Kappels Gemeindepräsident Rainer Schmidlin konnte am Donnerstagabend 74 Stimmberechtigte zur Budgetgemeindeversammlung willkommen heissen. Als eine der wenigen Gemeinden kann Kappel einen positiven Voranschlag für das kommende Jahr vorweisen: Bei Ausgaben von 13,283 Mio. Franken und Einnahmen von 13,464 Mio. Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von gut 0,181 Mio. Franken. Mit ausschlaggebend hierfür war der Beitrag aus dem Finanz- und Lastenausgleich in der Höhe von 445'365 Franken.

Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 0,85 Mio. Franken. Zu den Spezialfinanzierungen: Während die Wasserversorgung ein Minus aufzuweisen hat (91'363 Franken), schliessen Abwasserentsorgung (13'852 Franken) und die Abfallbeseitigung (3102 Franken) positiv ab.
Nettoinvestitionen sind in der Höhe von 0,975 Mio. Franken vorgesehen. Der Cashflow beläuft sich auf 0,843 Mio. Franken. Somit resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag von 0,132 Mio. Franken; der Selbstfinanzierungsgrad beläuft sich somit auf 86,4 Prozent.

Der Souverän genehmigte das Budget 2019 ohne Gegenstimmen, ebenso die Steuerfüsse. Diese betragen unverändert 122 Prozent für natürliche und 92 Prozent für juristische Personen sowie 57 Prozent für Holding- und Domizilgesellschaften. Auch die Feuerwehr-Ersatzabgabe bleibt auf neun Prozent der Staatssteuer (im Minimum 20, im Maximum 400 Franken).

Zu diskutieren gab der Investitionskredit über 300'000 Franken für eine neue Küche in der Mehrzweckhalle. Dabei sollen gleichzeitig der ehemalige Hauswirtschaftsraum für den Mittagstisch genutzt werden und ein neuer Stauraum für Festmaterial entstehen. Vielen Votanten war der Betrag zu hoch: «Überdimensioniert» und «überrissen» sei es. Rolf Schmid, Ressortleiter Finanzen, stellte deswegen gar einen Antrag auf Nichteintreten, der aber abgelehnt wurde. «Wenn wir das Projekt jetzt nicht bewilligen, wird es über Jahre nicht behandelt werden wegen der anderen anstehenden Vorhaben», mahnte der Gemeindepräsident.

Zudem müssten die verstellten Notausgänge freigemacht werden. Es sei ihm klar, dass nicht alle mit dem Vorhaben zufrieden seien, aber man versuche «die Quadratur des Kreises», denn das Bedürfnis nach einer neuen Küche sei auch vonseiten der Vereine gegeben. Das sah denn auch eine relativ knappe Mehrheit der Anwesenden so und sagte schliesslich mit 37:31 Stimmen Ja.

Die anderen drei Verpflichtungskredite waren unbestritten. 100'000 Franken für ein neues Entwässerungskonzept die Schulhaus-Liegenschaften betreffend. Ferner wurde der Umbau des Regenauslasses (Vergrösserung und Einbau eines Siebrechens) im Bereich Müllermatt/Dichmatt mit 190'000 Franken veranschlagt. Derselbe Betrag ist ferner für den Ersatz der Kanalisationsleitung Rain (zweite Etappe) vorgesehen.