Obergericht

Strafe für Javier F. reduziert: Messereinsatz war exzessive Notwehr

Javier F. hatte bei einer Schlägerei ein Messer eingesetzt (Symbolbild)

Javier F. hatte bei einer Schlägerei ein Messer eingesetzt (Symbolbild)

Javier F.*, der am Montag wegen versuchter eventualvorsätzlicher Tötung vor Obergericht stand, ist am Dienstag schuldig gesprochen worden. Das Obergericht bestätigt damit das Urteil des Amtsgerichts Olten-Gösgen.

Die Strafe fällt aber deutlich milder aus. Von der Vorinstanz war der Dominikaner, der im Juli 2007 bei einer Schlägerei in Olten ein Messer eingesetzt hatte, zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Berufungsgericht hat das Strafmass auf drei Jahre teilbedingt reduziert (mit einem neunmonatigen unbedingten Vollzug).

Mit der Strafreduktion wird dem Argument der Verteidigung Rechnung getragen, Javier F.* habe in Notwehr gehandelt. Weil der Dominikaner zuerst angegriffen worden sei, habe tatsächlich eine Notwehrsituation bestanden, erklärt Gerichtsschreiberin Ursulina Lupi, der Messereinsatz sei aber nicht verhältnismässig gewesen. Es habe sich dabei um einen Notwehrexzess gehandelt. «Das Obergericht geht davon aus, dass Javier F. zweimal kräftig auf den Brustkorb des Kontrahenten eingestochen und damit dessen Tod in Kauf genommen hat.»

Strafmildernd sei die Notwehrsituation dennoch. Die Genugtuung an den Geschädigten bleibe aber bei den vom Amtsgericht festgesetzten 4000 Franken. (cnd)

* Name von der Redaktion geändert

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