Am Dienstagabend genehmigten in Boningen 46 zur Gemeindeversammlung erschienene Stimmberechtigte das Budget 2019 der Einwohnergemeinde. Dieses sieht bei einem Aufwand von 3,708 Mio. Franken und einem Ertrag von 3,556 Mio. Franken ein Defizit von 152 300 Franken vor.

Der Gemeinderat und Ressortleiter Finanzen Rolf Nussbaumer zeigte der Versammlung auf, dass die Verschlechterung des Voranschlags gegenüber dem Budget 2018 um 28 600 Franken insbesondere auf höhere Kosten in den Bereichen soziale Sicherheit und Bildung zurückzuführen ist. Bei der Bildung, welche 50 Prozent des Gemeindehaushaltes ausmacht, wird mit Kosten von insgesamt 1,331 Mio. Franken gerecht. Die Mehrkosten von 110 000 Franken gegenüber dem Budget 2018 entstehen in der Hauptsache, weil im kommenden Jahr mehr Schülerinnen und Schüler aus Boningen die Oberstufe in Olten besuchen werden.

Kosten falsch berechnet

Die Pro-Kopf Kosten im Bereich Soziale Sicherheit mussten für den Voranschlag 2019 von 360 auf nun 410 Franken nach oben korrigiert werden, was die Belastung für die Gemeinde von 607 600 Franken im Jahr 2018 auf neu 655 100 Franken ansteigen lässt. Dazu kam es, weil das kantonale Amt für Soziale Sicherheit die Kosten falsch berechnet hatte, wie Gemeinderat Beat Wyttenbach der Versammlung erörterte. Im Einklang mit Rolf Nussbaumer betonte Wyttenbach, dass die stetig höher ausfallenden Kosten bei der Sozialen Sicherheit den Finanzhaushalt der Gemeinde stark belasten. Diese Entwicklung sei auf längere Frist für die Gemeinde nicht verkraftbar.

Mehrkosten gegenüber dem Budget 2018 entstehen auch im Bereich Umwelt und Raumordnung durch den Beitrag von 32 400 Franken an die Sanierung und Erweiterung des Gemeinschaftsgrabes auf dem Friedhof in Kappel.

Alle anderen Positionen der Erfolgsrechnung 2019 bewegen sich gemäss den Ausführungen des Ressortleiters Finanzen im Bereich des Vorjahresbudgets. Erreicht worden sei dies durch die Ausgagendisziplin des Gemeinderates, so Nussbaumer.

Mehrertrag im Jahr 2019

2019 wird bei einem erwarteten Mehrertrag von einem Prozent bei den natürlichen Personen mit Netto-Steuerertrag von 2,636 Franken gerechnet. Der Cashflow beträgt 62 600 Franken, woraus ein Finanzierungsüberschuss von 12 600 Franken resultiert.

Mit Blick auf die erwähnte Entwicklung der Sozialregion Untergäu (SRU) erwähnte Nussbaumer, dass der Gemeinderat diese weiter genau beobachten und zusammen mit den anderen Gemeinden versuchen werde, die Kosten zu stabilisieren. Der Rat sei überzeugt, dass er die Kosten unter Beibehaltung des Steuerfusses von 125 Prozent in den Griff bekommen werde. Um mittelfristig wieder Ertragsüberschüsse generieren können, müsse weiterhin haushälterisch mit den Finanzen umgegangen werden.

Die Investitionsrechnung 2019 sieht bei Ausgaben von 75 000 Franken voraussichtliche Nettoinvestitionen von 50 000 Franken vor. Darin enthalten sind die finanziell auf gesunden Füssen stehenden Spezialfinanzierungen Abwasserbeseitigung (-27 000 Franken) und Abfallbeseitigung (+16 600 Franken). Vorgesehen ist ferner der Ersatz des in die Jahre gekommenen Kommunalfahrzeugs. Dieses wird aber erst ersetzt, wenn ein Defekt auftritt, wie Nussbaumer erklärte.

Die nachfolgenden Abstimmungen wurden allesamt von der Versammlung ohne Wortmeldung genehmigt. Unverändert bleiben die Steuersätze für natürliche Personen bei 125 Prozent sowie jene für juristische Personen bei 130 Prozent. Keine Änderung erfährt auch die die Feuerwehrersatzabgabe in der Höhe von 9 Prozent.

Ein Prozent Teuerungszulage

Genehmigt wurden auch das Budget der Erfolgsrechnung 2019 mit einem Defizit von 152 300 Franken, die Investitionsrechnung 2019 mit Nettoinvestitionen von 50 000 Franken sowie die Spezialfinanzierungen. Verabschiedet wurde ferner eine Teuerungszulage für das Gemeindepersonal in der Höhe von einem Prozent.