«Wir suchen eine passende Fläche nicht ausserhalb, sondern mitten in der Stadt Olten oder sehr nahe am Bahnhof», sagte heute Markus Graf, CEO der Swiss Prime Site (SPS), im Anschluss der Generalversammlung im Oltner Stadttheater. Während der Versammlung, bei der das Geschäftsjahr 2014 kurz zusammengefasst wurde, betonte der CEO bereits, dass das Segment «Wohnen im Alter» für die Zukunft besonders grosses Potenzial habe, welches die SPS auch in Zukunft nutzen wolle. Offenbar auch in Olten. «Ja, wir wollen in eine Altersresidenz in Olten investieren», so Graf. Der Suchauftrag für die passende Landfläche habe die Tochterfirma Wincasa bereits vor drei bis vier Wochen erhalten. «Sie arbeiten schon daran», so Graf. Viele Firmen würden Olten unterschätzen: Die verkehrstechnische Lage sei einfach ideal. Zudem gehöre die SPS auch ein bisschen zum Kanton Solothurn, so der Solothurner CEO. Es passe einfach und man wolle bleiben.

Im Kanton verwurzelt

Dass die grösste Immobiliengesellschaft der Schweiz ihren Sitz in Olten hat, freut natürlich auch die Oltner Regierung. «Als Steuerzahler aber auch als Arbeitgeber ist die SPS wichtig für Olten», sagte Stadtrat Thomas Marbet, der als Gast anwesend war. Besonders geschätzt werde zudem die Unterstützung der SPS an die lokalen Sportvereine. Auf der EHCO-Website wird die Immobilienfirma als Diamant-Sponsor aufgeführt. «Schliesslich ist der Sitz der SPS auch eine Auszeichnung für die Stadt Olten», so Marbet. Auch er sieht Entwicklungspotenzial in der Stadt: das Land beim Bahnhof Nord und Olten Südwest. «Aber da diese nicht der Stadt gehören, habe ich wenig zu sagen», so Marbet. Er würde es aber befürworten, wenn die SPS in die Entwicklung dieser Orte investieren würde.

Vorsichtig in die Zukunft

Die Strategie der Immobilienfirma soll wie bisher weitergeführt werden, hiess es an der GV. Diese habe sich schliesslich bis jetzt bewährt: Der EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) blieb mit 349,6 Mio praktisch unverändert und der Gewinn wurde um 5,9 Prozent auf 236 Mio. erhöht. Der Wert des Immobilienportfolios (Fair Value) beträgt derzeit 9,8 Mia. – 445,5 Mio. mehr als im Vorjahr. Trotzdem gibt sich Graf vorsichtig: In der Immobilienbranche werde man in den nächsten Jahren sicher die Auswirkungen der Annahme der Zuwanderungsinitiative erleben. Man werde deshalb nicht zu grosse und nicht zu viele Bürogebäude bauen.
Wichtig sei, dass man flexibel bleibe und auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiere. «In den Shopping-Zentren zum Beispiel wollen die Leute nicht nur einkaufen, sondern wollen auch etwas erleben», so Graf zu den 327 Aktionären mit funkelnden Augen. Derselbe Satz mit der selben Betonung hätte von einem jungen Mann sein können.
Trotzdem: Seit Montag ist bekannt, dass der 65-jährige CEO nächstes Jahr sein Amt aus Altersgründen abgeben wird (wir berichteten). Der Nachfolger wurde bereits ernannt: René Zahnd, 49, aktuell Mitglied der Implenia-Konzernleitung. Er lächelte den Aktionären an der GV aber lediglich auf einem Foto entgegen.