Olten
Trotz prekärer Lage: «Es war schon viel schlimmer»

Überschwemmte Felder, erhöhte Pegelstände: Die Folgen des Starkregens sind noch im Kanton Solothurn sichtbar. In Olten blieb die Lage trotz anhaltendem Dauerregen unkritisch.

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Bruno Kissling

Montagabend, Olten: Gegen 18 Uhr ist das Rauschen der Aare bis in die Altstadtgassen zu hören. Zahlreiche Passanten bleiben auf der Alten Holzbrücke stehen, knipsen auf ihren Smartphones Fotos des Naturschauspiels. Prekär ist die Lage einzig am neuralgischen Punkt, beim Aarebistro.

Wegen Hochwassergefahr blieb die Süüfzgerallee in Olten am Dienstag gesperrt.
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Auch im Chessiloch war der Weg wegen teilweise überflutetem Weg gesperrt.
Aare kommt in Olten leicht übers Ufer
Am Montag war der Uferbereich noch mit Wasser bedeckt.
Die Lage am Dünnerneinfluss hat sich deutlich entspannt.
Am Dienstag führte die Aare zwar noch immer viel Wasser, doch das Aaremeter hat schon deutlich strübere Tage gesehen.
Hochwasser Aare Olten am 23.01.2018
Hochwasser Aare Olten am 23.01.2018
Hochwasser Aare Olten am 23.01.2018
Hochwasser Aare Olten am 23.01.2018
Hochwasser Aare Olten am 23.01.2018
Am frühen Montagabend führte die Aare immer noch sehr viel Wasser.
Und der Dauerregen hielt in Olten noch immer an.
Unmittelbar ans Aarebistro angrenzend, markierte die Polizei eine Sperrzone. Auf der Alten Holzbrücke bleiben derweil viele Passanten stehen.

Wegen Hochwassergefahr blieb die Süüfzgerallee in Olten am Dienstag gesperrt.

Bruno Kissling

Hier nähern sich die Wassermassen der «Wildsau»-Steinskulptur, weshalb die Stadt den überfluteten Bereich, der unter der Holzbrücke durchführt, vorsorglich absperrt. «Wir hatten keine Schäden zu beklagen», sagt Aarebistro-Wirt Daniel Peyer tags darauf auf Anfrage. «Es war schon viel schlimmer als am Montag.»

Wie der Oltner Feuerwehrkommandant Philipp Stierli bestätigt, blieb die Lage in Olten trotz anhaltendem Dauerregen unkritisch. «Wir behielten den Wasserstand mit drei Kontrollgängen an Aare und Dünnern im Auge», sagt Stierli.

Erst Ende letzter Woche entleerten die Verantwortlichen den Bielersee nach dem Sturm «Burglind» wieder auf das Normalniveau, erklärt Gabriel Zenklusen vom Amt für Umwelt. «Daher konnten die Berner am Montag den Abfluss aus dem Bielersee auf das Minimale reduzieren», sagt Zenklusen. Wäre dies nicht möglich gewesen, hätte sich die Hochwassergefahr wohl zugespitzt.

In den nächsten Tagen halten die Berner Behörden den Wasserstand der Aare wiederum künstlich hoch, da es den erneut aufgefüllten Bielersee zu leeren gilt. Kritisch seien die Umstände an der Aare nicht: Nach Abschluss der der Hochwasserschutzmassnahmen Ende 2018 ist das Niederamt für Abflussmengen von bis zu 1400 Kubikmeter pro Sekunde gewappnet.

Am Montagabend betrug die maximale Abflussmenge in Olten um die 900 Kubikmeter pro Sekunde. «Wenn es nochmals 24 Stunden geregnet hätte, hätten wir allerdings die vorhandenen Durchfahrtsöffnungen in den Schutzdämmen wohl schliessen müssen», sagt Gabriel Zenklusen. Es bleibt beim Konjunktiv, die Gefahr ist zunächst gebannt. (yas)