Die vorhandenen Krankenhilfsmittel können am 11. Januar in einem Totalausverkauf von der Bevölkerung günstig erworben werden.

Ende nach fast 92 Jahren

Im November 1922 eröffnete der Samariterverein Olten an der Ziegelfeldstrasse eines der ersten Krankenmobilien-Magazine (KMM) der Schweiz. Ziel dieses Angebotes war, die Bevölkerung mit qualitativ einwandfreien Hilfsmitteln für die Pflege und Mobilität im Alltag zu versorgen. Diese Artikel waren früher teuer, wenig verbreitet und schwierig zu beschaffen, sodass sich bei Bedarf eine kurzfristige Miete lohnte.

Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und dem Bedürfnis weiterhin in den eigenen vier Wänden wohnen zu können und mobil zu bleiben, entstand dafür ein grosser Markt. Immer mehr Anbieter drängten auf den Markt und dies führte bei den Produkten zu einem Preiszerfall. Die kurzfristige Miete der Gegenstände ist, nicht zuletzt auch auf den Druck der Versicherer, mehrheitlich dem Kauf der Hilfsmittel gewichen. Fast jedermann hat heute die Möglichkeit, notwendige Artikel günstig über den Fachmarkt, Grossverteiler oder direkt im Internet zu kaufen.

Die hauptsächliche Dienstleistung des KMM, die Vermietung dieser Gegenstände, ist heute entsprechend wenig gefragt. Die Einkaufskonditionen der Samariter ermöglichen es leider auch nicht mehr, diese Hilfsmittel preisgünstiger als andere Anbieter abzugeben. Nachdem die Jahresrechnung des KMM Olten bereits zum vierten Mal in Folge mit einem grossen Defizit abschloss und die Eigenmittel nahezu aufgebraucht sind, bleibt das KMM seit Jahresende geschlossen; es wird aufgelöst. «In den letzten Jahren ist die Nutzung doch deutlich zurückgegangen», weiss Serge Viel, Co-Leiter des Samariterteams. Kunden und weitere interessierte Kreise wurden bereits im November über den bevorstehenden Schritt informiert.

Totalausverkauf am 11. Januar

Am Samstag, 11. Januar kommt es nun von 9 bis 12 Uhr zu einem Totalausverkauf am aktuellen Standort des KMM, dem Rötzmattweg 8 in Olten. Gehstöcke, Rollatoren, Rollstühle, Toilettenstühle, Duschstühle, Badebretter, Badelifte, Patientenheber, Drehscheiben und andere Pflegeartikel, aber auch das Mobiliar, werden günstig verkauft. «Wir gehen davon aus, dass der Verkauf gut laufen wird», so Serge Viel. «Auf jeden Fall muss der Raum Ende Monat geleert sein.»

Bündelung der Kräfte

Nachdem die Versorgung mit Hilfsmitteln für die Pflege und Mobilität gewährt bleibt, fällt es den Oltner Samaritern leicht diesen Schritt zu vollziehen. Der Samariterverein Region Olten konzentriert nun seine Aktivitäten auf Sanitätsdienste, Kursangebote rund um die Erste Hilfe sowie auf die Jugendarbeit (Help Samariterjugend).

Für Eugen Kiener, Bereichsleiter Kommunikation beim Schweizerischen Samariterbund, ist das Schicksal des hiesigen KMM nicht unbedingt typisch. «Es gibt mit Sicherheit eher eine Tendenz weg vom KMM», sagt er. Aber im Grundsatz müsse das keineswegs sein. Häufig würden diese Betriebszweige halt nicht sehr aktiv geführt, meint er weiter. Und: Der Samariterbund biete diesbezüglich auch keinerlei Beratung an. Allenfalls spiele halt auch der Standort des KMM eine Rolle.

Dort wo viel Fussgängerverkehr vorherrsche, falle das Angebot eines Samaritervereins natürlich eher auf, würde sich in die Erinnerung der Passanten eingraben. Und womöglich gelte auch der Name «Krankenmobilienmagazin» als wenig vorteilhaft. «In der Innerschweiz etwa gibt es Vereine, die haben ihr Magazin einfach zum Samariter-Shop gemacht.» Ein neutraler Name wecke halt weniger negativ besetzte Assoziationen, so Kiener zum Schluss. (mgt/hub)