NLB: Schach

Trotz übertroffenen Erwartungen – «Wir werden wieder hart um unseren Platz kämpfen müssen.»

Der Schachklub Olten verteidigte seinen Platz in der Nationalliga B. Die erfolgreichen Schachspieler waren Björn Holzhauer, Robin Angst und Michael Reist.

Das Saisonende in der NLB-Ostgruppe der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) war zwar reichlich kurios. Weil der mit fünf Grossmeistern spielende 1.- Liga-Aufsteiger Herrliberg nach zwei unerwarteten Niederlagen die drei letzten Partien gegen Tribschen, Olten und Nimzowitsch lustlos forfait gab, stiegen die mit Nationalliga-A-Ambitionen gestarteten Zürcher wegen dreier Punktabzüge als Letztplatzierte gar wieder ab statt auf.

Der Schachklub Olten profitierte jedoch nicht nur von der sportlich fragwürdigen Haltung Herrlibergs, sondern schaffte den Klassenerhalt aus eigener Kraft. Wie im vergangenen Jahr holten die Oltner auch heuer wieder 7 Punkte aus neun Runden und belegten erneut den 7. Schlussrang – obwohl sie lediglich als Nummer neun unter den zehn Teams und damit als Abstiegskandidat ins Rennen gestiegen waren.

«Entscheidend war, dass wir mit Tribschen und Nimzowitsch beide Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg mit 4½:3½ geschlagen haben», bilanziert Captain Adrian Kamber die erfolgreiche Saison. Um jedoch im gleichen Atemzug anzufügen: «Gegen Nimzowitsch haben wir viel Schwein gehabt, weil wir einige kritische Partien noch zu unseren Gunsten kippten. Gegen Tribschen hingegen zeichnete sich unser Sieg mit zunehmender Dauer des Matchs ab.»

Holzhauer als bester Punktesammler

Neben den beiden Siegen gegen Tribschen und Nimzowitsch sowie dem Forfait gegen Herrliberg holten die Oltner einen weiteren goldenen Punkt beim 4:4 gegen das auf Rang 2 landende Zürich II, obwohl die Reservemannschaft des Schweizer Meisters an sechs von acht Brettern stärker besetzt war.

«Normalerweise kommen die ELO-Punkte zum Tragen, das haben wir diese Saison gegen die stärkeren Teams wieder deutlich gemerkt», sagt Adrian Kamber. Und spielt damit nicht zuletzt auch auf seine eigene Ausbeute an, die mit null Punkten aus fünf Partien unbefriedigend ausfiel. Doch mit dem nötigen Kampfgeist und dem richtigen Coaching liegt eine Überraschung gegen die Topmannschaften stets drin.

Deshalb zieht es Adrian Kamber wenn immer möglich vor, selber nicht mitzuspielen und sich ganz auf seine Rolle als Captain zu konzentrieren. «So kann ich meine Teamkollegen moralisch besser unterstützen und sie in kritischen Phasen über den aktuellen Spielstand orientieren.»

Erfolgreichster Punktesammler im SKO-Team war wie in der vergangenen Saison Björn Holzhauer. Mit 4½ Punkten aus acht Partien kam der in Fulenbach wohnhafte 37-jährige deutsche Diplom-Mathematiker wie 2015 auf eine ausgezeichnete Performance von über 2300 ELO.

Aber auch Robin Angst (3½ aus 8/Performance rund 2195), Daniel Reist (4 aus 7/Performance rund 2150) und der auf diese Saison hin zu Olten gestossene Aargauer Roland Senn (2½ aus 5/Performance rund 2120) übertrafen die Erwartungen. Das werden sie auch ab kommenden März wieder tun müssen, wenn der Abstiegskampf von Neuem beginnen wird.

Zwar wird die NLB-Ostgruppe 2017 voraussichtlich deutlich schwächer, weil mit Aufsteiger Mendrisio und Absteiger Herrliberg zwei starke Mannschaften weg sind und die beiden NLA-Absteiger Solothurn und Echallens aus dem Westen kommen. Doch Adrian Kamber macht sich keine Illusionen: «Wir werden wieder hart um unseren Platz kämpfen müssen.»

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