Die «Schützi» war gut gefüllt am Samstagnachmittag, als die Primarschüler und -schülerinnen, die am Tanz- und Tanztheaterprojekt teilgenommen hatten, ihr Stück auf die Bühne brachten. Wie jedes Jahr in den Frühlingsferien hatten rund 50 Kinder während einer Ferienwoche unter Anleitung von Theaterpädagogin Käthi Vögeli und Tanzpädagogin Ursula Berger ein Tanztheaterstück erarbeitet. Dass es sich dabei um eine Werkstattaufführung handelte und deshalb vielleicht nicht jeder Schritt, jedes Wort perfekt sitze, hätte Vögeli vorgängig gar nicht zu erwähnen brauchen: Die Darbietung war beeindruckend.

In «Chatschibogutumba ‹frozen›» wollen Freunde dem bösen Zauberer Mikado das Handwerk legen, der sich wieder einmal einen von ihnen geschnappt hat. Doch dann wird den Kindern eine Flaschenpost zugespült, die das Zauberwort verrät, mit dem Mikado besiegt werden kann: Chatschibogutumba! Als sich die ganze Stadt versammelt, um das Zauberwort auszusprechen, nimmt ihnen Mikado jedoch die Stimme. Drei Auserwählte machen sich nun auf eine abenteuerliche Reise: Sie sollen das Wässerchen aufspüren, das ihnen ihre Stimme zurückgibt. Im Dschungel lauern ihnen Räuber und wilde Tiere auf, und die Fahrt auf der «MS Hawaii» ist so vergnüglich, dass sie beinahe ihren Auftrag vergessen. Im Eisland «frozen» schliesslich entdecken sie die magische Flüssigkeit, finden die Sprache wieder und machen dem Zauberer Mikado endlich den Garaus. Der verwandelt sich in einen weissen Hasen und hoppelt davon …

Spezielle Umsetzung

Das Besondere am Stück war indes nicht die eigentliche Geschichte, sondern deren Umsetzung. So malte jede Szene ein visuell und klanglich wieder völlig neues Bild: neue, kräftige Farbeindrücke, neue Formen, neue Beats, zu denen die Kinder einige zum Teil anspruchsvolle Choreografien tanzten – ein Schauspiel für die Sinne. Wenige einfache Requisiten genügten, um den Eindruck eines Urwalds oder eines Schiffs zu vermitteln. Und was die rund 150 Zuschauer im Saal vielleicht am meisten begeisterte: Das von den Kindern gezeigte Stück strotzte vor feiner Ironie und machte zum Zuschauen ehrlich Spass – auch und gerade den Erwachsenen.

«Chatschibogutumba ‹frozen›» war die dreissigste und letzte Inszenierung dieser Art, da Käthi Vögeli das Theater und Tanztheater für Kinder nach nunmehr dreissig Jahren abgibt. Auch ihre Projektpartnerin Ursula Berger, mit der sie seit 1999 das Projekt leitet, hört auf. Die dreissig Projektwochen, die sie durchgeführt hätten, seien schön und anstrengend gewesen, sagte Vögeli. «Ich bin seit 30 Jahren fasziniert, was Kinder in einer Woche auf die Beine stellen können.» Sie hätten jeweils den Faden vorgegeben, aber entwickelt hätten die Kinder das Stück immer selbst. Eine ehemalige Teilnehmerin des Projekts, die vor 30 Jahren schon dabei war, hatte die Projektwoche als «Wahnsinnserlebnis» in Erinnerung. Sie habe dabei gelernt, selbstständig zu sein, und ihre Freude am Tanzen gefunden.

«Das Projekt ist in dieser Art jetzt abgeschlossen», meinte Vögeli zum Schluss, aber die Schuldirektion sei daran interessiert, das Tanztheater weiterhin zu fördern. Wie es mit dem Projekt Theater und Tanztheater für Kinder weitergeht? «Das ist noch ein Geheimnis», meinte Ursula Berger verschmitzt.