Olten/Hägendorf
Uhrmacherei Lauper zieht nach 10 Jahren weg – aus familiären Gründen

Die Uhrmacherei Lauper ist von Olten weggezogen und öffnet am 1. Dezember ihre Tore neu in Hägendorf.

Urs Huber
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Simon Lauper letzte Woche vor dem Laden an der Ziegelfeldstrasse.

Simon Lauper letzte Woche vor dem Laden an der Ziegelfeldstrasse.

Oltner Tagblatt

Neuneinhalb Jahre hat sie gedauert auf dem Platz Olten, die Ära der Uhrmacherei Lauper an der Ziegelfeldstrasse 12. Mit Barbara Lauper als Geschäftsinhaberin und Simon Lauper, der noch an der Technischen Fachschule Biel Uhrenarbeitern das Handwerk beibringt, führten zwei Personen vom Fach das Geschäft, welches vor mehr als drei Jahrzehnten von Ulrich Menzi gegründet wurde.

Seit Wochenanfang ist ihre Uhrmacherei in Olten geschlossen. Beide eröffnen in Hägendorf, ihrem Wohnort, an der Bachstrasse 52 wieder eine solche. Der Slogan der Laupers – «Wir nehmen uns Zeit für Sie!» – gilt dann anderorts.

Familiäre Gründe sprechen für Umzug

Die Gründe für den Wegzug sind familiär bedingt, wie Simon Lauper sagt. «Künftig können unsere Kinder etwa in der Uhrmacherei ihre Hausaufgaben machen.» Das sei organisatorisch einfach besser zu handhaben, meint er noch. In Hägendorf sind die Laupers bei ihrer Suche nach einer neuen Lokalität übrigens schnell fündig geworden. «3 Angebote und eines passte», sagt der Uhrmacher. «Ich weiss nicht, ob’s einfach Zufall war oder Glück.» Jedenfalls eröffnen die Laupers am 1. Dezember ihr Geschäft am neuen Standort.

«Das müssen Sie wissen: Es liegt nicht an den Parkplätzen.» Lauper lacht. «Wir haben auch in Hägendorf nicht wirklich solche.» Aber für die Stadtbewohner, die meist zu Fuss oder mit dem Rad unterwegs sind, habe er keine solchen gebraucht. Und wenn jemand eine Standuhr zur Reparatur herbringt? Dann könne der Kunde auf die Schnelle vor dem Haus parkieren und sein Schmuckstück ausladen, sagt Lauper noch. Und, schiebt er nach, der Wegzug sei auch nicht im Geschäftsgang begründet, der sei in Olten durchaus in Ordnung gewesen.

Viele Gründe, um eine Uhrmacherei aufzusuchen

Was in Hägendorf anders sein werde? «Möglicherweise werden wir dort weniger Batterien wechseln», meint Lauper. So wie grad eben, als eine Kundin mir ihrer Armbanduhr den Laden betritt und die Energieversorgung ihres Schmuckstücks sichergestellt haben will. Andere erkundigen sich nach dem Stand der Arbeiten an einer Pendule, die einem Sturz zum Opfer gefallen war. Wieder andere besuchen die Uhrmacherei, um sich nach kleinsten Schrauben zu erkundigen. Und eine Dame hat ihre Wanduhr überholen und auffrischen lassen, die sie nun in ihre Taschen packt.

«Das ist wirklich das Schönste, dass eine Uhrmacherei wie die unsere so ein breites Wirkungsfeld abdecken kann», sagt Lauper noch. Und schon kommt der nächste Kunde, der seine überholte Armbanduhr zur Kontrolle zurückgelassen hatte und jetzt von Lauper erklärt bekommt, dass die Schwierigkeiten nur auf die Batterien zurückzuführen gewesen sei. Kurz nach 15 Uhr ist ziemlich Betrieb an der Ziegelfeldstrasse. Wenn die Feierabendzeit beginnt, wachsen auch die Besucherfrequenzen an, stellt Lauper fest. Dienstag sei der am besten frequentierte Tag gewesen an der Ziegelfeldstrasse.

Alternative für Kunden

In Hägendorf wollen Laupers auch den Verkauf von Uhren ein bisschen mehr im Auge haben. Ob das von der Kundschaft erwartet werde? Lauper meint: «Na ja, es geht auch darum, einem Kunden eine Alternative zu bieten. Nämlich dann, wenn sich die zur Reparatur gebrachte Uhr nur noch mit einem grossen Aufwand wieder instand stellen lässt.»

Weil sich der Aufwand eigentlich nicht lohnt. «Es ist ein bisschen wie beim Coiffeur: Der hat auch Shampoo, aber die wenigsten kaufen bei ihm welches.» Lauper lacht.

Eine Nachfolge für Laupers in Olten ist nicht in Aussicht; wie die Geschäftsräumlichkeiten künftig genutzt werden, ebenfalls nicht.