Olten

«Taubstumme» betteln im Regionalzug mit Unterschriftenbogen

Mit diesem Papier fragen vermeintlich Taubstumme um eine Unterschrift - und um eine Spende.

Mit diesem Papier fragen vermeintlich Taubstumme um eine Unterschrift - und um eine Spende.

Fiese Masche: Junge Rumänen geben sich als taubstumm aus und bitten mithilfe eines Bettelbriefs um Geld. So auch kürzlich in der S-Bahn zwischen Tecknau nach Olten.

Die Baselbieter Polizei nahm vergangenen Samstagmittag in Gelterkinden zwei illegale Bettler fest. Die beiden 14-jährigen, im Elsass wohnhaften Rumänen hatten sich als taubstumm ausgegeben und im Parkhaus der Migros am Badweg um Geld gebettelt. Eine aufmerksame Drittperson rief die Polizei.

Fieser Bettelbrief

Die Nordwestschweiz erhielt von einem Leser die Kopie eines Bettelbriefs, mit dem Jugendliche unter der falschen Vorgabe, taubstumm zu sein, Passanten und Zugpassagiere ansprechen. Der Leser selbst wurde im März in der S-Bahn zwischen Tecknau und Olten von zwei falschen Bettlern angegangen. «Zuerst fragten sie mit Handzeichen um eine Unterschrift, dann wollten sie Geld.» Der Passagier durchschaute jedoch die Masche, nahm den beiden die verbleibenden Papierbogen ab und drohte mit der Polizei. Als der Zug in Olten hielt, spurteten die Jugendlichen davon.

Die fiese Masche ist offenbar schon länger bekannt: Als der besagte Leser den Vorfall am SBB-Schalter meldete, meinte der Mitarbeiter am Schalter bloss: «Ah, sind sie wieder unterwegs ...» 

Bei der Kantonspolizei Solothurn sind derzeit keine solchen Fälle bekannt.

Ausgrenzung aus Kanton verfügt

Zurück zum Fall der beiden Jung-Ganoven von Gelterkinden: Als die Beamten eingetroffen waren, ergriffen sie die Flucht, konnten aber kurze Zeit später in der Nähe des Bahnhofs eingeholt und angehalten werden.

Am Samstagnachmittag wurden die beiden wieder entlassen, die Jugendanwaltschaft hat gegen sie entsprechende Strafverfahren eröffnet. Das kantonale Amt für Migration hat für die beiden Jungen, die sowohl hören als auch sprechen können, eine Ausgrenzung aus dem Kanton verfügt.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um erhöhte Vorsicht und appeliert, nicht auf die «Taubstummen-Masche» hereinzufallen. (jan)

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