27'000 Besucher erwarten die Organisatoren des aktuellen Streetfood Festivals in Olten. Und wer gestern Abend auf der Kirchgasse unterwegs war, wähnte sich im Glauben, die Besucherzahl sei bereits am ersten des drei Tage dauernden Anlasses knapp erreicht.

Aber item: Natürlich, das Essen ist einer der zentralen Punkte. Spiessli to go, Flammenlachs, Chili con Carne, Fondue mit Brot, Raclette, Risotto, Milchshakes, Sandwiches oder Hot Dogs in schier jeder denkbaren Variation, unter denen die eine besonders hervorsticht: Ein Ding, das sich «Luksus» nennt, unter dänischer Flagge segelt und gerade mal 250 Franken kostet. Ein Spiessbürger denkt dabei erst mal an einen Streetfood-Festival-Scherz, aber oha. Der Preis stimmt. Zu kaufen gibts die Sache beim «Heissen Hund», einem Anbieter aus Baden.

«25 Franken davon gehen an die Organisation ‹Mütter ohne Grenzen›», sagt Jasmin Feierabend. «Aber Sie müssen wissen, was sich in dem Hot Dog befindet», erzählt sie dann und zählt auf: «Kobe Beef, getrockneter Trüffel aus Alba, Champagnerschaum, Schoggicrumbles und Zwiebeln.» Und gehen die? «Ab und zu verkaufen wir einen», sagt Jasmin Feierabend, hält ihren schwarzfarbenen Toque fest und macht sich wieder an die Arbeit, denn «Scheisserchen», neun Zentimeter lang, gibts schon ab 6 Franken zu kaufen. Auch ein Hot Dog übrigens.

Oltner Streetfood-Festival 2017 hat begonnen

Das Oltner Streetfood-Festival 2017 hat begonnen

Die Stimmung ist bestens. Unter der sinkenden Sonne über der Kirchgasse hält sich Samuel Jäggi aus Wangen auf. «Meine Frau wollte hier was essen», sagt er und schwärmt dann vom Siedfleisch, in Apfelwein gekocht. «War lecker», sagt Jäggi, aber viele der kleinen Naschdinger, nach denen einen gelüste, seien immer irgendwie ganz knapp zu teuer.

Und für Christian Ginsig aus Olten fehlt am Streetfood Festival so ein bisschen der kleine Happen für zwischendurch: «Es Muul voll» wie man so schön sagt. «Man möchte schliesslich mehrere Dinge ausprobieren», wie er meint.

Das hingegen ist wieder kein Problem für Anita Huber aus Olten. Sie hat sich bislang einen Rüebli-Wickel gegönnt. «Man möchte doch noch weitere Sachen versuchen», meint sie. Desserts allerdings scheinen ihr häufig zu mastig, es sei denn: eine Glace. Da kommt Peter Hug aus Sissach mit seiner rollenden Gelateria gerade recht. Der Baselbieter ist praktisch für jede kleine und grossen Gelati-Laune seiner Gäste gewappnet. «Olten ist ein guter Ort für einen solchen Anlass; sie kommen in Massen», lobt er. Er hat bislang keinen verpasst. Dass vor seinem Stand im Moment eher wenig los ist, vermag ihn nicht zu beunruhigen: «Bei uns Dessertanbietern gehts ab 21 Uhr los, keine bange.»

Den Hunger ebenfalls gestillt hat Fritz Buser aus Olten, aber in seiner eigenen Art und Weise. Er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, solchen Festivals mit eigenem Trinkgefäss und eigenem Besteck zu besuchen. «Plastikwaren finde ich wirklich unangenehm und meine Art des Festivalbesuchs verringert sicher die Abfallmenge.» Immerhin: nicht wenige Getränkeanbieter erheben auf die Flasche ein Depot. So kostet etwa ein Rivella mancherorts sieben Franken, deren zwei bekommt als Pfand zurück, wer die Flasche zurückbringt. Dafür gibts vielleicht noch einen farbigen Luftballon, wer dem Verkäufer schöne Augen macht.