SV Olten
Trainerduo des NLB-Teams vertauscht die Rollen

Eine Veränderung in der Rollenaufteilung des Trainerduos zeichnet sich ab: Dominik Richner, der erst kurz vor Saisonstart als neuer Cheftrainer zum Team gestossen war, und Assistentin Lisa Hackauf werden die Rollen wechseln.

Tobias Schalk
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Dominik Richner überlässt das Cheftraineramt der bisherigen Assistentin Lisa Hackauf (rechts).

Dominik Richner überlässt das Cheftraineramt der bisherigen Assistentin Lisa Hackauf (rechts).

Remo Froehlicher

Der Saisonstart ist den NLB-Volleyballern des SV Olten (SVO) gründlich missglückt. Nach zwei Auftaktniederlagen zeichnete sich auch am vergangenen Spieltag gegen das Männerteam von Volero Zürich früh ab, dass nicht viel zu holen sein würde. Während die Zürcher oftmals bereits mit dem Service erfolgreich waren, mussten die Oltner für ihre Punkte einen grossen Aufwand betreiben und begingen zu viele Eigenfehler.

Die Heimmannschaft handelte sich so früh einen Rückstand ein, dem sie fortan hinterherhinkte. Immer wieder war das Trainerduo mit Dominik Richner und Assistentin Lisa Hackauf zu Interventionen gezwungen. Während der Satzpausen, bei Timeout oder in kurzen Einzelgesprächen versuchten beide, den Mannen Sicherheit zu vermitteln und einfache Inputs zu geben.

Als es auch im letzten Spieldrittel nicht funktionierte, riss der Geduldsfaden auf der Trainerbank: Assistentin Hackauf meldete sich lautstark zu Wort und forderte die Spieler auf, weiter an ihre Chance zu glauben. Tatsächlich ging nochmals ein Ruck durch die Reihen.

Die Oltner realisierten mehrere Punkte in Serie, entschieden gar den längsten und spektakulärsten Ballwechsel der Partie für sich. Als sich die Eigenfehler daraufhin wieder mehrten und die 0:3-Niederlage in Sätzen nicht mehr abzuwenden war, liess sich aber auch die Antreiberin an der Seitenlinie etwas resigniert auf die Bank fallen.

Die Hoffnung lebt

Trotz abermaliger Chancenlosigkeit: Die Stimmung sei noch längst nicht zu Tode betrübt, erklären Hackauf und Richner unisono. So konnte auch die zuvor so enttäuschte Hackauf wenige Momente nach Spielschluss wieder lachen.

Angesichts einer Sommerpause unter erschwerten Bedingungen mit vielen Wechseln im Kader, einer längeren Trainervakanz und verspätetem Vorbereitungsstart sei ein schwieriger Auftakt in die neue Saison zu erwarten gewesen.

Vor zwei Monaten sei gar ein Teamrückzug im Raum gestanden, erzählt Hackauf, daher könne die momentane Baisse nicht erstaunen. «Wir lassen die letzte Konsequenz im Angriff vermissen, weil es dem Team noch an Selbstsicherheit fehlt», erklärt die 25-Jährige, welche sich ein Erfolgserlebnis für die SVO-Männer herbeiwünscht.

So ist das Trainerduo derzeit besonders im psychologischen Bereich gefordert. An der Arbeit im Training müsse nichts Grundlegendes geändert werden, es gelte sich den Erfolg zu erarbeiten.

Assistentin wird Cheftrainerin

Hingegen bahnt sich eine Veränderung in der Rollenaufteilung des Trainerduos ab: Dominik Richner, der erst kurz vor Saisonstart als neuer Cheftrainer zum Team gestossen war, und Assistentin Lisa Hackauf werden die Rollen wechseln.

«Ich schätze die Aufgabe als Cheftrainer, doch für mich hat sich abgezeichnet, dass ich diese nicht mehr länger mit meiner beruflichen Tätigkeit als Informatikdozent und dem Nebenstudium in Betriebsökonomie kombinieren kann», erklärt Richner sein Motiv.

Nach einer Besprechung mit dem Teamverantwortlichen hätten sich alle Seiten mit dieser Rochade einverstanden erklärt. So rückt der 29-Jährige, der sich für die psychologischen Aspekte des Spitzensports interessiert, künftig ins zweite Glied, wogegen Lisa Hackauf die Hauptverantwortung übernimmt.

Die Deutsche, welche über langjährige Erfahrung als Spielerin im Spitzenvolleyball in ihrem Heimatland verfügt, gehört seit vergangener Saison der SVO-Familie an. Damals war sie zusammen mit ihrem Freund Patrick Steffen, derzeit verletzter SVO-Akteur, zum Verein gestossen.

Mit ihrer beruflichen Beschäftigung als Physiotherapeutin in einem Gesundheitszentrum in Olten und dem Eishockey-Nationalteam der Frauen, dem Engagement als Spielerin beim Erstligisten Gerlafingen und ihrer Aufgabe beim SV Olten dominiert der Sport in ihrem Leben. Der Aufwand wird nicht geringer.

Denn mit ihrer ersten Tätigkeit als Cheftrainerin steht ihr gleich eine grosse Aufgabe bevor – gilt es doch, ein verunsichertes Team auf die Erfolgsspur zu führen. Ob der Rollentausch die Trendwende bringt, bleibt abzuwarten.

Mit dem Wechsel vom überlegten Richner hin zur leidenschaftlichen Hackauf wird den SVO-Männern künftig zumindest mehr Dampf gemacht.

Am kommenden Wochenende hat Richner im Rahmen einer Doppelrunde ein letztes Mal die Hauptverantwortung inne, wenn es am Samstag auswärts gegen den Aufsteiger VBG Klettgau geht und tags darauf in Olten das Derby gegen Schönenwerd II ansteht.