Man erinnert sich: Die Einführung der Tempolimiten und – damit verbunden – die Umwandlung des innerstädtischen Strassenraums in eine Begegnungszone hatten bezüglich Verkehrssicherheit zu Kontroversen geführt.

Argumentiert wurde etwa, dass sich Fussgänger mit den bislang positionierten Zebrastreifen längst vertraut gemacht hätten und durch ihre neue Freiheit, die Strassen der Innenstadt prioritär und überall queren zu können, doch eher verunsichert wären. Der Ruf nach Beibehaltung von Fussgängerstreifen wurde laut. Haken bei der Sache: Fussgängerstreifen sind in Begegnungszonen nicht vorgesehen.

Farbe muss her

Was also tun? Im Jahr 2013 wars, als deshalb in der Innenstadt, speziell aber an der Konradstrasse, farblich auffällige Bodenmarkierungen aufgebracht wurden mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Charakter der Begegnungszone zu betonen. Farblich ähnelten die altrosafarbenen Flächen zwar nicht den Fussgängerstreifen, aber sie wurde just dort angebracht, wo sich vor Einführung der Begegnungszone solche befunden hatten. Das half.

Massnahmen bewährt

«Die Massnahmen haben sich bewährt», sagt Oltens Stadtplaner Lorenz Schmid. Grund genug also, die Markierungen beizubehalten. Dies jedenfalls empfehlen die beiden Direktionen Präsidium und Bau. Allerdings regen sie eine Korrektur in der Farbgebung an. Zu sehr erinnern die bunten Flächen an Sequenzen aus dem Playmobilland. So kommen die Direktionen auch zum Schluss: «Die bestehende Farbe ist dem Stadtbild nicht angemessen.»

Gemeint damit sind vor allem die Farben Altrosa und Türkis. Demgegenüber füge sich Sandgelb optimal ins Stadtbild ein. Die Direktionen verweisen in ihrer Begründung auf eine Wegleitung des Kantons Bern, wonach sich diese Farbe als die siedlungsverträglichste darstellt.

Zwar räumen die Direktionen ein, die Farbe Beige würde dem Grundton der Liegenschaften in der Innenstadt näherkommen, doch falle Sandgelb eher eine Signalwirkung zu und hebe sich deutlich genug von den in der Verkehrsmarkierung zur Anwendung kommenden Farben Weiss und Gelb ab. «Zudem wird Sandgelb gedanklich noch mit der informellen Querungshilfe in Verbindung gebracht», weiss Schmid.

Innert zweier Jahre

Aufgetragen werden die Markierungen an der Konradstrasse, der Ring- und Solothurnerstrasse, Bleichmatt-strasse, Basler- und Römerstrasse. Die Markierungsarbeiten sowie der Farbwechsel nehmen rund zwei Jahre in Anspruch. Im Jahre 2019 werden mit den Tiefbauarbeiten an der Baslerstrasse die letzten Flächen in Altrosa entfernt.

Im Zuge der Gesamtsanierung werden total 22 Flächen erstellt oder erneuert. Im kommenden Herbst folgen zuerst die Markierungen auf der Solothurnerstrasse samt Knoten Ringstrasse/Hammerallee. Der Farbwechsel an sich führe zu keinen Mehrkosten, so der Stadtrat. Die besonderen Markierungen kosten insgesamt rund 26 000 Franken.

Für Signalisationen wird eine Lebensdauer von drei bis vier Jahren veranschlagt. Die aktuellen Markierungen sind also in die Jahre gekommen. Die Zweikomponentenfarbe, mit der nun die Markierungen aufgetragen werden, muss gemäss stadträtlicher Botschaft speziell hergestellt werden. Dabei fällt die Farbmenge preislich ins Gewicht. Je mehr Markierungen in möglichst wenig Etappen aufgebracht werden können, desto günstiger fallen die Kosten aus.