«Ich hätte dir schon Herz gespielt, wenn ich Herz gehabt hätte.» – «Ich hatte nichts Brauchbares in den Händen.» – «Das war ein schöner Stich.» – Sätze dieser Art waren am Donnerstagabend in der Waadtländerhalle und in der Suteria allenthalben zu hören. Denn zum zweiten Mal kam der Event «Jass am Turm» zur Austragung – unter der Anleitung einer prominenten Regisseurin, «Samschtig-Jass»-Moderatorin Monika Fasnacht fungierte als Spielleiterin. Die TV-Frau musste dabei einige Laufarbeit verrichten.

Wegen des stürmischen Wetters wurden die Jassteppiche nicht wie im vergangenen Jahr draussen auf dem Ildefonsplatz, sondern in der Waadtländerhalle und der Suteria ausgebreitet. Fasnacht musste deshalb ständig zwischen den beiden Wirtschaften hin und her hetzen.

Der Blick in die Karten

Einiges an Laufarbeit hatten auch die Serviceangestellten zu verrichten. Denn das drückende Wetter machte den 136 Teilnehmern des Jass-Plauschturniers Durst. Rita Ledermann, Wirtin im «Tiger», wie die Waadtländerhalle oft genannt wird, war deshalb ebenfalls im Service-Einsatz. Nur zu gern hätte sie, die den Event «Jass am Turm» gemeinsam mit Klaus Kaiser initiiert hat, selber gross aufgetrumpft beim Jassturnier. «Jassen ist mein grösstes Hobby», sagt sie denn auch.

Für sie ist die gute Laune der Jasser ein grosses Trostpflaster. «Die Leute haben grossen Spass. Selbst von der Hitze lassen sie sich die Laune nicht verderben. Das ist doch schön», sagt Ledermann. Hin und wieder schaut sie dem einen oder anderen Jasser über die Schulter, oder besser gesagt in die Karten. «Nicht immer würde ich dieselbe Karte ausspielen», sagt sie schmunzelnd. «Manchmal muss ich aber feststellen, dass es auch so funktioniert.»

Fachsimpeleien sind an diesem Abend viele zu hören – nicht nur von Wirtin Ledermann. Nach einer gespielten Partie werden die einzelnen Züge nochmals analysiert. Trotzdem: Verbissen oder überehrgeizig wirkt die Stimmung beim «Jass am Turm» nicht. «Mir geht es nicht ums Gewinnen. Ich bin wegen der Leute hierher gekommen», sagt etwa René Friedli aus Wangen. Heinz Dörrwächter aus Obergösgen stösst ins selbe Horn: «Wenn ich gut jasse und gewinnen sollte, ist das toll. Aber es ist kein Beinbruch, wenns nicht klappt. Schliesslich habe ich mich auch angemeldet, um Leute kennenzulernen.»

Drei Männer haben abgeräumt

Vier Spiele mit wechselnden Partnern à je acht Runden hat beim «Jass am Turm» jeder Teilnehmer zu bestreiten. René Friedli ist an diesem Abend mit seiner ersten Partie nicht ganz zufrieden. «Wir hatten am Ende nicht unbedingt Kartenglück. Aber wir haben auch nicht immer ganz gut gejasst», meint er selbstkritisch.

Die Punkte der vier Partien werden am Ende zusammengezählt, anhand dieser wird eine Gesamtrangliste erstellt. Haben bei der letztjährigen, erstmaligen Ausgabe noch die Frauen dominiert, haben in diesem Jahr die Männer wieder das Ruder übernommen: Marius Schmid aus Obergösgen konnte sich als «Jass am Turm»-Sieger feiern lassen. Dahinter spielte sich Rudolf Haudenschild aus Niderbipp auf den zweiten und Richard Mahrer aus Lostorf auf den dritten Rang.