Montagabend, Olten: Gegen 18 Uhr ist das Rauschen der Aare bis in die Altstadtgassen zu hören. Zahlreiche Passanten bleiben auf der Alten Holzbrücke stehen, knipsen auf ihren Smartphones Fotos des Naturschauspiels. Prekär ist die Lage einzig am neuralgischen Punkt, beim Aarebistro.

Hier nähern sich die Wassermassen der «Wildsau»-Steinskulptur, weshalb die Stadt den überfluteten Bereich, der unter der Holzbrücke durchführt, vorsorglich absperrt. «Wir hatten keine Schäden zu beklagen», sagt Aarebistro-Wirt Daniel Peyer tags darauf auf Anfrage. «Es war schon viel schlimmer als am Montag.»

Wie der Oltner Feuerwehrkommandant Philipp Stierli bestätigt, blieb die Lage in Olten trotz anhaltendem Dauerregen unkritisch. «Wir behielten den Wasserstand mit drei Kontrollgängen an Aare und Dünnern im Auge», sagt Stierli.

Viel Wasser in der Tüfelsschlucht in Hägendorf

Normalerweise kommt im Winter in der Tüfelsschlucht in Hägendorf eher wenig Wasser oder es ist gefroren. Dieses Jahr ist alles anders: Die Tüfelsschlucht führt im Januar 2018 viel Wasser. 

Erst Ende letzter Woche entleerten die Verantwortlichen den Bielersee nach dem Sturm «Burglind» wieder auf das Normalniveau, erklärt Gabriel Zenklusen vom Amt für Umwelt. «Daher konnten die Berner am Montag den Abfluss aus dem Bielersee auf das Minimale reduzieren», sagt Zenklusen. Wäre dies nicht möglich gewesen, hätte sich die Hochwassergefahr wohl zugespitzt.

In den nächsten Tagen halten die Berner Behörden den Wasserstand der Aare wiederum künstlich hoch, da es den erneut aufgefüllten Bielersee zu leeren gilt. Kritisch seien die Umstände an der Aare nicht: Nach Abschluss der der Hochwasserschutzmassnahmen Ende 2018 ist das Niederamt für Abflussmengen von bis zu 1400 Kubikmeter pro Sekunde gewappnet.

Da rauscht es wie am Meer: Hoher Wasserpegel an der Aare in Olten

Da rauscht es wie am Meer: Hoher Wasserpegel an der Aare in Olten

Am Montagabend betrug die maximale Abflussmenge in Olten um die 900 Kubikmeter pro Sekunde. «Wenn es nochmals 24 Stunden geregnet hätte, hätten wir allerdings die vorhandenen Durchfahrtsöffnungen in den Schutzdämmen wohl schliessen müssen», sagt Gabriel Zenklusen. Es bleibt beim Konjunktiv, die Gefahr ist zunächst gebannt. (yas)