Die Offiziersgesellschaft Olten und Umgebung lud kürzlich zu ihrer 131. Generalversammlung ins Restaurant Aarhof in Olten ein. Der Präsident, Oberstleutnant im Generalstab Johannes Gäumann, hiess speziell Regierungsrätin Brigit Wyss sowie rund 30 Offiziere willkommen. Er liess die einzelnen Aktivitäten in seinem Rückblick Revue passieren und kündigte die Anlässe für das aktuelle Vereinsjahr an. Nebst dem traditionellen Schiessen in Bad Ramsach am 26. Oktober und dem Chlausschiessen auf dem Schiessplatz Gehren am 30. November wird für den Herbstanlass ein neues Konzept in Zusammenarbeit mit anderen militärischen Organisationen auf dem Platz Olten gesucht. Der Tag Gesellschaft und Armee der kantonalen Offiziersgesellschaft ist für den 23. Mai angesagt. In diesem Jahr steht das Thema Cyber im Zentrum. Divisionär Thomas Süssli, Chef Führungsunterstützungsbasis der Armee, wird zum Thema «Cyber-Defense aus Sicht Bund und Militär» und Rainer Mühlberger, IT-Leiter und Mitglied der Geschäftsleitung Swissgrid, wird zum Thema «Cyber-Security im unternehmerischen Alltag» referieren.

Die Gesamterneuerungswahlen des Vorstandes gaben zu keinerlei Diskussionen Anlass, sodass der Vorstand für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt wurde. Dies sind der Präsident Johannes Gäumann, Vize Stephan Glättli, Kassier Lukas Herzog, Sportoffizier Florian Frey, Beisitzer René Wernli sowie Aktuar Christian Berger.

Ist der Einsatz noch notwendig?

Im Anschluss orientierte Christian Berger, gewesener Nationaler Kontingentskommandant der Swisscoy im Kosovo, die Anwesenden über seine Erfahrungen aus seinem Einsatz von April bis Oktober 2018. Dabei ging er auf die die politische, ökonomische und soziale Situation im Kosovo und die Spannungen in der Region ein und referierte über den Auftrag der Kosovo Force Kfor und die Rolle der Schweizer Armee innerhalb dieser multinationalen Task Force aus rund zwei Drittel Nato-Staaten und einem Drittel Nicht-Nato-Mitgliedern.

20 Jahre nach dem Eingreifen einer multinationalen Streitkraft im Kosovo, aus welcher später die Kfor, eine Nato-geführte Truppe unter UN-Mandat 1244 hervorging, stand die Frage bei den Oltner Offizieren im Raum, ob es die Kfor und insbesondere das Schweizer Engagement weiterhin brauche. Der Referent konnte aufzeigen, dass im Kosovo Regierung, Parlament, Gerichte und nationale Polizei und seit jüngst – gemäss Parlamentsbeschluss – auch eine Armee (ehemalige Kosovo Security Force) existieren und sich internationale Organisationen wie die Unmik (UN Mission in Kosovo) und die Eulex (Rechtsstaatlichkeitsmission der EU im Kosovo) immer mehr zurückziehen würden, der Garant für Frieden und Stabilität in der Region aber noch immer die Kfor ist. Die Swisscoy spielt mit sogenannten Liaison und Monitoring Teams, insbesondere im Nord-Kosovo seit 2012 als Lead-Nation, den Lufttransportkapazitäten, sowie mit Stabsoffizieren im Hauptquartier eine wichtige Rolle innerhalb der Kfor. (chb)