Entlastungsprojekt
Umfahrung Olten wird am 24. April 2013 feierlich eröffnet

Was Mitte Jahr 2008 begann, endet früher als geplant. Die Bauarbeiten für die Entlastung rund um Olten sind praktisch fertig. Am 24. April 2013 ist Eröffnung.

Urs Huber
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Am renaturierten Dünnernabschnitt (rechts der Altlauf) wird im nächsten Jahr weitergebaut

Am renaturierten Dünnernabschnitt (rechts der Altlauf) wird im nächsten Jahr weitergebaut

Hansruedi Aeschbacher

Nach knapp 5-jähriger Bauzeit wird die Entlastungsstrasse Region Olten am 24. April 2013 feierlich eröffnet. Dies, nachdem im Juni 2012 das erste Teilstück zwischen Rickenbach und der Usego Olten dem Verkehr übergeben wurde und Anfang November das nächste Teilstück (Usego–Rötzmatt) ebenfalls eröffnet wird.

Die Bevölkerung wird Anfang April zu einem Tag des offenen Tunnels eingeladen, wie Markus Spring, stellvertretender Gesamtprojektleiter, am Mittwoch erklärte.

Trinkwasserqualität sichergestellt

Im Zentrum der Medienkonferenz aber standen die Situation rund um die ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen (AEM) und jene zu Massnahmen des Verkehrsmanagements im Hinblick auf die Eröffnung der Entlastung Region Olten (ERO). Nach einem Bauunterbruch werden die Bauarbeiten an der Dünnern für die AEM zwischen Olten und Wangen im kommenden Jahr fortgesetzt. Grund für den im Mai 2012 angeordneten Baustopp: Kurz vor der Fertigstellung des neuen Dünnerngerinnes im Dezember 2011 wurde durch ein Hochwasser der Schutzdamm zur Baustelle durchbrochen und das noch im Bau befindliche rohe Gerinne geflutet.

Das führte zu einer erhöhten Infiltration des Dünnernwassers in den Grundwasserstrom, da die natürliche Abdichtung der Bachsohle (Kolmation) noch nicht ausgebildet war. Resultate der Grundwasserüberwachung, die bereits ein Jahr vor Baubeginn der AEM eingerichtet worden war: Der Grundwasserspiegel war angestiegen. Eine qualitativ relevante Beeinflussung der Grundwasserbeschaffenheit im Bereich der Trinkwasserfassungen Gheid konnte aber zu keiner Zeit beobachtet werden. Um aber jedes Risiko auszuschliessen, wurde durch die Bauherrschaft ein Bauunterbruch angeordnet und das Projekt überprüft.

Mit dem Mitte Juli 2012 durchgeführten Markierversuch (die Dünnern war für kurze Zeit rot eingefärbt) konnte im Bereich der Trinkwasserfassungen keine Beeinflussung des Grundwasserträgers festgestellt werden.

Naturnahe Ufersicherung

Dem Schutz des Trinkwassers wird aber oberste Priorität eingeräumt. Um den Einfluss der Dünnernrevitalisierung auf das Grundwasser weiter zu minimieren, werden deshalb am Südufer der AEM, gegenüber dem ursprünglichen Projekt, zusätzlicher Erosionsschutz und weitere Massnahmen zur Beschleunigung der natürlichen Kolmatierung realisiert. Dies wird durch eine naturnahe Ufersicherung erreicht. Zusätzlich wird das Grundwasser weiterhin auch im Sinne einer Wirkungskontrolle intensiv überwacht. «Die Arbeiten an den ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen werden im 1. Quartal 2013 fortgesetzt», so Thomas Pareth, Leiter Realisierung.

Die Dünnern wird bekanntlich zwischen Olten und Wangen auf einer Länge von ca. 900 m, als ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen AEM im Rahmen der ERO und unter Berücksichtigung der Hochwassersicherheit, revitalisiert.

Fragen des Verkehrsmanagements

Für ein funktionierendes Verkehrsmanagement ist das zur Verfügung stehende Angebot an Fahrraum massgebend. Der Grundsatz lautet: Es dürfen nur so viele Fahrzeuge in die zentralen Strassenabschnitte einfahren, wie darin verkraftet werden können – sonst kommt es zu Stau oder zum Kollaps auf dem gesamten Strassennetz. Reicht die Kapazität eines Strassenabschnitts nicht aus, um den Verkehr aufzunehmen, muss dieser auf seinen Zufahrtsstrecken dosiert werden (siehe Kasten). Bis vor kurzem gab es in Olten mehrheitlich verkehrstechnische «Insellösungen». Mit dem neuen Verkehrsmanagement sollen die Potenziale der «Inselsysteme» konsequenter ausgeschöpft werden. Das heisst etwa, dass Lichtsignalanlagen netzweit aufeinander abgestimmt werden.

«Weise» Lichtsignalanlagen.

Das Verkehrsmanagement ermöglicht die gezielte Beeinflussung des gesamten Verkehrsgeschehens. Zukünftig «weiss» die Lichtsignalanlage im Stadtzentrum beispielsweise, wie sich ein Stau am Postplatz an ihrem Standort auswirkt, und schaltet optimierte Signalzeitenpläne. Seit Ende 2011 wird der Kreisel Säli befahren. Ab 2013 wird er – mit der Eröffnung der Entlastungsstrasse H5b – den vollständigen Betrieb aufnehmen. Vielerorts wird angenommen, dass der Kreisel Säli der Kapazitätsengpass im Strassenverkehrsnetz sein werde. «Die Simulationen zeigen jedoch ein anderes Bild», so Walter Steiner, Projektleiter Elektromechanische Anlagen.

Nämlich? Wie schon heute wird die Verbindung Aarburgerstrasse–Aarauerstrasse zu Stosszeiten morgens und abends kritisch bleiben. Bleibt bei der geplanten Umgestaltung des Postplatzes die Kapazität erhalten, dann kann der vom Kreisel Säli zufahrende Verkehr gerade noch bewältigt werden. Der Verkehr auf der Aarauerstrasse nach Westen, der bisher die Innenstadt belastete, wird zukünftig grösstenteils die neue Entlastungsstrasse benützen. Gleiches geschieht in Gegenrichtung. Ununterbrochen sorgt das Verkehrsmanagement entsprechend dem Verkehrsaufkommen für einen optimalen Verkehrsfluss, indem es über den Verkehrsrechner Olten die Grünzeitenverteilung der Lichtsignalanlagen an den Verkehrsknoten koordiniert.

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