Härkingen
Über die Sanierung der Kirche wird durch Urnengang entschieden

An diesem Wochenende entscheidet sich in Härkingen an der Urne, ob die vom Kirchgemeinderat geplante Innensanierung der römisch-katholischen Kirche St. Johannes vorgenommen werden kann.

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Um Platz die für neu nutzbare Flächen zu schaffen, sollen die hintersten vier Bankreihen entfernt werden.

Um Platz die für neu nutzbare Flächen zu schaffen, sollen die hintersten vier Bankreihen entfernt werden.

Bruno Kissling

Den notwendigen Kredit von 500 000 Franken hätte am 12. Mai eigentlich die Kirchgemeindeversammlung sprechen sollen. Dazu kam es allerdings nicht, weil 20 Prozent der 47 an der Kirchgemeindeversammlung anwesenden Stimmberechtigten den Antrag auf Urnenabstimmung unterstützten. Gemäss Kirchgemeindeordnung waren genau diese 20 Prozent für die Verbindlichkeit des Antrags nötig.

Ein Pfarreisaal fehlt

Die Gegner der Innensanierung stört vor allem die im Projekt vorgesehene Nutzung der Kirche. Geplant ist neben der Sanierung der 60 Jahre alten Bausubstanz die optische Abtrennung des Kirchenraums vom Eingangsbereich mittels eines Vorhangs. Im neu geschaffenen Vorraum könnten nach Vorstellung des Kirchenrates gesellschaftliche Anlässe abgehalten werden. Nötig sei dieser zusätzliche Raum, wie argumentiert wurde, weil es in Härkingen keinen Pfarreisaal gebe und der Raum «Oase» in der Kirche zu klein sei für die kirchlichen und gesellschaftlichen Anlässe. Im Projekt enthalten ist ausserdem der Einbau einer Kochgelegenheit mit Office im «Oase»-Raum.

Um Platz im Innern der Kirche zu schaffen, werden gemäss Projektbeschrieb im Eingangsbereich vier Bankreihen entfernt. In der Kirche selbst sollen auch kulturelle Anlässe, wie Gospelkonzerte und Musikveranstaltungen, abgehalten werden können. Zu diesem Zweck soll die Möglichkeit geschaffen werden, den Altar je nach Bedarf rund 3 Meter nach hinten oder nach vorn bewegen zu können.

Gegner wollen «ihre» Kirche

Den Gegnern gehen die Pläne des Kirchenrates zu weit. Sie möchten die Kirche nur als solche nutzen, was sie an der Kirchgemeindeversammlung auch unmissverständlich zum Ausdruck brachten. Die deutliche Mehrheit in der Versammlung sprach sich hingegen für das vorgestellte Projekt aus. Darüber abstimmen konnten sie aber wegen des erwähnten Antrags der Gegner nicht.

Eine Prognose, ob der damals geäusserte Zuspruch ausreicht, um dem Projekt beim Urnengang vom Wochenende zum Durchbruch zu verhelfen, wollte Kirchgemeindepräsident Eduard Jäggi nicht abgeben. «Man hört im Dorf dieses und jenes. Ich denke, es alles möglich.» (eva)