Region Olten
Trinkwasserversorgung soll sicherer werden: Noch ist aber vieles Stückwerk

Die Umsetzung des regionalen Wasserversorgungsplans rollt gerade erst an – für Wangen bei Olten gibts sogar eine Ausnahme.

Lena Bueche
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Ein Blick in die Grundwasserfassung im Oltner Gheid: Diese spielt eine wichtige Rolle im regionalen Wasserversorgungsplan Olten-Gösgen.

Ein Blick in die Grundwasserfassung im Oltner Gheid: Diese spielt eine wichtige Rolle im regionalen Wasserversorgungsplan Olten-Gösgen.

Bruno Kissling

Die Trinkwasserversorgung für die regionale Bevölkerung soll sicherer werden. Genau zwei Jahre ist es her, dass der regionale Wasserversorgungsplan Olten-Gösgen verabschiedet wurde. Während mit dem Bau der Grundwasserfassung Aarenfeld im Niederamt bereits eine zentrale Massnahme des Plans umgesetzt wird (siehe links), tut sich in der Region Olten noch wenig.

Der vom kantonalen Amt für Umwelt erarbeitete Plan verfolgt zwei Ziele: Erstens soll die Qualität des Trinkwassers sichergestellt werden. Wo noch nicht vorhanden, sind rund um die Wasserfassungen gesetzeskonforme Grundwasserschutzzonen auszuscheiden. Zweitens soll die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Zu diesem Zweck soll wischen Olten und Aarau eine durchgehende Netzverbindung hergestellt werden. Dies erfordert den Bau einer leistungsfähigen Transportleitung. Für die Umsetzung der vordringlichen Massnahmen des regionalen Plans, der 2016 für verbindlich erklärt wurde, haben die Wasserversorger zehn Jahre Zeit.

Pumpversuche erst im November

Im Gretzenbacher Aarenfeld wurde am 18. September die Bohrung des rund 30 Meter tiefen Brunnens in Angriff genommen. Diese ist unterdessen erfolgreich abgeschlossen, teilt Jörg Amsler, Präsident der Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN), mit. Zur Durchführung des gross angelegten Pumpversuchs, mit dem die Dimension der Grundwasserschutzzone bestimmt werden soll, kam es allerdings nicht wie geplant bereits im Oktober. Gemäss Hansjörg Merz, Vizepräsident der WVUN, hätten Abklärungen mit einer in der Nähe des Brunnens angesiedelten Firma zu Verzögerungen geführt. Als neuer Starttermin ist der 5. November gesetzt. Im Rahmen des 30 bis 35 Tage dauernden Pumpversuchs wird mithilfe von Markierstoffen das Verhalten des Grundwasserstroms bei unterschiedlichen Förderleistungen untersucht. Ziel ist, eine Schutzzone auszuscheiden, die auch im Fall eines Ausbaus der gegenwärtigen Förderkonzession von 5000 auf 10'000 Liter pro Minute noch den rechtlichen Vorgaben entspricht, so Amsler. (lbo)

Leitung noch kein Thema

Die durchgehende Transportleitung als Herz des Plans ist vorerst nur Stückwerk. So wurde zwar zwischen Schönenwerd und Aarau bereits eine Verbindungsleitung erstellt, die für die Förderung grösserer Wassermengen ausgelegt ist. Das westliche Teilstück der Verbindung zwischen Olten und Schönenwerd aber existiert noch nicht. Offenbar auch nicht in Papierform: Wie es vonseiten der Städtischen Betriebe Olten (sbo) auf Anfrage heisst, sei die Planung diesbezüglich noch nicht angelaufen.

Weil die Versorgungssicherheit jedoch nicht gegeben ist, solange es die Netzverbindung zum Niederamt nicht gibt, beschäftigen sich die sbo als Eigentümerin der Oltner und Trimbacher Wasserversorgung vorerst mit der Umsetzung einer Überbrückungsmassnahme: Wie Kommunikationsleiter Beat Erne erklärt, sei man daran, eine Notversorgung via Grundwasserpumpwerk Dellen in Trimbach zu erstellen. Diese soll bei einem Ausfall der Pumpwerke Gheid zum Tragen kommen und kurzfristige Versorgungsengpässe in Olten und Trimbach verhindern.

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Gemeinden sind in der Planungsregion Olten vom regionalen Wasserversorgungsplan betroffen: Olten, Winznau, Hauenstein-Ifenthal, Wisen, Starrkirch-Wil, Trimbach, Wangen bei Olten und Rickenbach.

Winznau müsste, um Versorgungssicherheit zu erlangen, ebenfalls einen Anschluss an die neue Transportleitung zwischen Olten und Schönenwerd erstellen. Solange aber diese Leitung nicht existiert, gibt es für die Bürgergemeinde vorerst keine Massnahmen umzusetzen, erklärt Anton Portmann, der als Bürgergemeinderat für das Ressort Wasser verantwortlich ist. Daher wende man sich vorerst anderen Aufgaben zu: «Vorrang hat für uns im Moment, das eigene Leitungsnetz à jour zu halten.»

Der regionale Wasserversorgungsplan sah ursprünglich vor, die Grundwasserfassung Bornstrasse in Wangen bei Olten stillzulegen. Das Dorf hätte stattdessen Wasser von den sbo beziehen sollen. Die Begründung dafür: Die bestehende Schutzzone entspreche nicht den gesetzlichen Minimalanforderungen. Eine Überarbeitung der Schutzzone würde jedoch hohe Investitionen in Schutzmassnahmen erfordern, weshalb es aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoller sei, die Fassung aufzugeben, heisst im verabschiedeten Wasserversorgungsplan.

Keine Verbindlichkeit für Wangen

Gegen die Stilllegung der eigenen Wasserfassung hat sich die Bürgergemeinde Wangen wiederholt gewehrt – offenbar erfolgreich: Die Verbindlichkeit des regionalen Plans wurde für Wangen aufgehoben. «Unser Ziel war es immer, unsere Eigenständigkeit zu bewahren», erklärt Stephan Aregger als Ressortchef Wasserversorgung die Motivation der Bürgergemeinde. Nun sei man daran, rund um das Pumpwerk Bornstrasse eine gesetzeskonforme Schutzzone auszuscheiden.

Für Planungsarbeiten, Landerwerb und allfällige bauliche Massnahmen hat die Bürgergemeindeversammlung im April einen Kredit von 6,9 Millionen Franken gesprochen. Gemäss Aregger soll der Entwurf des Schutzzonenplans inklusive Reglement bis Ende November beim Kanton eingereicht werden. Die Vorprüfung durch den Kanton könne bis zu drei Monate dauern. Allfällige Anpassungen nähmen ebenfalls Zeit in Anspruch. «Ich rechne damit, dass wir den Schutzzonenplan im Frühjahr 2019 auflegen können», so Aregger.

Keine Massnahmen nötig

Wenn Wangen bei Olten seine Fassung weiterbetreiben kann, ändert sich für die Gemeinde Rickenbach nichts, erklärt Baupräsident Urs Leimgruber. Sie wird weiterhin ihr Wasser aus Wangen beziehen und nicht, wie es die regionale Planung einst vorsah, aus dem Oltner Gheid.

Wenig ändern wird sich auch für den Zweckverband Wasserversorgung Unterer Hauenstein, dem die Gemeinden Wisen und Hauenstein-Ifenthal angehören: Sie werden wie bisher von den sbo mit Trink-wasser versorgt. Dasselbe trifft auf die Gemeinde Starrkirch-Wil zu, die ihr Wasser ebenfalls von den sbo bezieht.