedarf. In etwa so begründete der Gemeinderat Fulenbach seine Verkaufsabsichten bezüglich der Liegenschaft Dorfstrasse 20, dem sogenannten Christoffelhaus. Und natürlich: Es gebe Kaufinteressenten, ihrer vier an der Zahl.

«Man muss schon sehen: Das Grundstück ist kein einfaches, das Haus ist einseitig mit einer andern Liegenschaft verbunden und an sich abbruchreif», so Gemeindepräsident Thomas Blum zu den Seinen. Der Verkauf war, was manche unter den lediglich 21 anwesenden Stimmberechtigten doch leise überrascht haben mag, völlig unbestritten.

Bauvorschriften lassen keine Experimente zu

Lediglich die Frage, inwiefern die Gemeinde allenfalls aus Rücksicht auf das Ortsbild eine Vorstellung über die Zukunft der Liegenschaft hege, tauchte auf. Die Bauvorschriften in dieser Zone würden eigentlich keine Experimente zulassen, so Blum.

Das war’s dann schon. Einstimmig befürwortete die Versammlung den Verkauf, aus dem ein Erlös von über 300'000 Franken erwartet wird. Die Liegenschaft Dorfstrasse 20 wird der meistbietenden Partei zufallen; eine Bedingung, die ebenfalls im Antrag des Rates explizit Erwähnung fand.

Die einzige Gegenstimme des Abends

Der Einführung der subjektfinanzierten familienergänzenden Kinderbetreuung erwuchs zwar keine Opposition, war aber das einige Geschäft, welches nicht einstimmig verabschiedet wurde. Künftig wird sich die Gemeinde an den Betreuungskosten beteiligen, indem sie die Vergütung direkt dem Leistungserbringer, also der Kindertagesstätte oder der Tagesfamilie überweist. Der Rat erwartet aktuell rund 6500 Franken an Aufwendungen.

Covid brachte zwar viele Einschränkungen, finanziell aber vermeldet Fulenbach ein erfreuliches Ergebnis. Anstelle eines Aufwandüberschusses von knapp 80'000 Franken resultierte schliesslich ein Ertragsüberschuss von knapp 370'000 Franken. Allerdings öffneten die Verantwortlichen auch in Fulenbach – eigentlich wie überall – sinnbildlich schon mal vorbeugend den Regenschirm, wenn auch unter klarem Himmel:

«Ohne die Auflösung von Neubewertungsreserven hätte der Rechnungsabschluss lediglich knapp positiv gelautet»,

so Finanzverwalter Jörg Nützi. Gut zu wissen: Zwischenzeitlich verfügt Fulenbach über Reserven von gut 4 Mio. und Eigenkapital von 3,4 Mio. Franken. «Ein beruhigendes Polster für die Zukunft», hatte Nützi in der Botschaft festgehalten.

Auch die Spezialfinanzierungen schnitten zufriedenstellend ab. Lediglich Abfallbeseitigung und Forstwesen schlossen leise defizitär. Einstimmig gutgeheissen wurden auch die Rechnung der Elektra Fulenbach (+ 72200 Franken) sowie die der Sozialregion Untergäu und der Wasserversorgung Wolfwil-Fulenbach. Ebenso einstimmig wie alle andern traktandierten Geschäfte.