Olten
Umsatzeinbussen bis zu 50 Prozent an der Solothurnerstrasse

Nicht wenige Geschäfte und Betriebe leiden unter den Bauarbeiten an der Solothurnerstrasse. Arg getroffen hats die Bäckerei Felber; seit zwei Wochen macht sie jeweils nachmittags dicht.

Urs Huber
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Enge Passagen wirken an der Solothurnerstrasse wenig einladend.

Enge Passagen wirken an der Solothurnerstrasse wenig einladend.

BRUNO KISSLING

Seit Anfang Juni bis etwa Mitte Dezember wird der Abschnitt der Solothurnerstrasse zwischen Leberngasse und Ringstrasse eine Baustelle sein. Die Oberfläche wird von Fassade zu Fassade neu erstellt, die Kanalisation sowie ein Teil der bestehenden Werkleitungen (Strom, Gas, Telefonleitungen und Fernsehkabel) werden erneuert. Dabei wird das Gestaltungskonzept Innenstadt umgesetzt, welches mehr Platz für den Langsamverkehr vorsieht und das Trottoir verbreitert.

Ungern gesehen

Baustellen aber werden ungern gesehen; vor allen beim Gewerbetreibenden und deren Kundschaft. Das ist auch an der Solothurnerstrasse nicht anders, wie ein Kurzbesuch bei einigen Betrieben zeigt. Besonders arg tangiert von der baulichen Situation ist die Bäckerei-Konditorei Felber, welche seit zwei Wochen nachmittags ab 13 Uhr dichtmacht. Der Umsatz liegt rund 50 Prozent hinter jenem der Vorjahresperiode zurück. «Da macht es wenig Sinn, bei ausbleibender Kundschaft Personal aufzubieten», so ein Firmensprecher. Die derzeitige Regelung werde bis auf weiteres beibehalten; allenfalls bis zur Aufhebung der Baustelle.

Nicht ganz so arg getroffen ist die Vinothek Hübeli. «Spürbar ist die Baustelle im Geschäftsgang natürlich schon», sagt Besitzer Thorsten Studer. Abends setze sich eher niemand vors Haus, wenn die Umgebung den Charme einer Baustelle versprüht. Hinzu kommt, dass sich das heisse Wetter auch nicht unbedingt belebend aufs Geschäft auswirkt. Die Anstösser seien gut, wenn auch zeitlich ein bisschen knapp über das Vorhaben und die Arbeitsetappen orientiert worden. Und die Verantwortlichen auf der Baustelle würden auch, soweit möglich, Rücksicht auf die Anstösser nehmen. «Man muss halt leben mit der Situation, meint Studer.

Auch Star-Imbiss leidet

Von einer geringeren Frequenz im Betrieb berichtet auch Mücahit Karatas vom Star-Imbiss. Vor allem der Wegfall von Aussensitzplätzen schlägt zu Buch. «Im Sommer wollen die Leute eben eher draussen sitzen», meint er. Der Umsatz im Star-Imbiss ist knapp um die Hälfte zurückgegangen. Sicher gehöre die Ferienzeit nicht zu den umsatzstärksten, aber ein Teil des Rückgangs sei sicher auch auf die Baustelle zurückzuführen, meint Karatas, und räumt immerhin ein: «Wenn überall gebaut wird, ist das halt auch ein Zeichen dafür, dass ‹es› läuft.

Grossanlässe: eher ein Problem

«Natürlich wirkt die Baustelle nicht unbedingt belebend fürs Geschäft», meint auch Lea Dätwyler vom Kaufhaus Krone. Aber irgendwann müssten solche Arbeiten eben ausgeführt werden. «Nach Abschluss der Bauarbeiten sehe alles wieder schön und ordentlich aus. «Meiner Ansicht nach sind die Arbeiten sehr gut terminiert worden», so die Geschäftsführerin weiter. Das Einvernehmen mit den Bauarbeitern sei sehr gut, der gegenseitige Informationsaustausch klappe ausgezeichnet. Ein weit grösseres Dilemma ortet Lea Dätwyler eher in den Grossveranstaltungen wie etwa jene der Chilbi. Da fallen erfahrungsgemäss über eine längere Zeit viele Parkplätze weg, die üblicherweise genutzt werden können. «Fürs Kaufhaus Krone, welches auch auf viele auswärtige Kunden zählen kann, ist es schon entscheidend, dass die Kunden möglichst auf einfachem und auch gewohntem Weg einen Parkplatz finden», meint sie.

Wenig bis gar nicht berührt wird das Reisebüro Seven Tours von Selahattin Duran, der sich aber grundsätzlich über die vielen Baustellen wundert; nicht nur über solche auf städtischem Gebiet. Der Rückgang der Besucherfrequenz aber halte sich in Grenzen. Duran kann, wie er sagt, auf viele Stammkunden zählen. «Sie finden den Weg hierher auch so», lächelt er überzeugt.