«Ein bisschen weh tuts natürlich schon», sagt Ursula Turuvani, Geschäftsführerin des gleichnamigen Transportunternehmens in Olten, der Turuvani AG. Noch bis zum 25. April ist der bald 150-jährige Betrieb an der Tannwaldstrasse 18 beheimatet, ehe er an die Peripherie der Stadt, an die Haslistrasse 101, zieht. Der wohl älteste Transportunternehmer der Stadt zieht also um. Bereits vor zwei Jahren wurde die Liegenschaft an die Bernasconi Immobilien AG verkauft. «Wir hätten durchaus noch länger hierbleiben können», sagt Ursula Turuvani. Aber nun hat sich in der Zwischenzeit für die Firma mit den gut erkennbaren, blaufarbenen und fast vertraut wirkenden Lastwagen an der Haslistrasse einen passenden neuen Standort ergeben. Büro und das firmeneigene regionale Entsorgungszentrum Olten (REZO) für Privatpersonen und Kleingewerbe finden dort ein neues Zuhause. Etwas schmerzlich ist der Umzug vor allem darum, weil dieser quasi ein erstmaliges Ereignis in der Firmengeschichte darstellt. Aber: «Man wird sich schon daran gewöhnen», so die Geschäftsführerin.

Bekanntes Gasdepot zügelt mit

Die Firma, in den späten Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts gegründet, zählt heute rund 15 Angestellte und ist darüber hinaus auch als Gaslieferant bekannt. Seit Jahrzehnten nämlich führt Turuvani an der Tannwaldstrasse in Olten ein Gasdepot, wo alle Schweissgase für die Werkstatt, Ballongas für Feste sowie Medizinal-Sauerstoff direkt abgeholt werden können. Wie oft hiess es für Organisatoren von Partys und Gartenfesten doch: Bei Turuvani an der Tannwaldstrasse kannst du das Ballongas abholen!» Selbst für den Dachdecker oder gar den privaten Grillkoch bietet Turuvani Propangas in Flaschen diverser Grössen direkt ab Lager an. Zur Beruhigung der Gasbezüger: Das Depot zügelt ebenfalls mit an die Haslistrasse.

Warum überhaupt ein Umzug?

Natürlich stellt sich auch die Frage: Weshalb überhaupt ein Umzug? Ursula Turuvani zögert mit der Antwort nicht lange. «Das Gebiet der Tannwaldstrasse entwickelt sich zusehends zu einer Wohn- und Bürozone», erklärt sie. Da wirds für Transporteure grundsätzlich eng. Hinzu kämen Tempobeschränkungen auf der Tannwaldstrasse. Alles wenig förderliche Aspekte für einen gewerblich-industriellen Geschäftszweig. Und schliesslich wirkt sich die Sperrung der Tannwaldstrasse für den Durchgangsverkehr ebenfalls hinderlich aus.

Was aus dem verlassenen Areal wird, steht noch nicht fest. Reto Bernasconi war für eine Auskunft nicht zu erreichen. Der Umstand aber, dass die Turuvani AG durchaus noch länger an der Tannwaldstrasse hätte verbleiben können, lässt darauf schliessen, dass grosse Veränderungen nicht von heute auf morgen zu erwarten sind. Gut unterrichtete Kreise sprechen davon, dass die Liegenschaft vorerst wieder zur Vermietung ausgeschrieben wird.