Umfrage

Umgang mit Schulen- und Kitaschliessung: «Home-Office» lautet das Zauberwort für Firmen

Die Firmen bedienen sich hauptsächlich des Home-Office. (Symbolbild)

Die Firmen bedienen sich hauptsächlich des Home-Office. (Symbolbild)

So gehen Unternehmen im Kanton Solothurn mit Eltern um, die ihre Kinder für mehrere Wochen nun nicht mehr in die Schule oder die Kita geben können.

Zuerst schloss der Bundesrat die Schulen, zwei Tage später verkündete der Kanton Solothurn, dass auch Kindertagesstätten zu bleiben müssen. Das war am Sonntag. Wie gehen Unternehmen im Kanton damit um, wenn Eltern aufgrund der nun fehlenden Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssen? Diese Zeitung fragte nach.

Grundsätzlich gilt: Eltern haben drei Tage lang Zeit, eine Betreuung für ihre Kinder zu organisieren – der Arbeitgeber muss nur entgegenkommen, wenn Eltern nachweisen können, dass dies für sie schlicht nicht möglich war. Das dürfte angesichts der aktuellen Lage, die den Alltag vieler auf den Kopf stellt, sehr schwierig sein. Die Umfrage zeigt nun aber: Obwohl die befragten Firmen allesamt über kein internes Betreuungsangebot verfügen, konnte die von einem auf den andern Tag veränderte Situation gut gemeistert werden.

Jura Niederbuchsiten: «Flexible Arbeitsmodelle helfen»

Der Solothurner Kaffeevollautomaten-Spezialist Jura in Niederbuchsiten kann mit der Situation aufgrund seines flexiblen Arbeitsmodells so weit gut umgehen, erklärt Meinrad Kofmel, Kommunikationschef von Jura, auf Anfrage. Von der Schulen- und Kitaschliessung seien im Unternehmen bis jetzt nur sehr wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt betroffen. Das Unternehmen zeige sich in diesen Fällen aber kulant: Hier helfe das flexible Arbeitsmodell von Jura. Lösungsansätze seien zum Beispiel die Kompensation der Abwesenheit mit Überzeit oder das Arbeiten im Home-Office.

Für Kofmel ist zudem klar: «Die Gesundheit geht vor.» Jura hält sich an die Vorgaben von Bund und Kanton und setzt die empfohlenen Verhaltensregeln um. So würden Meetings auf ein Minimum reduziert und stattdessen Telefonkonferenzen abgehalten. Bei allfälligen Fragen zu den Maschinen stehe weiterhin der telefonische Kundendienst zur Verfügung.

Schaffner Luterbach:«Es gibt Lösungen für alle»

Auch das Elektrizitätsunternehmen Schaffner in Luterbach befindet sich momentan noch in keiner Notlage und setzt seit Montag mehrheitlich auf Home-Office, ist auf Anfrage zu erfahren. Was die nächsten paar Wochen angeht, zeigt sich CEO Marc Aeschlimann trotz allem zuversichtlich: «Es ist eine aussergewöhnliche Situation, es gibt aber bestimmt für alle eine Lösung».

Von der Schliessung der Kitas und Schulen im ganzen Kanton sind auch bei Schaffner nur wenige Personen betroffen. Mit diesen hat man laut Aeschlimann jeweils nach individueller Absprache eine Lösung gefunden. Die meisten der Betroffenen hätten sich beispielsweise so organisieren können, dass ein Elternteil jeweils zu Hause bleibe. Man achte insgesamt darauf, die Mitarbeitenden in der Bewältigung der neuen Situation bestmöglich zu unterstützten.

CWA Olten: «Organisatorisch eine grosse Herausforderung»

Das Seilbahnkabinenunternehmen CWA in Olten sieht laut Marketing und Sales Manager Christoph Grob die neue Organisation als Herausforderung für die IT- und die HR-Abteilungen des Unternehmens an. Bei Eltern, die aufgrund der Kitaschliessungen zu Hause bleiben müssten, würde man ebenfalls jeden Einzelfall individuell absprechen. Es gab beispielsweise den Fall einer Mitarbeiterin, die ihre Kinder normalerweise in die Obhut einer Kita übergab und 50 Prozent ihrer Arbeitszeit vor Ort, 50 Prozent im Home-Office gearbeitet hatte. Sie arbeite nun 100 Prozent im Home-Office und man habe ihr zusätzlich mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten eingeräumt.

Je nach Situation müsse man zuerst ausprobieren, wie es funktioniere und die Vorgehensweise zu späteren Zeitpunkten allenfalls anpassen.
Auch bei CWA sind die vom Bund vorgeschriebenen Massnahmen Alltag. Innerhalb der Firma wurde die strikte Einhaltung von zwei Metern Abstand verordnet oder zeitlich versetztes Arbeiten im Büro eingeführt. In Bezug auf die Gesamtsituation hebt Grob positiv hervor, dass die Mitarbeitenden viel Verständnis zeigten und offen auf die neuen Modelle reagierten.

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