Olten
Um den Energieaufwand zu halbieren: Elektroinfrastruktur im Sälischulhaus soll erneuert werden

Im November befindet das Oltner Parlament über 2,23 Mio Franken zur Erneuerung elektrischer Installationen und Beleuchtung im Säli.

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Bevor es dunkel wird: Das Oltner Sälischulhaus ist noch immer mit Elektroinfrastruktur der späten 1960-er Jahre ausgestattet; jetzt soll diese erneuert werden.

Bevor es dunkel wird: Das Oltner Sälischulhaus ist noch immer mit Elektroinfrastruktur der späten 1960-er Jahre ausgestattet; jetzt soll diese erneuert werden.

Patrick Lüthy

Ein bisschen in die Jahre gekommen ist sie schon, die Beleuchtung im Oltner Sälischulhaus. Über 50-jährig ist sie. 1968 montiert gilt sie mittlerweile als eigentlicher Stromvernichter. Diesem Umstand soll jetzt begegnet werden: Stimmt das Gemeindeparlament dem stadträtlichen Antrag in seiner Novembersitzung zu, so können im ersten Viertel des kommenden Jahres Submission und die Vergabe der Arbeiten abgewickelt werden, Mitte 2022 das Projekt abgeschlossen sein.

2,23 Mio. Franken schwer ist die aktuelle Elektro-Tranche, nachdem vor 10 Jahren bereits Kreditvolumen für die Hülle von rund 7 Mio. Franken beziehungsweise Heiz- und Lüftungsanlage für rund 1,7 Mio. Franken gesprochen wurden. Und jetzt weitere 2,23 Mio Franken für Elektroinstallationen und Beleuchtung. «Die Investition ist tatsächlich beträchtlich», so Oltens Stadtbaumeister Kurt Schneider. Aber: Das Sälischulhaus sei Oltens grösste Schulanlage mit 190 Räumen. Zudem «stammt die Elektroinstallation der Beleuchtung aus dem Jahr 1968.»

Gross – und unter kantonalem Denkmalschutz

Ins gleiche Horn stösst der Stadtrat in seiner Botschaft ans Parlament. «Beim Sälischulhaus handelt es sich um eine umfangreiche Anlage, die unter kantonalem Denkmalschutz steht.» Die Elektroinfrastruktur entspreche nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. So fehle der Fehlerstromschalter (FI-Schalter). Solche sind mittlerweile vorgeschrieben, nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei neu installierten Stromkreisen im Rahmen der Modernisierung.

Auch wiesen die bestehenden Leuchtkörper einen hohen Strombedarf auf und könnten die aktuellen Bedürfnisse des Schulbetriebs nicht mehr abdecken. «Mit der neuen Infrastruktur entfällt zum einen das laute Surren der Vorschaltgeräte, welches insbesondere bei Prüfungen und konzentriertem Arbeiten eine Herausforderung darstellt», so Schneider auf Anfrage. Zudem sollen mit der neuen Beleuchtung auch die Betriebskosten massiv gesenkt werden. «Das heisst tiefere Betriebskosten infolge längerer Lebensdauer der Beleuchtungskörper; Energieeffizienz durch LED-Technologie, Tageslichtsteuerung und Bewegungsmelder», meint der Stadtbaumeister unter Verweis auf den parlamentarischen Auftrag, das Label «Energiestadt Gold» erreichen zu müssen.

Nur noch die Hälfte des bisherigen Verbrauchs

Eigentlich überraschend, was mit zeitgemässer Infrastruktur an Energieeffizienz drinliegt. Gemäss rechnerischem Nachweis beträgt die Einsparung 95’079 kWh/Jahr. «Das ist deutlich mehr als die Hälfte des heutigen Verbrauchs, der 154’046 kWh pro Jahr beträgt», weiss Schneider.

Zu den Zielsetzungen des Projektes gehört bezüglich Design auch ein uniformes Leuchtengehäuse, welches nicht im Widerspruch zu den denkmalpflegerischen Anforderungen steht und sich in mehrfacher Hinsicht auch für die unterschiedlichsten Verwendungsorte eignet.

Aufgrund des doch namhaften Investitionsvolumens stellt sich allenfalls die Frage, ob eine Etappierung des Vorhabens nicht budgetverträglicher wäre. «Nein», so Schneider. «Mit einer etappierten Umsetzung über einen längeren Zeitraum wird sowohl der Unterhalt als auch die Investition teurer.» Es sei in Bezug auf die Unterhaltskosten wichtig, solche Infrastrukturen auf dem gleichen Standard und im gleichen Lebenszyklus zu halten. «Die Investition in die energieeffiziente Beleuchtung amortisiert sich zumindest grösstenteils, indem weniger Leuchtkörper ausgewechselt werden müssen und weniger Energie für den Betrieb benötigt wird», so Kurt Schneider.

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