Lostorf
Thermalbad in Lostorf wird nicht umgebaut

Für 30 Millionen hätte das Thermalbad Lostorf erneuert werden sollen. Doch einige Anwohner stellten sich quer. Nun legt die Besitzerin Aqua Spa Resort AG das Projekt auf Eis.

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Im Thermalbad Lostorf kann schon seit über 10 Jahren nicht gebadet werden.

Im Thermalbad Lostorf kann schon seit über 10 Jahren nicht gebadet werden.

www.lostorf.ch

Die Aqua Spa Resorts AG hatte geplant, im seit 10 Jahren geschlossenen Bad von Grund auf zu erneuern. Im April 2011 wurde das Projekt vorgestellt. Ein Waldbad mit Wichtel-, Elfen- und Feenbad war die Idee. Sogar eine Trollhöhle hätte es geben sollen. Bereits wurden 2,5 Millionen Franken investiert.

 So sollte die Therme aussehen.

So sollte die Therme aussehen.

precomarenato.com

Wie das Regionaljournal Aargau/Solothurn berichtet, soll das Bad nun doch nicht gebaut werden. «Wir legen das Projekt auf Eis», sagt Aqua Spa Resorts-Geschäftsführer Roger Bernet. Eigentlich wäre man so weit gewesen, dass man die Baubewilligungen hätte einholen und mit dem Umbau Mitte dieses Jahres hätte beginnen wollen, wie Bernet auf Anfrage erklärte.

Die Aqua Spa Resorts Development and Management AG, Bern, betreibt bereits das Hammam & Spa Oktogon in Bern, das Solbad & Spa in Schönbühl BE, das Mineralbad & Spa in Samedan GR sowie das Thermalbad & Spa in Zürich.

Derzeit laufen die Bauarbeiten für das Mineralbad & Spa in Rigi Kaltbad SZ, das Anfang Juli dieses Jahres eröffnet werden soll. Als nächstes soll das Lido & Spa in Locarno TI folgen.

Für den Umbau des vorgesehenen Thermalbades & Spa in Lostorf hätte das Unternehmen rund 30 Mio. Franken aufwenden wollen. Zirka 2,5 Mio. davon wurden, laut Bernet, bereits in den Kauf des Gebäudes sowie in die Kosten zur Beseitigung der bisherigen «Unklarheiten und Altlasten» aufgewendet. (bw)

Dienstbarkeiten neu regeln

Doch dazu hätte man mit den Stockwerkeigentümern - rund 70 an der Zahl; rund 60 Parteien, die hätten unterzeichnen sollen - die Dienstbarkeiten rund um das Badgelände neu regeln müssen. Dazu gehörten unter anderem das Fahrwegrecht, das Fusswegrecht sowie die Nutzung der Grünanlagen rund um das Gebäude herum, welche sich im Eigentum der Aqua Spa befinden.

Rund ein Drittel der Stockwerkeigentümer habe nicht unterschreiben wollen «aus Angst, dass man ihnen etwas wegnimmt», so Bernet. «Diese Leute haben irgendwie eine innere Blockade. Sie haben das Gefühl, durch die neuen Regelungen schlechter zu fahren als bisher.

Keinen aktiven Beitrag leisten

Dass das Bad doch noch umgebaut wird, ist nicht auszuschliessen. Die Firma will sich zumindest dieses Jahr nicht mehr um das Projekt kümmern. Vorrang haben nun andere Bäder, wie zum Beispiel auf der Rigi und in Locarno.

Die Türen seien noch nicht zugeschlagen, meint Bernet, «aber wir leisten keinen aktiven Beitrag mehr, jetzt sind die Stockwerkeigentümer an der Reihe». (ldu/wb)