Olten

Trotz nass-kaltem Wetter: Das Monsterkonzert der Guggenmusiken ist der Höhepunkt des Abends

Nass-kaltes Wetter am Guggen-Abend am Dienstag in der Oltner Kirchgasse. Fuko-Präsident Beat Loosli blickt trotzdem auf eine schöne Fasnacht zurück. Zwei Fragen müssen aber vorerst offen bleiben.

Just am letzten Fasnachtstag wollte es mit dem schönen und warmen (Vorfrühlings)Wetter nicht mehr funktionieren. Um die Mittagszeit begann es am Dienstag in der Region zu regnen. Am Nachmittag fand die Oltner Naarenparty der Kinder im Schutze des Fasnachtszelts auf dem Platz der Begegnung statt. Am Abend hatten die Guggenmusiken beim Guggen-Abend mit finalem Guggenmonsterkonzert weniger Glück: Sie waren auf der Chilestäge vor der Stadtkirche voll dem nass-kalten Wetter ausgesetzt. Obernaar Hilarius 100., der den Anlass von seinem Wagen aus in Reimen moderierte, verlor den Humor trotzdem nicht: «Obwohl wir jetzt so richtig nass, ist der Guggen-Abend ein Heidenspass.»

Das schlechte Wetter drückte allerdings das Zuschauerinteresse. Die Reihen in der Kirchgasse waren doch sehr licht im Vergleich zu früheren Jahren. Trotzdem gab es neben den Guggen- und Zunftmitgliedern auch Dutzende Zuschauer, die den Anlass besuchten. So etwa Heinz Kissling aus Olten: «Ich gebe nicht auf», sagte er lachend und fügte hinzu, dass es für ihn nichts ausser Guggenmusiken gäbe. Er höre diesen «einfach gerne zu», obwohl er selbst nie in einer mitgespielt habe. Und Angelika Jansen aus Wangen bei Olten erzählt, dass ihre Tochter unbedingt den Anlass besuchen wollte. «Für mich war es so die letzte Gelegenheit, die Guggen spielen zu sehen.»

Grosser Umzug wurde erstmals live gestreamt

Trotz des garstigen Dienstags blickt Beat Loosli zufrieden auf die insgesamt 13. Fasnacht mit ihm als Präsidenten des Fasnachts- und Umzugskomitees (Fuko) zurück. Einzelne Veranstaltungen sind ihm in besonders guter Erinnerung geblieben: Beim Kinderumzug am Donnerstag hätte es zum Beispiel «extrem viele Leute gehabt. Die ganze Kirchgasse war pumpenvoll».

Auch der Samstag sei «phänomenal» gewesen. Beim grossen Umzug am Sonntag sei der Zuschaueraufmarsch hingegen etwas tiefer ausgefallen als im vergangenen Jahr, als das Wetter nicht nur warm, sondern auch sonnig war. Dafür lief der Plakettenverkauf sehr gut. An einzelnen Ständen waren sie sogar ausverkauft, etwa bei der Bahnhofsbrücke. Apropos Plakette: Immer wieder gibt’s Stimmen, die sich über die Plakettenpflicht am grossen Umzug aufregen. Loosli relativiert zwar, dass sich diese Pflicht – wenn’s hart auf hart ginge – wohl rechtlich nicht durchsetzen liesse. Aber: Mit den Einnahmen würden die Kosten von mehreren zehntausend Franken bezahlt, die etwa für die Sicherheit ­anfallen.

Erstmals wurde der Umzug auch live auf der Facebook-Seite gestreamt und kommentiert. Entschieden hat sich der Fukorat dafür, weil das regionale ALF-TV in diesem Jahr nicht mehr dabei war. «Falls Zuschauer deswegen künftig den Umzug von zu Hause aus verfolgen würden, müssten wir die Sache nochmals überdenken.» Loosli hat aber beobachtet, dass Junge trotzdem vor Ort waren und mit ihrem Handy zugleich den Livestream benutzten.

Zufrieden nimmt der Fuko-Präsident ebenfalls zur Kenntnis, dass es zumindest bis am Dienstagmittag zu keinen grösseren Zwischenfällen kam. Dies bestätigt die Kantonspolizei auf Anfrage: «Es sind uns bisher keine relevanten Zwischenfälle aus der Region oder der Stadt Olten gemeldet worden.»

Zwei offene Fragen bleiben nach dieser Fasnacht: Wird die Schlüsselübergabe wie in den vergangenen zwei Ausgaben auch 2021 ausserhalb des Stadthauses stattfinden? «Am besten würde es mir und dem Stadtpräsidenten, der zum Anlass einlädt, beim Stadtturm gefallen.» Und: Ob der 56-Jährige auch im nächsten Jahr noch Fuko-Präsident ist, will er nicht ausschliessen. «Derzeit sieht es so aus, als gäbe es keine Veränderungen – aber», schiebt er nach, «ich halte die Augen offen.»

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