Der Winter kommt. Das Land verschwindet unter einer Schneedecke oder gefriert. Das Nahrungsangebot in der Natur wird knapp. Also: ab in den Süden!

Um dem winterlichen Futtermangel zu entfliehen, ist das Auswandern tatsächlich ein gangbarer Weg, den beispielsweise die Zugvögel wählen. Weniger mobile Tiere haben nur die Wahl, entweder durchzuhalten oder die unwirtliche Jahreszeit schlafend zu verbringen.

Tatsächlich ist das Auswandern ein gangbarer Weg, um dem winterlichen Futtermangel zu entfliehen. Diese Möglichkeit, die beispielsweise von den Zugvögeln gewählt wird, ist bloss eine Art und Weise, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Total 31 Überwinterungs-Strategien werden in der Ausstellung gezeigt, welche am Donnerstagabend im Naturmuseum Vernissage hatte.

Durchhalten oder schlafen

Die Tiere und Pflanzen kennen fast beliebig viele Möglichkeiten des Überwinterns. Mit ihrem Team habe sie 31 typische Taktiken ausgewählt, erklärte Britta Allgöwer, die Direktorin des Natur-Museums Luzern, welches diese Ausstellung zu Winterökologie konzipierte. Sie fasste die Überlebensstrategien in Gruppen zusammen. Ausser der Flucht in wärmere Gefilde gibt es nur die Wahl zwischen durchhalten oder schlafen.

Neben den (insektenfressenden) Zugvögeln, die in den Süden ausweichen, gibt es auch Vögel, die aus noch unwirtlicheren Gegenden zu uns kommen, um zu überwintern. Zu solchen Wintergästen zählt beispielsweise die Reiherente, die aus Nordeuropa zu uns kommt, oder der Alpenmauerläufer. Zu jener Gruppe von Säugetieren, welche den Winter schlafend verbringen, gehören Murmeltiere, Eichhörnchen, Igel oder Braunbären.

Noch tiefer «schlafen» die Fledermäuse, Schleien oder Weinbergschnecken, die in eine Winterstarre verfallen. Sie reduzieren Atmung, Herzfrequenz und Stoffwechsel auf ein absolutes Minimum. Weniger bekannt ist, dass auch Rehe, Gämsen, Hirsche und Steinböcke so etwas haben und ihren Stoffwechsel im Winter auf reduzierten Ruhemodus umschalten.

Als Ei, Raupe oder Puppe

Einen anderen Weg, um den Winter zu überstehen, haben die Sommervögel gefunden. Sie verbringen ihn als Ei, Raupe oder Puppe. Aber auch hier gibt es erwachsene Schmetterlinge, etwa das Tagpfauenauge, die sich in einer Mauerritze verkriechen und in eine Starre verfallen. Der Zitronenfalter überwintert als einziger ungeschützt im Freien, indem er Frostschutzmittel in seinen Körper einlagert.

Winterspeck und Pelzmantel

Wer hier bleiben will, muss sich warm anziehen. Deshalb legen sich einige Tiere ein dichteres Winterfell zu und fressen sich einen Fettvorrat auf die Rippen. Schneehuhn und Schneehase wechseln gar das Kleid in Weiss, um sich besser zu tarnen. Vögel können den Vorrat schwerlich mit sich herumtragen. Die Eichel- und Tannenhäher verstecken deshalb Unmengen von Nüssen, Eicheln und Bucheckern als Reserve für die winterliche Mangelzeit. Misteldrosseln lassen die Nahrung gar am Baum, verteidigen «ihren» Vorratsbaum aber gegen Artgenossen.

Schneesterne

Nichts verkörpert den Winter mehr als der Schnee, der aus Eiskristallen besteht, sagte Peter Flückiger zur Vernissage der gleichzeitig stattfindenden Ausstellung über Schneekristalle. Eric Albisser vom Gletschergarten Luzern hat unzählige der sechseckigen Schneesterne fotografiert und zeigt nun eine Auswahl der kleinen Kunstwerke im Naturmuseum Olten.

Eine dritte Ausstellung, wenn man so will, befindet sich an der Aussenseite des Museums. Caspar Klein hat die Hausfassade und die Aussenvitrinen mit Sujets zum Thema Überwintern gestaltet.

«Überwintern – 31 grossartige Strategien» und «Schneesterne», Ausstellungen im Naturmuseum Olten, Kirchgasse 10 Di–Sa 14–17 Uhr, So 10–17 Uhr. Reiches Begleitangebot.