Olten
Studenten setzten sich mit der Stadt auseinander — Anregungen sollen in die Ortsplanungsrevision einfliessen

Rund 120 Studierende der Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil haben sich mit der Stadt Olten ein Jahr lang beschäftigt – die Anregungen sollen nun in die angelaufene Ortsplanungsrevision fliessen.

Fabian Muster
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Die Anregungen der Studenten zu der Stadt Olten sollen in die Ortsplanungsrevision einfliessen. (Archivbild)

Die Anregungen der Studenten zu der Stadt Olten sollen in die Ortsplanungsrevision einfliessen. (Archivbild)

Bruno Kissling

Olten war im vergangenen Studienjahr Partnerstadt der Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil SG. Rund 120 Studierende haben sich in Dutzenden von Einzel- und Gruppenarbeiten mit den aktuellen Planungsaufgaben der Stadt auseinandergesetzt. «Es ist eine glückliche Fügung, dass diese Zusammenarbeit für eine frische Aussensicht gleich mit der anstehenden Ortsplanungsrevision zu Stande kam», sagte Baudirektor und Vizestadtpräsident Thomas Marbet bei der Vorstellung der Arbeiten am Montag im Foyer des Stadthauses.

Es sei eine Win-win-Situation für beide Seiten: Die Studierenden konnten so praxisnah Lösungen und Ideen für Themen wie Raumplanung, Städtebau, Stadtentwicklung oder Verkehr erarbeiten. Und die Stadt kommt so gemäss Stadtbaumeister Kurt Schneider zu Inputs für Oltens Ortsplanungsrevision, die bereits begonnen hat. In einer Echogruppe mit 34 Mitgliedern aus verschiedenen Interessengruppen sind erste Anregungen der Studierenden eingeflossen. Im nächsten Frühling soll auch die breite Bevölkerung in die Entwicklung des räumlichen Leitbildes einbezogen werden.

Die Zusammenarbeit, welche die Stadt 15'000 Franken plus den internen Personalaufwand gekostet hat, kam dank Schneider zu Stande: Er war früher selbst Student an der Fachhochschule in Rapperswil. Der Gegenwert sei ein Vielfaches im Vergleich zum investierten Aufwand, ist der Stadtbaumeister überzeugt. In einer Ausstellung im Foyer des Stadthauses sind bis zum 16. November ein kleiner Teil der Studienarbeiten an Anschlagbrettern zu sehen.

Hinweis:

Die beiden Broschüren «Partnerstadt Olten» und «Bachelorarbeiten 2020», in denen die Studienarbeiten beschrieben sind, können unter der E-Mail-Adresse raumplanung@ost.ch bezogen werden.

Nachgefragt: «Es lohnt sich, hier auszusteigen»

Dirk Engelke ist Studienleiter Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung an der Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil. Er hat die rund 120 Studierenden bei ihren Arbeiten mit der Partnerstadt Olten während rund eines Jahres begleitet und sagt im Interview, wo es in Olten noch Potenzial gibt.

Was hatten Sie für eine Meinung über die Stadt Olten vor der Beschäftigung mit den Studierenden?

Dirk Engelke: Keine differenzierte. Das Restaurant Bahnhofbuffet im Bahnhof Olten kannte ich besser als die Stadt selbst.

Und welche Meinung haben Sie nun?

Es lohnt sich, hier auszusteigen. Olten ist eine spannende Mischung – weder Zürich noch Basel. Hier passiert einiges. Wenn ich als Beispiel das Industrieareal anschaue, das eine ungeheure Grösse hat: Hier kann man die Nähe zum Bahnhof und die nach wie vor vorhandene Produktion zusammen denken.

Welches Gebiet in Olten hat in Ihren Augen sein Potenzial ebenfalls noch nicht ausgeschöpft?

Die Schützenmatte mit der Badi: Bei allen Studienarbeiten darüber wurde klar, dass dieses Gebiet nicht vollständig überbaut werden soll. Zudem müsste man dort eine höhere Aufenthaltsqualität erreichen, gerade unter den Bäumen. Das heisst, es sollte dort eher weniger Parkplätze geben.

Olten SüdWest ist das grösste Entwicklungsgebiet in der Stadt und auch das umstrittenste. Was halten Sie davon?

Bei der Aufenthalts- und Wohnqualität kann man sicher noch mehr herausholen. Auch die Verkehrsanbindung müsste noch verbessert werden, etwa mit der geplanten Stadtteilverbindung Hammer. Dies, damit das Gebiet sein Entwicklungspotenzial überhaupt nutzen kann. Eine Siedlung mit monotonen Wohnblöcken mag vielleicht in Zürich funktionieren, weil der Bevölkerungsdruck so gross ist, aber zu Olten passt sie nicht.

Rund ein Dutzend Studienarbeiten haben sich mit Olten SüdWest beschäftigt. Was kam dabei heraus?

Was sich bei vielen Arbeiten durchzieht ist die Idee, dass die Grösse des Areals in kleinere Einheiten unterteilt werden könnte, um Aufenthaltsqualität zu erhalten – sei es bei den Wohneinheiten oder bei den Pärken oder der Umgebung. (fmu)