Olten
Trägerverein Cultibo verabschiedet Zentrumsleiter Peter Hruza

«Das Cultibo ist der lebendige Ort im Quartier, der von vielen Quartierbewohnerinnen und -bewohnern genutzt wird, so wie wir es uns beim Start 2011 erhofft haben», stellt Paul Dilitz, Präsident des Trägervereins des Begegnungszentrums fest.

urs amacher
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Präsident Paul Dilitz (links) verabschiedet Zentrumsleiter Peter Hruza.uam

Präsident Paul Dilitz (links) verabschiedet Zentrumsleiter Peter Hruza.uam

Urs Amacher

Ein Höhepunkt des vergangenen Vereinsjahres war das Cultibofest im Mai, das bei schönem Wetter über die Bühne ging. Am 2-Stunden-Lauf konnten 15 000 Franken Sponsoringgelder generiert werden. Damit kann die Küche erneuert werden.

Finanzielle Unsicherheit belastet

Der inhaltlichen Erfolgsgeschichte des Quartiertreffpunkts Cultibo steht der bedauerliche Rückzug der Stadt Olten aus dem Projekt gegenüber. Entgegen dem Antrag des Stadtrats lehnte es eine knappe Mehrheit des Gemeinderats ab, die 65 Stellenprozente für die Leitung des Zentrums weiterhin zu finanzieren – eine bittere Pille für alle in der Quartierarbeit Engagierten. Die Stadt wird also die Lohnkosten nur noch im laufenden Jahre bezahlen, im Jahr 2015 aber bloss noch zur Hälfte und 2016 nur noch zu einem Viertel. Nun muss der Vorstand versuchen, die fehlende Unterstützung durch Beiträge Dritter zu kompensieren.

Für den Verein und insbesondere für das Personal ist die finanzielle Unsicherheit sehr belastend, ebenso wie der Umstand, dass sich die Stadt Olten ideell und finanziell mehr und mehr zurückzieht. Der bisherige Leiter Peter Hruza hat denn auch auf Ende April 2014 gekündigt.

Präsident Paul Dilitz verabschiedete Hruza mit einem grossen Dankeschön: «Das Engagement von Zentrumsleiter Peter Hruza, seine Kreativität und seine Vernetzung sind einmalig. Er musste bei null anfangen und packte die Aufgabe mit unheimlicher Energie an. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Cultibo von der Quartierbevölkerung, Verwaltung und Politik sehr gut akzeptiert ist.»

In seinem Jahresbericht würdigte Dilitz zudem die Mitarbeit von Andrea Leonhard, die ein Pensum von 15 Prozent ausfüllt und im Quartier wohnt. «Ihre engagierte Art ist für das Quartiertreff ein grosser Gewinn.»

Auch statistisch konnte Paul Dilitz von einer Erfolgsgeschichte berichten. Der Verein Cultibo hat um 34 Mitglieder zugenommen. Über 3200 Personen haben im vergangenen Jahr die 158 öffentlichen Anlässe besucht, die Gäste an den 94 nicht öffentlichen Anlässen nicht mitgezählt.

Zentrumsleiter Peter Hruza ergänzte den Bericht des Präsidenten. Die Aufbauphase ist gemeistert, aber in Bezug auf die Nutzungen zeigen alle Kurven steil nach oben. «Das Cultibo wird von der Quartierbevölkerung regelmässig als Plattform für eigene Aktivitäten genutzt.» Die Vielfalt der Menschen, welche ins Cultibo kommen, habe sich verbreitert. Keinesfalls lässt es sich auf einen gelegentlich kolportierten «Ausländertreff» reduzieren. Die von Freiwilligen organisierten Veranstaltungen wie das Nähcafé, Musikfröschli (Singen für Kleinkinder), English für Kids und die Cultibo-Zmittage (gemeinsames Kochen und Essen) oder das Café Philo sind regelmässig ausgebucht. Demnächst startet ein Nothilfekurs (www.not-hilfe.ch). Erfolgreich sind auch die inzwischen vier Gesprächsgruppen, wo in wöchentlichen Treffen fremdsprachigen Menschen Konversationsgelegenheiten angeboten werden. «Die Leute rennen uns fast die Bude ein», freute sich Hruza, sodass bereits Auswärtige abgewiesen werden müssen. Dank dem Mix an Anlässen konnten Menschen mit ganz unterschiedlichem kulturellem Hintergrund angesprochen werden.

Wechsel im Vorstand

Eva Lang, welche schon an den städtischen Workshops zu Olten-Ost sowie bei der Gründung des Trägervereins Cultibo aktiv war, trat aus dem Vorstand zurück. Sie war für das Ressort Finanzen verantwortlich, das nun von Dinesh Jayasuriya übernommen wird. Der Vorstand war 2013 auf zwei Jahre gewählt worden und besteht aus Paul Dilitz (Präsident), Yabgu R. Balkaç (Vize), Heinz Eng (Vize), Jennifer Khelil (Protokoll), Gaby Denzler (Personal), Rita Lanz (Öffentlichkeitsarbeit) und Irina Rybalchenko.

Die Versammlung wurde abgerundet von der Bloggerin Murielle Kälin. Sie las eine berührende Geschichte von einem krebskranken Kind, das Besuch von einem Clown erhält.