Rock 'n' Roll gibt es schon seit rund 60 Jahren, die B-Shakers erst seit 2008. Trotzdem haben die vier Rockabillys schon ihr zweites Album auf dem Markt. Bassist Philipp «Ogo el Basso» Oeggerli und Schlagzeuger Roger «Rodger over» Meier erzählen von Partys, Frauengeschichten und ihrer Leidenschaft zur Musik:

«Wir kommen eigentlich alle aus verschiedenen Musikrichtungen», erzählt Roger Meier. Er selbst komme zum Beispiel aus dem Funk, der Gitarrist sei vorher mehr Jazz-orientiert gewesen. Einzig der Sänger sei eigentlich immer von Rockabilly angefressen gewesen.

Typisch Rockabilly ist auch der Slogan der vier Rocker: «Rudeboys from the boondocks», übersetzt etwa «Rüpel aus dem Hinterland». Philipp meint dazu: «Boondocks ist im amerikanischen Slang die Bezeichnung für eine düstere Hafengegend.» Düster sah es bei den B-Shakers aber nie aus, erinnert sich Roger Meier: «Wir hatten noch nie richtigen Krach innerhalb der Band.» Es hat allerdings sehr viele Wechsel gegeben: «Einer fand er sei zu alt, ein anderer etwa ist nach Amerika ausgewandert. Aber niemand hat sich im Streit von der Band getrennt», so der 32-Jährige.

Von Partys und «Hangovers»

Ihr neues Album «Take me for a ride» enthält neben diversen Covers und zwei Liveaufnahmen von einem Unplugged-Konzert auch vier neue, selbst geschriebene Lieder. In diesen Songs werden verschiedene Themen aus dem Leben allgemein, als auch aus dem Leben der B-Shakers behandelt: «Der Song ‹Hangover› hat nichts mit dem bekannten Popsong zu tun, jedenfalls fast nichts ...», schmunzelt Oeggerli. Der Schlagzeuger klärt auf: «Die Idee zum Song entstammt, wie der Titel vermuten lässt, einer Partynacht. Wir haben damals spontan in einer Szenebar in Nürnberg gespielt und nach dem Konzert natürlich ordentlich gefeiert. Die Nacht war so denkwürdig, dass wir ihr einen Song widmen wollten.» Die Vier behandeln aber auch ernstere Themen auf der neuen Scheibe. «Darin geht es vor allem um Frauengeschichten», schildert der Bassist. Sogar eine «Herzschmerzballade» habe es auf das neue Album geschafft: «Darin geht es um einen Typen, der wegen eines Fehlers seine grosse Liebe verliert», so der 33-Jährige.

1 Jahr Arbeit steckt in dem Album

Üblicherweise würde man alle Instrumente einzeln aufnehmen und die Tonspuren dann übereinander legen. Bei den B-Shakers jedoch, seien ausser dem Gesang alle Instrumente gleichzeitig aufgenommen worden. Der «cleane, ehrliche» Sound komme so besser rüber und es koste auch weniger, veranschaulichen die beiden Musiker. Insgesamt steckt trotzdem ein Jahr Arbeit dahinter: Da alle voll berufstätig sind, können sie nur an den Wochenenden aufnehmen. Da auch nicht alles beim ersten Versuch klappe, komme so schon eine rechte Anzahl Stunden zusammen, erklären die Rockabillys.

Vielseitiges Programm am Konzert

Schlagzeuger Roger Meier verrät, worauf sich das Publikum am kommenden Samstag ab 21 Uhr freuen könne: «Wir haben viele Gesichter auf der Bühne, von akustisch bis elektrisch. Die Songs vom neuen Album gehören natürlich auch dazu.» Als Vorgruppe spielt Stefan Imobersteg, mit dem die B-Shakers zuvor schon unter dem Namen «Jailtrain» zusammengearbeitet haben. Eingeladen ist jeder, nicht nur Szenekenner: «Es gibt viele, die es mit dem Rock 'n' Roll-Style übertreiben. Die lassen sich dann extra 50er-Jahre-Anzüge schneidern. Wir finden, dass es das nicht unbedingt braucht», lacht Meier. «Man muss nicht Vintage sein, um Rock 'n' Roll zu leben.»