Plötzlich wurde es dunkel: Beim Eishockey-Derby zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal gab es am Sonntagabend nach etwas mehr als vier Spielminuten wegen eines Stromausfalls kein Licht mehr. Für rund eine Stunde mussten die über 4100 Zuschauer und Spieler fast im Dunkeln ausharren. Die Notbeleuchtung und die Taschenlampen der Handys waren die einzigen Lichtquellen.

Der Grund für den Stromausfall war ein Kurzschluss eines 16-Kilovolt-Kabels im Bereich Bornfeldstrasse/Gheidgraben, wie am Tag danach Mediensprecher Beat Erne von der Aare Energie AG auf Anfrage schreibt. Dies löste bei der Trafostation einen Schutzschalter aus, der Strom wurde im Gebiet Industrie Gheid, Bornfeld/Erlimatt, Sportstrasse und Teil des Rötzmattwegs sowie beim Tierheim in Wangen bei Olten automatisch abgeschaltet. Der Unterbruch dauerte von 17.38 bis rund 18.30 Uhr. Die Stromzufuhr konnte dann mittels Netzumschaltungen wieder hergestellt werden. 


Kein Druck vom EHC Olten

Die Aare Energie AG wurde von den EHC-Olten-Verantwortlichen nicht unter Druck gesetzt. Der Druck bestehe nämlich «immer in gleichem Ausmasse, die Stromversorgung raschmöglichst wieder aufnehmen zu können», schreibt Erne. Zwar hatte der EHC-Olten-Präsident Marc Thommen laut dem Kommunikationsleiter «informellen Kontakt zu uns». «Ansonsten bestand von uns der Kontakt zur Kantonspolizei bezüglich der Frage, ab wann die Stromzufuhr wieder aufgenommen werden kann, respektive ob das Stadion hätte evakuiert werden müssen».

Tatsächlich hatte sich im Kommandoraum neben dem Gästesektor der Notfallstab des EHC Olten unter der Leitung des neuen Geschäftsführers Patrick Reber getroffen und das weitere Vorgehen besprochen. Hätte wegen des Stromausfalls das Spiel nach 75 Minuten nicht mehr aufgenommen werden können – wie es das Reglement vorschreibt –, wäre es abgebrochen und das Stadion evakuiert worden. «Wir standen kurz vor dem Beschluss zur Evakuation, als der Strom wieder anging», sagt Mediensprecher Pierre Hagmann am Montag auf Anfrage. In diesem Fall wären zuerst die Langenthal-Fans mittels Bussen direkt zum Bahnhof geführt worden. Danach wären die weiteren Sektoren des Stadions an der Reihe gewesen. Auch Belichtungsmassnahmen ausserhalb des Stadions wurden diskutiert, weil der Strom im ganzen Quartier ausfiel und die Strassenlaternen daher nicht mehr brannten. Während des Stromausfalls hat zudem Stadionsprecher Migge Stalder aus dem Kommandoraum mithilfe der Notanlage die Durchsagen vorgenommen und das Publikum jeweils über neue Entwicklungen informiert.



Spiel wäre wohl wiederholt worden

Der Hauptgrund fürs rasche Handeln waren vor allem die Notlichter im Stadion. «Wir wussten nicht genau, wie lange diese brennen würden», sagt Mediensprecher Hagmann. Gemäss Sportpark-Olten-Geschäftsführer Viktor Müller ist eine solche batteriebetriebene Notstrombeleuchtung Pflicht und für eine Dauer von ein bis zwei Stunden ausgelegt. «Eine geordnete Evakuation wäre so möglich», sagt er auf Anfrage. Die Gefahr hingegen, dass das Eis zu schmelzen begonnen hätte, bestand am Sonntagabend nicht. Der Stromunterbruch hätte länger dauern müssen.

Der EHC Olten war dann aber froh, als der Strom dank den Monteuren der Aare Energie AG wieder rechtzeitig zurückkehrte. «Wir sind in jeder Hinsicht erleichtert, dass wir die Partie nicht neu ansetzen mussten», sagt Hagmann. Gemäss Reglement wäre in diesem Fall die Partie neu angesetzt worden, weil der Veranstalterverein keine Schuld trifft und höhere Gewalt im Spiel war. Hätte dem EHC Olten hingegen eine Mitschuld nachgewiesen werden können, stünde eine Forfaitniederlage im Raum.


Zuschauer bewahrten Ruhe

Ebenfalls involviert war die Kantonspolizei Solothurn. Diese war gemäss Mediensprecher Bruno Gribi schon wegen des Derbys gegen Langenthal mit einem verstärkten Aufgebot vor Ort. Zusätzliche Polizisten wurden wegen des Stromausfalls nicht zugezogen. Man sei mit dem Energieversorger und dem Eishockeyclub im ständigen Kontakt gestanden und hätte die Eventualitäten besprochen, sagt der Sprecher auf Anfrage. Es sei während des Stromunterbruchs zudem zu «keinen erwähnenswerten Vorfällen» gekommen.
Das Spiel vor Ort miterlebt hat Redaktionsmitarbeiterin Rahel Bühler. Sie sagt, die Zuschauer hätten Ruhe bewahrt und gerätselt, wie es weitergehen könnte. «Dass Leute nach Hause gegangen sind, kam nur vereinzelt vor.» Grund zur Panik bestand aus ihrer Sicht nie. «Wir sind vom Speaker immer gut informiert worden.»

Auch die Oltner Fankurve wusste sich zu unterhalten: Lieder wurden angestimmt, unter anderem «Stille Nacht, heilige Nacht». Neben dem gewonnen Spiel gegen Langenthal hatte der spezielle Eishockey-Abend für den EHC Olten weitere positive Seiten: «Zum einen die gelungene Stimmung und zum anderen wurde auch viel mehr konsumiert als sonst üblich» sagt Mediensprecher Pierre Hagmann.