Olten
«Süüferli» ans Ufer begleitet

Alkoholisierter stieg in Aare und liess sich nicht ins ausgerückte Rettungsboot lotsen

Urs Huber
Drucken
Teilen
Schwimmbadleiter Thomas Müller (links) und Simon Grieder, der diensthabende Badmeister am Dienstagabend

Schwimmbadleiter Thomas Müller (links) und Simon Grieder, der diensthabende Badmeister am Dienstagabend

Urs Huber

Das Vorkommnis vom letzten Dienstag gehört in die Rubrik «Seltsames – Wundersames– Glimpfliches» der Chronologie einer Badesaison im Strandbad Olten. Der Leiter des Schwimmbades, Thomas Müller, lächelt. Rund die Hälfte der Saison 2014 ist vorüber, das kann noch viel geschehen. Was aber genau war am letzten Dienstag passiert?

Nun, die Geschichte mit glücklichem Ausgang ist schnell erzählt: Am Dienstagabend, kurz vor 19.30 Uhr, stieg ein ziemlich alkoholisierter Mann vom Aarebistro aus in die Hochwasser führende Aare und gönnte sich – ein Bad. Beobachtet von Gästen des Bistros und des Strandbades versuchte der 40 bis 50-Jährige erst, einen der Pfeiler der Holzbrücke zu erklimmen, was ihm aber nicht gelang. «Kein Wunder bei der Strömung», sagt Simon Grieder, am Dienstag als diensthabender Badmeister unterwegs. Jedenfalls lösten die Badegäste Alarm bei Grieder aus, währenddem die Gäste des Aarebistros die Polizei benachrichtigten.

«Ich bin von hier!»

Innert einer Minute hatten Grieder und dessen Schwester Andrea, die als Aufsicht ebenfalls im Dienst stand, das Rettungsboot gewassert und machten sich auf, dem Mann zu Hilfe zu eilen. Aber oha: Der wollte das Hilfsangebot keineswegs annehmen und keinesfalls ins Boot steigen. «Dabei ist ein Badgang bei Hochwasser und extrem schlechter Sicht äussert gefährlich», so Grieder. Auf dessen entsprechende Bemerkungen hin liess der Mann die vermeintlichen Helfer wissen, er sei ein Oltner und würde die Aare gut genug kennen. Er brauche keinerlei Hilfe. «Er hat sich partout nicht an die Anweisungen aus dem Rettungsboot halten wollen», sagt Grieder. Schliesslich liess sich der Mann Aare abwärts treiben, um sich unten beim Bahnhof an einem Gebüsch festzukrallen und dem Wasser zu entsteigen. «Uns blieb nichts anderes übrig als dem Badenden im Sicherheitsabstand zu folgen, um im dümmsten Fall für eine Rettung bereit zu sein», bilanziert Grieder. «Süüferli ans Ufer begleitet», sagt man dem wohl.

Extrem gefährlich

«Unter solchen Bedingungen ins Wasser zu steigen ist extrem gefährlich», meint auch Thomas Müller. Viel Zug, schlechte Sicht und Verwirbelungen im Wasser könnten auch einem guten Schwimmer leicht zum Verhängnis werden. Selbst jetzt noch, eine knappe Woche nach den intensiven Regenfällen, rät er von einem Einstieg in die Aare dringend ab. «Zu gefährlich», resümiert er. Aber der Einsatz vom Dienstag habe, auch wenn dieser lediglich ein Präventiver gewesen sei, einmal mehr den Nutzen des Rettungsbotes quasi als unverzichtbares Element der Rettungshilfe am und im Wasser gezeigt; ein Instrument, welches im Übrigen rund um die Uhr einsatzbereit gehalten werde, wie Müller versichert.

Aktuelle Nachrichten