Letzte Woche hat die SVP angekündigt, dass die Partei zu den Oltner Stadtratswahlen mit einer eigenen Kandidatur antritt. Heute reicht die Volkspartei nun nach, mit wem dies sein soll. Und es ist eine Überraschung: Weder der politisch erfahrenste Oltner SVP-Politiker Christian Werner (32) – er ist seit 2005 Oltner Gemeinderat und sitzt seit 2009 im Kantonsrat, seit letztem Dezember als Fraktionschef –, noch der wegen seines Präsidiums im Gemeindeparlament derzeit im Rampenlicht stehende Matthias Borner (34).

Die SVP schickt mit Ursula Rüegg eine politische Quereinsteigerin ins Rennen und hofft, dass die 58-Jährige mit ihrer beruflichen Erfahrung punkten kann. Die in Olten aufgewachsene Rüegg leitet seit 2007 die Sozialen Dienste im aargauischen Oftringen. "Durch ihre langjährige Arbeit als Leiterin der Sozialen Dienste bringt die Kandidatin ein perfekt passendes Profil für den frei werdenden Sitz in der Direktion Soziales mit", schreibt die Partei in einer Mitteilung über die diplomierte Sozialversicherungsexpertin. Anfang Januar soll die Basis in einer Nominationsversammlung den Vorschlag der Parteileitung noch absegnen. 

Mit Rüegg versucht die Volkspartei bereits zum dritten Mal hintereinander den Einzug in den Stadtrat. Bei den letzten beiden Wahlen schaffte es die SVP-Kandidatur jeweils nur auf den zweitletzten Platz. 2013 holte Doris Känzig mit 998 Stimmen nur einen Stimmenanteil von 5,4 Prozent.

Ähnlich erging es Marcel Buck 2009: Er holte sogar nur 755 Stimmen und einen Anteil von 4 Prozent. Bei den letzten Gemeindeparlamentswahlen 2013 war die SVP drittstärkste Kraft mit einem Stimmenanteil von 14,5 Prozent. Bei den letzten Nationalratswahlen 2015 holte die SVP in der Stadt Olten sogar einen Stimmenanteil von 20,3 Prozent. Luft nach oben wäre für Rüegg also noch vorhanden.