Am Dienstagabend fand im Eingangsbereich und in der Cafeteria vor viel Publikum die Vernissage der 50. Kunstausstellung im Kantonsspital Olten statt. Die Bilder stammten aus der Hand des Oltner Malers Thomas Droll («Summertime»). Musikalisch eindrucksvoll untermalt wurde der Anlass durch BlasArt Olten.

Zum Anlass dieses Jubiläums entstand der faszinierende Bildband «Kunst am Kantonsspital Olten», kreiert durch die Imagegruppe Kultur mit dem Leiter Lukas Eisner, Elisabeth Meier, Ursula von Arx und Gabi Pfenninger. Er wurde gestaltet durch Nicolas Peltier Olten mit Beiträgen von Dr. Lukas Eisner, Peter A. Bloch sowie Dorothee Messmer und Katja Herlach, beide Kunstmuseum Olten. Man staunt über die reichhaltige Fülle an Arbeiten von Kunstschaffenden, die in irgendeiner Art ihre Arbeiten im Kantonsspital ausstellten oder deren Bilder und Objekte heute noch in Räumen und Korridoren zu sehen sind; bekannte Kunstschaffende aus der Region, aus dem Kanton und der Schweiz allgemein, die in die Kunstgeschichte eingegangen sind.

Philosophisch geprägte Auslegung

Wilhelm Kufferath von Kenndenich beleuchtete in seinen philosophisch geprägten Auslegungen, wie ein Werk zur Kunst wird, und dass wir als Publikum durch unsere Art der Wahrnehmung immer daran beteiligt sind. Erika Költzsch aus Baden lernte Thomas Droll in einem Schlösschen in Frankreich kennen und begeistert sich seither für Drolls Malerei. Sie schilderte unterhaltsam und liebenswürdig den Maler Thomas Droll und seine grosse Begabung, sich künstlerisch auszudrücken.

Als Uraufführung wurde unter dem Titel «Aquamore» die Komposition von Heinz Schoenenberger Olten vorgestellt, die er mit der Entstehung eines Bildes von Thomas Droll realisierte. Im Rhythmus der Musik, durch BlasArt grossartig interpretiert, entstand an der Wand der Cafeteria Thomas Drolls Bild, vorerst als Projektion und dann als fassbares Bild: drei Männer am Strand, die Silhouette eines Autos, eine zart formulierte Frau im luftigen Kleid und in beschwingter Bewegung, dunklere und helle Stellen, das Meer und der Horizont.

Heinz Schoenenberger vermochte mit seinem Team aus fünf Bläsern und dem Schlagzeuger zu berühren. Die zarten Augenblicke, als die Frau ihre Formen annahm und aus dem weissen Schatten trat, aber auch die kraftvolleren, als das Auto, die Männer und andere Requisiten im Bildraum auftauchten, verstand er musikalisch so herauszuarbeiten, so dass einem der Ablauf unter die Haut ging. Es war dies eine gelungene Darbietung von Musik und die Entstehung einer Malerei, die in sich ganz neue Perspektiven eröffnete und auf musikalischer Ebene Furore machen wird.

Lebendige «Summertime»

Die Ausstellung von Thomas Droll ist voller Lebendigkeit und dem Gedanken «Summertime» gewidmet. Badende Menschen, Männer und Frauen, Kinder am Strand oder an einem See spielend, aber auch eigenwillige Fragmente wie Füsse auf einer roten Luftmatratze, Körper im Sprung ins Wasser tauchend, zum Teil fragmentartig eingefangen, sind auszumachen. Immer taucht der Betrachter ein in diese Bläue, fühlt er das beglückende und befreiende Gefühl von Wasser, Sonne und Luft, von blauem Himmel mit einzelnen Wolken, die zärtlich dahinziehen und von besonderer Lebendigkeit sind. Stimmungsbilder, aber auch dynamische Bilder, die vom Leben erzählen, von der Kraft des Eintauchens in das Wasser, von der Bewegung im Raum, von den befreienden Gefühlen Luft zu sein, Wasser und Bewegung, so als löste man seine eigene Schwere auf. Oft entdeckt man grüne Hintergründe, Bäume oder buschartige Elemente mit feinen Lichtern, aber manchmal auch nur die Bläue des Wassers und des Himmels. Diese Bilder strahlen viel elementare Kraft aus, man spürt die Sehnsucht darin, sich frei im Raume zu bewegen, Wasser zu sein, vielleicht auch Luft, ein Element ohne Haftung.

Thomas Droll hat in der letzten Zeit zu einer besonders vertieften Form gefunden. Körper bedeuten ihm viel, aber auch die Zusammenhänge, die von der vitalen Bewegung erzählen. Mit viel Begeisterung sucht er nach Dingen, die dem Betrachter einen Freiraum signalisieren, ihm diesen im Malen anbieten und zugleich auch zu einer inhaltlichen vertieften Aussage werden.