Olten

1000er-Stägeli: Männer foutieren sich um die Sperre

Die Sperre beim 1000er-Stägeli ist unübersehbar.

Die Sperre beim 1000er-Stägeli ist unübersehbar.

Ein Besuch vor Ort zeigt: vor allem Frauen befolgen die Regel am Born.

Ihre Körper: gestählt. Davon zeugen – soweit sichtbar – pralle Muskeln am Oberschenkel. Die Ausrüstung: betont sportlich, Laufschuhe, Schweissbänder. Drei Herren, der eine extra aus dem unteren Baselbiet angereist und derzeit im Home office beschäftigt, schicken sich an, das 1000er-Stägeli am Born zu bezwingen. Dessen Sperrung kümmert sie wenig. Einer zweifelt gar deren Rechtmässigkeit an. Das 1000er-Stägeli ist seit Mittwoch morgen gesperrt, aus Sicherheitsgründen. Weil sich an diesem Outdoor-Fitnessplatz auch zu Corona-Zeiten Heerscharen von Sportlerinnen und Sportler treffen. «Jetzt ist ja niemand da. Draussen steckt man sich weniger an. Und wir passen auf und halten beim Laufen einen Sicherheitsabstand ein», rufen sie zurück. Tönt wie ein Versprechen. Als wäre der Reporter Polizist. Einer aus dem Trio sagt noch, man könne auch weiter oben ins Stägeli einsteigen; dort erfahre man von der Sperrung sowieso nichts.

Bilanz aus einer guten Stunde Anwesenheit: Unter den 13 angetroffenen und «treppenwilligen» Personen fanden sich auch fünf Frauen. Vier von ihnen befolgten die Anweisung ohne Murren, vielleicht auch, weil sich der Reporter im unmittelbaren Umfeld des Startplatzes befand. Nur eine, in Begleitung eines Mannes, bricht die Sperre und lässt sich mitreissen.

Nur gerade zwei Männer finden sich mit der Sperre ab. «Muss man akzeptieren», sagt der eine in gebrochenem Deutsch; der andere, ein Spanisch sprechender Athlet, fragt nach dem Grund und meint dann: «Corona?» «Si.» Er verabschiedet sich und zieht von dannen.

Stefan Karlovsky aus Kappel kommt mit seinem Hund vorbei; er kennt das Borngebiet wie seine Westentasche. «Es hat jeweils Heerscharen vom Leuten hier, speziell an Wochenenden.» Problematisch findet er vor allem die Tatsache, dass die Treppensteiger den gleichen Rückweg wählen. «Es wäre besser, sie würden ‹hindeume› gehen; das würde wenigstens den Gegenverkehr und Begegnungen vermeiden», meint er.

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