Olten
Über 120 Aren Land dienen neu dem Weidgang

Gemeinsam mit ihrer Nachbargemeinde Starrkirch-Wil hat die Stadt Olten das Gebiet des Tierparks Mühlitäli umgezont – von der Landwirtschafts- in eine speziell geschaffene Wildparkzone.

Urs Huber
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Wildparkzone (matt gelb und braun): Das Gebiet westlich der Gemeindegrenze Olten-Starrkirch-Wil (rot gestrichelt) hat die Stadt für 114000 Franken von einer Erbengemeinschaft gekauft.

Wildparkzone (matt gelb und braun): Das Gebiet westlich der Gemeindegrenze Olten-Starrkirch-Wil (rot gestrichelt) hat die Stadt für 114000 Franken von einer Erbengemeinschaft gekauft.

Schachenmann Heinrich

Damit verbunden und dem Wunsch der Tierparkverantwortlichen entsprechend hat die Stadt im gleichen Zug auch Land westlich der Gemeindegrenze gekauft: 12 333 m2 für 114 000 Franken. Bereits seit Längerem besitzt die Stadt Olten eine Landparzelle auf Gemeindegebiet Starrkirch-Wils. Diese ist heute ebenfalls in die Wildparkzone integriert.

Mit dem Vorhaben seien mehrere Zielsetzungen verbunden, erklärt Stadtingenieur Urs Kissling, der für die Koordination unter allen Beteiligten (Starrkirch-Wil, Umweltschutz, Liegenschaftenverwaltung, Planungsamt, kantonale Fachstellen) zuständig war.

«Zum einen lag der Wildpark bislang in der Landwirtschaftszone, was die kantonalen Verantwortlichen nicht mehr duldeten. Zum Zweiten wurde der Betrieb seit den 1980-Jahren ohne eigentlich gültige Pachtverträge mit den Landbesitzern geführt und zum Dritten fehlten dem Wildpark zunehmen alternierende Flächen für den Weidgang.»

Mit der von der Stadt gekauften Landfläche, die übrigens zu mehr als der Hälfte aus Wald besteht, konnte das Weid- und Gehegeangebot nun sehr gut ergänzt werden.

Die Waldflächen, welche neu in die Wildparkzone zu liegen kommen, sind zwar nicht als solche ausgeschieden worden; sie dienen den Tieren aber als Unterstand. Kommt hinzu, dass der Mühlitälibach, heute teilweise eingedohlt, über das von der Stadt erworbene Grundstück führt und künftig renaturiert werden soll (siehe Abbildung).

An zwei, drei Orten soll dann auf dem Bachabschnitt, der durch die Wildparkzone führt, ein Wildwechsel möglich sein, quasi ein Brückenangebot für Tiere, die den Bach queren wollen. Hinzu kommt, dass im besagten Gebiet Hochwasserschutzbauten vorgesehen sind.

Pachtvertrag läuft unbefristet

Die Kooperationsbereitschaft aller involvierten Parteien sei bei dieser Zonenplanrevision eine ausgezeichnete gewesen, weiss Kissling. Der abgeschlossene Pachtvertrag läuft unbefristet, sofern der Wildparkverein nicht wiederholt in gröberem Umfang gegen die Bestimmungen beziehungsweise Leistungsvereinbarungen mit den Standortgemeinden verstösst.

Im Bereich für Bauten (Wpb) etwa sind eingeschossige Bauten bis 12 m Gebäudelänge und 4,5 m -höhe zugelassen, wobei neue Hochbauten nicht zulässig sind. Ein Anschluss an Infrastrukturelemente wie Kanalisation oder Trinkwasserzufuhr bleibt untersagt.

Der Eindruck, die Standortgemeinden hätten mit den geltenden Vorschriften für die Wildparkzone ein ungehindertes infrastrukturelles Wachstum im Mühletäli verhindern wollen, täuscht nicht. «Die Verpächter wollten mit den geschaffenen Zonenregeln einen allfälligen Ausbau zu einem zweiten Roggenhausen verhindern», so Kissling.

Ein Restaurant im Wildpark kommt demnach ebenso wenig infrage wie etwa die Errichtung eines Kinderspielplatzes. In der Wildparkzone ist eine artgerechte Führung und Haltung von Tieren zulässig. Alles andere bleibt aussen vor.

Die Zone Wpw dient der Erstellung von artgerechten Ausläufen der Tiere. «Diese Zonen werden vorübergehend sicher auch mal durch Zäune segmentiert werden, damit die Grünfläche optimal genutzt werden kann», sagt Kissling.

Einfriedungen sind bis maximal 2,3 m Höhe zulässig, wobei diese auch auf den Zonenrand beziehungsweise bis an den Waldrand gestellt werden dürfen. Mindestabstände zu Strassen, Wegen und Bach betragen einen beziehungsweise zwei Meter.

Bestehende Bäume und Sträucher sind zu erhalten und gegen Verbiss zu schützen. «Abgehende Bäume und Büsche», so wird im Zonenplan vermerkt, «sind durch standortheimische neue zu ersetzen.»

Damit soll das reizvolle Landschaftsbild im Mühlitäli bewahrt werden. «Das Engagement Oltens hat damit zu tun, dass der Tierpark doch als Anziehungspunkt wirkt und von sehr vielen Leuten als Naherholungsraum genutzt wird», sagt Kissling zum Schluss.

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