Poetry Slam Olten
Thuner Übermacht bestimmt das Finale der zweiten Ausgabe von «laut&deutlich»

Die Oltner «laut&deutlich»-Poetry-Slam-Trilogie startet ins neue Jahr – gleich drei Slammer aus dem Berner Oberland sind mit dabei.

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Remo Rickenbacher aus Thun: der Sieger der zweiten Ausgabe der Poetry-Slam-Trilogie.

Remo Rickenbacher aus Thun: der Sieger der zweiten Ausgabe der Poetry-Slam-Trilogie.

Dieter Graf

Vergangenen Freitag startete in der Schützi die Poetry-Slam-Trilogie des Vereines art i.g. ins neue Jahr. Olten erlebte ein hochkarätiges Programm der Bühnenpoesie mit klarer Dominanz der Berner. Drei Thuner Slammer waren im Programm, welche auch im Kollektiv «Thun ist nirgends» aktiv sind, das auf die bekannte Gruppe «Bern ist überall» mit bekannten Grössen wie Pedro Lenz, Beat Sterchi oder Guy Krneta anspielt. Während der ehemalige Trilogiesieger und amtierende Schweizer Meister Marco Gurtner mit dem undankbaren ersten Startplatz auf der Strecke blieb, schafften es die anderen Thuner ins Finale. Der letztmalige Finalist Remo Zumstein aus Burgdorf wurde mit 0,1 Wertungspunkten Differenz undankbarer Vierter.

Keine Frau schaffte es in das Finale

Die Solothurnerin Christine Hasler von der Band Lia Sells Fish holte das Publikum mit gefühlvollen Songs ab und stimmte bestens auf den Abend ein. Es folgte ein fulminantes Programm der Bühnenpoesie mit vielen Facetten. Während die Texte der Slammerinnen eher autobiografisch vom eigenen Alter, von einem Date und der Liebe zum Essen oder der Selbstbestimmung handelten und es diesmal keine Frau ins Finale schaffte, zeigten die Männer eine grosse Bandbreite. Hans Jürg Zingg, mit 75 Jahren der älteste Poet auf der Bühne, recycelte einen Bühnentext von 1981 zur Klimakatastrophe und zeigte, wie gewisse Themen schon damals angesprochen wurden. Es folgten weitere ernste Texte über den Krieg in Sarajewo, philosophische Fragen oder die Rolle als Vater, aber auch Spasstexte. Der Deutsche Tobi Kunze bewies, dass er sich mit dem Auftrittsland auseinandersetzt, und performte ein Gedicht über Olten sowie ein Vergleich zwischen dem deutschen Norden und der Schweiz. Leider fiel sein Beitrag der Zeitbeschränkung zum Opfer. Und aufgrund verpasster Pointe schaffte er es trotz toller Performance nicht ins Finale.

Der Sieg wurde zwischen den beiden Thunern Michael Frei (Trilogiesieger 2016), Remo Rickenbacher und Claude Ziehbrunner aus Uster ausgemacht. Rickenbacher konnte überglücklich den Pokal in die Höhe stemmen. Für den Trilogiefinal vom 6. März bleibt das Rennen spannend. Sämtliche Finalisten werden anwesend sein. Die bisherigen Sieger Jachen Wehrli und Remo Rickenbacher werden alles daransetzen, den Gesamtsieg zu holen. (rva)

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