Boningen

Trübe Finanzaussichten für die Gemeinde

Weil vorerst keine Nachfolgerin gefunden werden konnte, half die Treuhandfirma BDO in der Gemeinde- und Finanzverwaltung aus.

Weil vorerst keine Nachfolgerin gefunden werden konnte, half die Treuhandfirma BDO in der Gemeinde- und Finanzverwaltung aus.

Die Gemeinde kämpft mit den Finanzen. Das Defizit ist schon mal tiefer ausgefallen als budgetiert. Trotzdem ist noch nicht alles im Lot.

Die Gemeinde Boningen hat ein bewegtes Jahr hinter sich, wie Gemeindepräsident Manfred Zimmerli an der Gemeindeversammlung ausführte. Die Gemeindeverwalterin Regula Roth verliess im Juni 2015 die Gemeinde. Weil vorerst keine Nachfolgerin gefunden werden konnte, half die Treuhandfirma BDO in der Gemeinde- und Finanzverwaltung aus.

Die im Herbst neu eingestellte Gemeindeschreiberin Michele Jenzer hat ihr Amt bereits in der Probezeit wieder verlassen. Die BDO musste erneut unterstützend eingreifen – bis heute. An der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend wurden aber nun die beiden BDO-Aushilfen Annina Manser und Susanne Notter verabschiedet.

Anfang Juli beginnt die neue Gemeindeschreiberin Gabriela Lack aus Oftringen. Die Finanzverwaltung von Boningen übernimmt seit 1. Juni die Gemeinde Hägendorf, weil auf die Stellenausschreibung niemand gefunden wurde.

Das heisst, die beiden Verwaltungsbereiche sind neu personell getrennt. Für die Zusatzaufwendungen für die BDO musste der Gemeinderat einen dringlichen Nachtragskredit von 151 000 Franken sprechen.

Bei der Rechnung 2015 sieht es besser aus als auch schon, aber es gibt immer noch ein Defizit von 285 000 Franken. Budgetiert war ein Minus von 492 000 Franken. Laut Gemeinderat Peter Joss fehlen der Gemeinde rund 300 000 Franken jährlich. Um dieses Loch zu stopfen, will der Gemeinderat die Steuern für nächstes Jahr erneut erhöhen, von 105 auf 115 Prozent.

Das bringt rund 100 000 Franken ein. Bereits auf letztes Jahr hin hat der Souverän das Placet erteilt, um die Steuern von 99 auf 105 Prozent anzuheben. Mit Massnahmen bei der Verwaltung sollen weitere 100 000 Franken eingespart werden. Trotzdem fehlen immer noch 100 000 Franken. Wie der Gemeinderat das restliche Geld auftreiben will, ist noch offen.

Mit einer Enthaltung zugestimmt haben die 24 Stimmberechtigten der revidierten Gemeindeordnung, die ans kantonale Gemeindegesetz angepasst wurde. Neu wird der Gemeindevizepräsident nicht mehr an der Urne gewählt.

Der Gemeinderat hat zudem eine höhere Finanzkompetenz: Statt 30 000 darf er pro Geschäft eine einmalige Ausgabe von 50 000 Franken gutheissen. Zudem wurden neu eine Finanzkommission und Kommission für öffentliche Bauten und Anlagen geschaffen. Ebenfalls genehmigt hat der Souverän das angepasste Friedhofs- und Bestattungsreglement mit tieferen Gebühren.

Das Vermögen der aufgelösten Fernsehgenossenschaft Boningen von 270 000 Franken soll einem kulturellen Projekt zufliessen. Der Gemeinderat arbeitet nun ein Konzept aus. Auch aufgelöst wurde die Walter-Wyss-Stiftung: Die 2900 Franken gehen an die Schulbibliothek.

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