Olten
Swiss Prime Site erzielt das beste Resultat seit der Firmengründung

Der in Olten ansässige Immobilien-Riese Swiss Prime Site hat gut lachen: Die führende Immobilien-Investmentgesellschaft der Schweiz kann im Geschäftsjahr 2015 das bisher beste Ergebnis seit der Gründung vorweisen. Der CEO Markus Graf tritt so mit einem Rekordergebnis ab.

Beat Nützi
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Swiss Prime Site wächst und verdient mehr

Swiss Prime Site wächst und verdient mehr

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Während der Stromgigant Alpiq serbelt, zeigt sich der ebenfalls in Olten domizilierte Immobilienriese Swiss Prime Site nach wie vor in Bestform. Entsprechend gut war die Stimmung an der Generalversammlung im voll besetzten Stadttheater am Dienstag.

Die Aktionäre hatten allen Grund zur Freude, denn die Swiss Prime Site als führende Immobilien-Investmentgesellschaft der Schweiz mit einem Portfolio im Wert von 9.7 Mrd. Franken erzielte im Geschäftsjahr 2015, das letztmals unter der operativen Führung von Markus Graf (Feldbrunnen) stand, ihr bisher bestes Ergebnis seit ihrer Gründung. «Mister Swiss Prime Site», der operativ die Geschicke des Unternehmens seit der Gründung im Jahre 2000 bis Ende 2015 leitete, tritt somit mit einem Rekordergebnis als CEO ab. Er wird künftig im Verwaltungsrat für die Unternehmung tätig sein.

«Mister Swiss Prime Site» neu im Verwaltungsrat Markus Graf (Feldbrunnen), der die Swiss Prime Site seit ihrer Gründung im Jahr 2000 bis Ende 2015 als CEO operativ führte, wurde an der gestrigen Generalversammlung in Olten in den Verwaltungsrat gewählt. Somit bleibt dem Unternehmen das Know-how des «Mister Swiss Prime Site» erhalten. (bn)

«Mister Swiss Prime Site» neu im Verwaltungsrat Markus Graf (Feldbrunnen), der die Swiss Prime Site seit ihrer Gründung im Jahr 2000 bis Ende 2015 als CEO operativ führte, wurde an der gestrigen Generalversammlung in Olten in den Verwaltungsrat gewählt. Somit bleibt dem Unternehmen das Know-how des «Mister Swiss Prime Site» erhalten. (bn)

Bruno Kissling

Dividende und Vergütungen

Vom guten Ergebnis profitieren auch die Aktionäre, die eine Dividende von 3.70 Franken pro Aktie erhalten; bei einem Jahresschlusskurs von 78.50 (73) Franken entspricht dies einer recht attraktive Barrendite von 4.7 Prozent. Gut gelaunt stimmten die Aktionäre deshalb den Anträgen des Verwaltungsrates zu, so auch den Vergütungen für das laufende Jahr mit einem Maximalbetrag von 1,8 Mio. Franken für den Verwaltungsrat (8 Personen) und 7 Mio. Franken für die Geschäftsleitung (6 Personen).

Umso irritierter zeigte sich Verwaltungsratspräsident Hans Peter Wehrli (Zürich) über den Entscheid zum Vergütungsbericht 2015. Dieser wurde nämlich in einer nicht bindenden Konsultativabstimmung mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 51,3 Prozent abgelehnt – ohne Diskussion.

Gegenüber dem Oltner Tagblatt äusserte sich Wehrli nach der Versammlung etwas verwundert, da die Vergütungen 2015, gegen 1,5 Mio. Franken für den Verwaltungsrat und rund 6,7 Mio. Franken für die Geschäftsleitung, den genehmigten Vorgaben entsprächen. Er werde bei grösseren Aktionären den Grund für die Ablehnung zu erörtern versuchen. Dieser Entscheid passte auf jeden Fall nicht in den Zustimmungsreigen mit Quoten, die laut Wehrli an nordkoreanische Verhältnisse erinnerten.

Unter anderem gaben die Aktionäre auch grünes Licht für eine Aufstockung des Aktienkapitals um maximal 91,8 Mio. Franken (durch Ausgabe von höchstens 6 Mio. Aktien mit einem Nennwert von 15.30 Franken) in den nächsten Jahren. Damit soll der Gesellschaft ermöglicht werden, den Finanzierungs- und Refinanzierungsbedarf gegebenenfalls mittels Ausgabe von Wandelanleihen oder ähnlichen Instrumenten sicherzustellen.

Neue Verwaltungsratsmitglieder

Never change a winning team: Das sagten sich die Aktionäre wohl bei der Wahl des Verwaltungsrates, der mit Ausnahme des zurückgetretenen Vizepräsidenten Thomas Wetzel bestätigt und ergänzt wurde durch die promovierte Zürcher Mathematikerin Elisabeth Bourqui und Markus Graf, der auf 2016 hin seine Funktion als CEO an den gebürtigen Berner René Zahnd abgegeben hat.

Allerdings fielen die Wahlergebnisse der amtsälteren Verwaltungsräte deutlich schlechter aus als jene der amtsjüngeren und neuen. Präsident des Verwaltungsrates bleibt Hans Peter Wehrli. Dieser führte auf Anfrage dieser Zeitung das schlechtere Wahlresultat der amtsälteren Verwaltungsratsmitglieder, zu denen auch er gehört, auf die Empfehlungen von Stimmrechtsberater wie ISS und Ethos zurück.

Positive Aussichten

Sowohl Zahnd als auch Wehrli äusserten sich an der gestrigen Generalversammlung optimistisch für das laufende Jahr. Swiss Prime Site rechne für 2016 mit einem Ertrag aus Vermietung und einem totalen Betriebsertrag über Vorjahresniveau. Doch das Rekordergebnis des Jahres 2015 werde sich aus heutiger Sicht aufgrund der erzielten überdurchschnittlichen Erlöse aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen und Renditeliegenschaften kaum wiederholen lassen.

Rekordergebnis in Zahlen

Im Rekordjahr 2015 erhöhte sich bei der Swiss Prime Site der Betriebsgewinn (EBIT) gegenüber der Vorjahresperiode um 19,6 Prozent auf 553,4 Mio. (Vorjahr 462,8 Mio.) Franken. Der Gewinn wurde um 23,9 Prozent auf 355,1 Mio. (Vorjahr 286,7 Mio.) Franken gesteigert.

Die Neubewertungen beliefen sich auf 124,6 Mio. (Vorjahr 113,2 Mio.) Franken. Ohne Neubewertungen stieg der EBIT um 22,7 Prozent auf 428,9 Mio. (Vorjahr 349,6 Mio.) Franken.

Der Gewinn vor Neubewertungseffekten (Neubewertungen und latente Steuern) erhöhte sich um 19,0 Prozent auf 280,8 Mio. (Vorjahr 236 Mio.) Franken. Die Eigenkapitalquote stieg von 39,6 auf 46,4 Prozent.

Die mit dem Rekordergebnis erarbeiteten Mittel sollen für die Fortsetzung der Wachstumsstrategie eingesetzt werden. (bn)