Olten
Stromausfall während EHC-Olten-Match: Stadion stand kurz vor der Evakuation

Vergangenen Sonntag kam es beim Derby zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal nach etwas mehr als vier Minuten zu einem Stromausfall. Wie im Nachgang bekannt wird, hat der Notfallstab des EHC Olten zusammen mit der Polizei eine Evakuation des Stadions mit über 4100 Zuschauern vorbereitet.

Fabian Muster
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Plötzlich wurde es dunkel: Beim Eishockey-Derby zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal gab es am Sonntagabend nach etwas mehr als vier Spielminuten wegen eines Stromausfalls kein Licht mehr. Für rund eine Stunde mussten die über 4100 Zuschauer und Spieler fast im Dunkeln ausharren. Die Notbeleuchtung und die Taschenlampen der Handys waren die einzigen Lichtquellen.
Der Grund für den Stromausfall war ein Kurzschluss eines 16-Kilovolt-Kabels im Bereich Bornfeldstrasse/Gheidgraben, wie am Tag danach Mediensprecher Beat Erne von der Aare Energie AG auf Anfrage schreibt. Dies löste bei der Trafostation einen Schutzschalter aus, der Strom wurde im Gebiet Industrie Gheid, Bornfeld/Erlimatt, Sportstrasse und Teil des Rötzmattwegs sowie beim Tierheim in Wangen bei Olten automatisch abgeschaltet. Der Unterbruch dauerte von 17.38 bis rund 18.30 Uhr. Die Stromzufuhr konnte dann mittels Netzumschaltungen wieder hergestellt werden.

Die Spieler sind kurz nach dem Stromausfall noch auf dem Eis.
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Die Oltner Fankurve sang während des Stromausfalls Lieder wie «Stille Nacht, heilige Nacht». Im Hintergrund die spärliche Beleuchtung mit den Notlichtern.
Nach dem Stromausfall ging die Notbeleuchtung im Stadion an.
Fans vertreiben sich die Zeit während des Stromunterbruchs mit dem Smartphone.

Die Spieler sind kurz nach dem Stromausfall noch auf dem Eis.

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Kein Druck vom EHC Olten

Die Aare Energie AG wurde von den EHC-Olten-Verantwortlichen nicht unter Druck gesetzt. Der Druck bestehe nämlich «immer in gleichem Ausmasse, die Stromversorgung raschmöglichst wieder aufnehmen zu können», schreibt Erne. Zwar hatte der EHC-Olten-Präsident Marc Thommen laut dem Kommunikationsleiter «informellen Kontakt zu uns». «Ansonsten bestand von uns der Kontakt zur Kantonspolizei bezüglich der Frage, ab wann die Stromzufuhr wieder aufgenommen werden kann, respektive ob das Stadion hätte evakuiert werden müssen».
Tatsächlich hatte sich im Kommandoraum neben dem Gästesektor der Notfallstab des EHC Olten unter der Leitung des neuen Geschäftsführers Patrick Reber getroffen und das weitere Vorgehen besprochen. Hätte wegen des Stromausfalls das Spiel nach 75 Minuten nicht mehr aufgenommen werden können – wie es das Reglement vorschreibt –, wäre es abgebrochen und das Stadion evakuiert worden. «Wir standen kurz vor dem Beschluss zur Evakuation, als der Strom wieder anging», sagt Mediensprecher Pierre Hagmann am Montag auf Anfrage. In diesem Fall wären zuerst die Langenthal-Fans mittels Bussen direkt zum Bahnhof geführt worden. Danach wären die weiteren Sektoren des Stadions an der Reihe gewesen. Auch Belichtungsmassnahmen ausserhalb des Stadions wurden diskutiert, weil der Strom im ganzen Quartier ausfiel und die Strassenlaternen daher nicht mehr brannten. Während des Stromausfalls hat zudem Stadionsprecher Migge Stalder aus dem Kommandoraum mithilfe der Notanlage die Durchsagen vorgenommen und das Publikum jeweils über neue Entwicklungen informiert.

EHC Olten - SC Langenthal (09.12.2018)
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Stromausfall in ganz Olten – die Partie zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal muss bereits nach fünf Minuten gestoppt werden.
Ein zappendusteres Stadion – die Olten-Fans lassen sich ihre Stimmung davon aber nicht vermiesen.
Assistenztrainer Michael Tobler im dunklen Stadion – noch ist nicht klar, wie es weitergeht.
Nachdem wieder Licht da ist, kann die Partie weitergeführt werden.
Nach dem ersten Oltner Treffer nach nur 18 Sekunden macht es Langenthal nach und schiesst zum 1:1, kaum dass die Partie wieder angepfiffen ist.
Doch der EHCO lässt sich nicht lange bitten und kann dank einem Treffer von Diego Schwarzenbach erneut in Führung gehen.
Jubel über den erneuten Führungstreffer.
Noch vor Ende des ersten Drittels kann Gerber die Oltner Führung zum 3:1 ausbauen.
Freude bei Colin Gerber über den gelungenen Treffer.
Das zweite Drittel beginnt rasant mit guten Chancen auf beiden Seiten.
Die beiden Torhüter haben alle Hände voll zu tun, können ihren Kasten in diesem Drittel aber sauber halten.
Langenthals Torhüter Marco Mathis.
Nach Ende des zweiten Drittels liegt der EHC Olten noch immer mit 3:1 in Führung.
Heute werden auch noch die ehemaligen Olten-Spieler Cyrill Aeschlimann, Simon Schnyder, Romano Pargaezi, Remo Meister und Remo Hirt verabschiedet.
Kurz vor Ende der Partie schiesst Olten den 100. Saisontreffer.
Damit geht das Spiel zu Ende – der EHC Olten gewinnt verdient mit 4:1 gegen Langenthal.
Die Olten-Fans freuen sich über den erneuten Sieg ihrer Powermäuse.

EHC Olten - SC Langenthal (09.12.2018)

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Der Hauptgrund fürs rasche Handeln waren vor allem die Notlichter im Stadion. «Wir wussten nicht genau, wie lange diese brennen würden», sagt Mediensprecher Hagmann. Gemäss Sportpark-Olten-Geschäftsführer Viktor Müller ist eine solche batteriebetriebene Notstrombeleuchtung Pflicht und für eine Dauer von ein bis zwei Stunden ausgelegt. «Eine geordnete Evakuation wäre so möglich», sagt er auf Anfrage. Die Gefahr hingegen, dass das Eis zu schmelzen begonnen hätte, bestand am Sonntagabend nicht. Der Stromunterbruch hätte länger dauern müssen.
Der EHC Olten war dann aber froh, als der Strom dank den Monteuren der Aare Energie AG wieder rechtzeitig zurückkehrte. «Wir sind in jeder Hinsicht erleichtert, dass wir die Partie nicht neu ansetzen mussten», sagt Hagmann. Gemäss Reglement wäre in diesem Fall die Partie neu angesetzt worden, weil der Veranstalterverein keine Schuld trifft und höhere Gewalt im Spiel war. Hätte dem EHC Olten hingegen eine Mitschuld nachgewiesen werden können, stünde eine Forfaitniederlage im Raum.

Zuschauer bewahrten Ruhe

Ebenfalls involviert war die Kantonspolizei Solothurn. Diese war gemäss Mediensprecher Bruno Gribi schon wegen des Derbys gegen Langenthal mit einem verstärkten Aufgebot vor Ort. Zusätzliche Polizisten wurden wegen des Stromausfalls nicht zugezogen. Man sei mit dem Energieversorger und dem Eishockeyclub im ständigen Kontakt gestanden und hätte die Eventualitäten besprochen, sagt der Sprecher auf Anfrage. Es sei während des Stromunterbruchs zudem zu «keinen erwähnenswerten Vorfällen» gekommen.
Das Spiel vor Ort miterlebt hat Redaktionsmitarbeiterin Rahel Bühler. Sie sagt, die Zuschauer hätten Ruhe bewahrt und gerätselt, wie es weitergehen könnte. «Dass Leute nach Hause gegangen sind, kam nur vereinzelt vor.» Grund zur Panik bestand aus ihrer Sicht nie. «Wir sind vom Speaker immer gut informiert worden.»
Auch die Oltner Fankurve wusste sich zu unterhalten: Lieder wurden angestimmt, unter anderem «Stille Nacht, heilige Nacht». Neben dem gewonnen Spiel gegen Langenthal hatte der spezielle Eishockey-Abend für den EHC Olten weitere positive Seiten: «Zum einen die gelungene Stimmung und zum anderen wurde auch viel mehr konsumiert als sonst üblich» sagt Mediensprecher Pierre Hagmann.